Warum Stade viele Brandwachen braucht
In wenigen Städten liegen Schwerindustrie und historische Holzbauten so nah beieinander wie in Stade. An der Elbe arbeiten Chemie- und Aluminiumbetriebe, im Süden wird Flugzeugbau betrieben, und in Stadersand wird seit Oktober 2005 das 2003 abgeschaltete Kernkraftwerk zurückgebaut. Der Betreiber hat als Ziel Ende 2026 genannt. Überall dort wird geschweißt, gebrannt und getrennt.
Gleichzeitig ist die Altstadt geprägt von Fachwerkhäusern, überwiegend aus dem 17. Jahrhundert, dem Zeughaus am Pferdemarkt von 1697 bis 1699, dem Alten Rathaus von 1667 und dem Schwedenspeicher von 1705. In solchen Gebäuden stecken trockene Balken, Hohlräume und alte Leitungen. Ein Funke, der in eine Fuge fällt, kann dort stundenlang glimmen.
Typische Einsätze in Stade
Brandwachen werden in Stade vor allem in diesen Situationen gebraucht:
- Heißarbeiten bei Stillständen und Revisionen im ChemCoastpark und bei Aluminium Oxid Stade
- Trenn- und Brennarbeiten beim Rückbau des Kernkraftwerks Stade in Stadersand, nach den Vorgaben des Betreibers
- Schweißarbeiten an Hafenanlagen und Rohrleitungen im Seehafen Stade
- Dach- und Fassadensanierung an Fachwerkhäusern in der Altstadt, an Kirchen wie St. Cosmae et Damiani und St. Wilhadi
- Veranstaltungen im Stadeum, wenn Bühnenpyrotechnik oder offene Flammen genehmigt werden
- Zeiten, in denen eine Brandmeldeanlage wegen Umbau oder Störung abgeschaltet ist
Was die Brandwache konkret tut
Vor Beginn der Arbeiten prüft die Brandwache gemeinsam mit dem Verantwortlichen den Bereich: Sind brennbare Stoffe entfernt oder abgedeckt, Öffnungen in Wänden und Decken verschlossen, Löschmittel griffbereit? Während der Heißarbeiten beobachtet sie Funkenflug und Wärmeleitung, auch in angrenzenden Räumen und Geschossen, die der Schweißer selbst nicht sieht.
Nach Ende der Arbeiten beginnt die Nachkontrolle. Die Kraft bleibt vor Ort, prüft Bauteile von Hand, mit Wärmebildkamera, wenn Sie eine bereitstellen, und kontrolliert in festen Abständen, ob sich irgendwo Wärme oder Rauch zeigt. Wie lange das dauert, steht im Erlaubnisschein für feuergefährliche Arbeiten oder in den Vorgaben Ihres Versicherers. Erst danach wird der Bereich freigegeben.
Brandwache, wenn die Anlage schweigt
Ein zweites Feld sind Gebäude, deren Brandmeldeanlage vorübergehend nicht arbeitet, etwa während eines Umbaus oder nach einem Defekt. Bis die Technik wieder läuft, verlangen Bauaufsicht oder Versicherer oft eine personelle Ersatzmaßnahme. Die Brandwache geht dann in festen Takten durch das Gebäude, kontrolliert besonders gefährdete Räume und alarmiert im Ernstfall sofort die Feuerwehr.
Bei Versammlungsstätten wie dem Stadeum, dessen Hansesaal 1.064 Sitzplätze hat und mit geöffneten Wänden bis zu 3.000 Besucher fasst, kann die Behörde bei bestimmten Veranstaltungen ebenfalls eine Wache verlangen. Wir stimmen uns dann mit Veranstalter und Haustechnik ab.
Zusammenarbeit mit Betrieb und Feuerwehr
Eine Brandwache funktioniert nur, wenn die Zuständigkeiten vorher feststehen. Vor dem ersten Einsatz klären wir mit Ihnen, wer den Erlaubnisschein ausstellt, wo die nächsten Feuerlöscher und Wandhydranten hängen, wie die Feuerwehr anfährt und wer bei einem Brand im Betrieb benachrichtigt wird. In Chemieanlagen gelten dafür oft eigene Alarmpläne mit Sammelstellen und Werksfeuerwehr, in der Altstadt sind es enge Zufahrten und Nachbarhäuser, die mitgedacht werden müssen. Unsere Kräfte tragen diese Absprachen schriftlich bei sich und übergeben sie bei einem Schichtwechsel an die nächste Wache.
Planung und Qualifikation
Stade gehört zu unserer Kernregion Nord. Ein Büro in der Stadt gibt es nicht; die Kräfte werden vom Hauptsitz in Neumünster und der Niederlassung Bremen aus geplant. Unsere Brandwachen sind vor dem Einsatz in die Löschmittel vor Ort eingewiesen, haben mindestens die Unterrichtung nach § 34a GewO und werden vor dem Einsatz in Ihre Betriebs- und Alarmregeln eingewiesen. Unsere Abläufe sind nach ISO 9001 und DIN 77200 zertifiziert.
Mehr zur Leistung finden Sie unter Brandwachen, den Landesüberblick unter Brandwache in Niedersachsen und alle Leistungen in der Stadt unter Sicherheitsdienst Stade.
Kosten einer Brandwache in Stade
Für die Kalkulation gilt ein Richtwert von 23 bis 50 € netto je Stunde. Entscheidend ist, wann gearbeitet wird: Heißarbeiten bei Stillständen laufen oft nachts oder am Wochenende, und die Nachkontrolle kann sich bis in die frühen Morgenstunden ziehen. Auch die Zahl gleichzeitiger Arbeitsstellen bestimmt, wie viele Kräfte nötig sind. Bei geplanten Revisionen erhalten Sie vorab ein Angebot, für kurzfristige Einsätze nennen wir Ihnen die Bedingungen am Telefon.


