Erfahrungen mit Feuer in der Stadt
Die Marienkirche zeigt, was ein Brand in einem Backsteinbau anrichten kann. 1647 setzte ein Blitz ihre Turmspitze in Brand, herabstürzende Teile durchschlugen die Gewölbe, zerstörten die Orgel und ließen den Dachstuhl abbrennen. Erst zwei Jahre später stand ein neues Dach. Im Juni 2005 verursachte ein Leitungsschaden erneut ein Feuer im Innenraum.
Heute trägt die Kirche einen 104 Meter hohen Westturm mit barocker Haube von 1708 und die Stellwagen-Orgel aus den Jahren 1653 bis 1659, die seit 2008 wieder voll spielbar ist. Wer an einem solchen Bau mit Flamme, Lötkolben oder Trennschleifer arbeitet, braucht eine Wache, die während der Arbeit danebensteht und danach nachkontrolliert.
Gebäude und Betriebe mit Bedarf an Brandwachen
Die Liste nennt reale Gebäude und Betriebsstätten in Stralsund, an denen Brandsicherheitswachen typischerweise gefordert werden. Es handelt sich nicht um Kunden.
- Marienkirche, Nikolaikirche am Alten Markt und Jakobikirche, die heute als Kulturkirche und Kino genutzt wird.
- Das Rathaus als Bau der norddeutschen Backsteingotik und das Katharinenkloster mit zwei Museen.
- Das Theater am Olof-Palme-Platz, gegründet 1766, mit Bühne, Werkstätten und Publikumsbereichen.
- Das denkmalgeschützte Krankenhaus am Sund an der Großen Parower Straße, das zwischen 2007 und 2011 einen Erweiterungsbau erhielt.
- Die Schiffbauhalle und weitere Hallen auf dem Volkswerft-Gelände, in denen Schiffe repariert und Stahl bearbeitet wird.
Heißarbeiten in Werft und Metallbau
Im Gewerbepark Volkswerft wird geschweißt, gebrannt und beschichtet. Strela Shiprepair setzt Schiffe über den Lift in die große Halle, Premator arbeitet in Hallen für Korrosionsschutz und Beschichtung, und 2024 wurde das frühere Forschungsschiff Stubnitz auf dem Gelände instand gesetzt. Arbeiten an Rümpfen, Tanks und Aufbauten finden oft in engen Räumen statt, in denen Wärme sich durch Stahl weiterleitet.
Eine Brandwache achtet hier nicht nur auf die Schweißstelle, sondern auch auf angrenzende Räume, Kabeltrassen und Dämmmaterial auf der anderen Seite der Wand. Nach dem Ende der Arbeiten bleibt sie so lange, wie der Erlaubnisschein vorgibt, und prüft die Stelle anschließend erneut.
Auch Ostseestaal verarbeitet in einer früheren Werkhalle Stahl, Edelstahl und Aluminium. Wo in Produktionshallen umgebaut, eine Anlage versetzt oder ein Dach repariert wird, entstehen Heißarbeiten außerhalb des normalen Betriebs, oft am Wochenende, wenn die eigene Belegschaft nicht da ist. Genau dann fehlt jemand, der den Bereich kennt. Wir weisen unsere Kraft deshalb vorher in Hallenplan, Fluchtwege und Absperrventile ein.
Ablauf einer Brandsicherheitswache
Grundlage ist der Erlaubnisschein für feuergefährliche Arbeiten, den der Auftraggeber oder sein Sachversicherer ausstellt. Wir prüfen vor Arbeitsbeginn, ob brennbare Stoffe entfernt oder abgedeckt sind, wo die Löschmittel stehen und wie der nächste Melder oder Notruf erreichbar ist.
Während der Arbeit bleibt unsere Kraft an der Gefahrenstelle und beobachtet Funkenflug, Rauch und Erwärmung. Danach folgt die Nachkontrolle in festgelegten Abständen. Für Veranstaltungen im Theater oder in anderen Versammlungsstätten stimmen wir Posten und Laufwege mit dem Betreiber ab.
- Prüfung des Arbeitsbereichs vor Beginn
- Wache an der Gefahrenstelle während der Arbeit
- Löschbereitschaft mit den Mitteln vor Ort
- Nachkontrolle nach Vorgabe des Erlaubnisscheins
- Protokoll mit Uhrzeiten für Auftraggeber und Versicherer
Organisation und Qualifikation
Stralsund gehört zu unserer Kernregion Nord. Ein Büro in der Stadt gibt es nicht, geplant wird aus unserem Personalstamm mit Hauptsitz in Neumünster. Für Betriebe mit Arbeiten auch in Greifswald oder Barth stellen wir einen gemeinsamen Ansprechpartner.
Unsere Kräfte sind nach § 34a GewO unterrichtet oder sachkundegeprüft und werden vor jedem Einsatz in die Löschmittel vor Ort eingewiesen; das Unternehmen ist nach ISO 9001 und DIN 77200 zertifiziert. Mehr zur Leistung steht unter Brandwachen, die Stadt im Überblick unter Sicherheitsdienst Stralsund.
Kosten einer Brandwache
Brandwachen werden nach Einsatzstunden abgerechnet, einschließlich der Nachkontrolle. Der Richtwert liegt bei 23 bis 50 € netto je Stunde; höher fällt er aus, wenn Arbeiten in die Nacht oder ins Wochenende fallen, wenn mehrere Stellen gleichzeitig bewacht werden oder sehr kurzfristig angefragt wird.
Bei längeren Sanierungen an Kirchen oder Hallen lohnt sich eine feste Planung über mehrere Wochen. Dann bleibt dieselbe Kraft am Objekt und kennt Wege und Löschmittel.


