Bauen auf alten Industrieflächen
In Lünen wird selten auf der grünen Wiese gebaut. Viele Flächen tragen Spuren von Bergbau und Schwerindustrie: Die Zeche Victoria lag nahe der Lippe, die Schachtanlage Minister Achenbach in Brambauer, das Steag-Kraftwerk in Lippholthausen. Wo sie verschwunden sind, entstehen Kliniken, Gewerbe und Wohnungen. Dazu kommen Bergsenkungen, die in Teilen der Stadt Sanierungen an Straßen und Leitungen nach sich ziehen.
Solche Baustellen haben eines gemeinsam: Sie liegen oft am Rand bewohnter Gebiete, sind groß und schwer einzuzäunen und bleiben über Monate offen. Kupferkabel, Baustahl, Werkzeug und Kraftstoff sind dort leichte Beute, wenn abends niemand nachsieht.
Aktuelle Baustellen und Bauflächen
Diese Vorhaben zeigen, wo in Lünen gebaut wird:
- Victoriabrache – das Land baut auf dem Gelände der früheren Zeche Victoria I/II eine forensische Klinik mit 150 Behandlungsplätzen und acht Gebäuden, Richtfest im Oktober 2025, Fertigstellung für 2026 geplant
- Ehemaliges Kraftwerk Lünen in Lippholthausen – nach den Sprengungen 2020/21 werden 37 Hektar für neue Betriebe hergerichtet
- Baugebiet an der Sedanstraße und Baugebiet an Kamener Straße und Kreuzstraße in der Erschließung
- Gahmener Straße zwischen Zum Gewerbepark und Am Mahlbach – Versorgungsleitungen für ein Neubaugebiet
- Kupferstraße – Kanalbau und Abbiegespur Richtung Gahmen ab Oktober 2026
- Markgrafen- und Roonstraße sowie Ahorn- und Ulmenstraße – Erneuerung von Kanal, Leitungen und Fahrbahn
Für die Internationale Gartenausstellung 2027 sind außerdem neue Wege und eine Landschaftsbrücke zwischen Seepark, Preußenhafen und den Halden Victoria 1 und 2 geplant.
Was auf diesen Baustellen schiefgehen kann
Auf einem Klinikneubau mit mehreren Gebäuden ist der Innenausbau die heikle Phase. Kabel, Rohre, Sanitärteile und Haustechnik stehen in Rohbauten, die noch nicht abschließbar sind. Hier gehen unsere Kräfte die Gebäude von innen ab, prüfen provisorische Türen und Bauzäune und halten fest, ob über Nacht etwas fehlt.
Auf großen Brachen wie dem früheren Kraftwerksgelände ist die Fläche selbst das Problem. Zäune werden aufgeschnitten, Container aufgebrochen, Fahrzeuge fahren über Nebenwege ein. Wir setzen hier auf Runden zu wechselnden Zeiten und die Kontrolle aller Zufahrten. In Baugebieten und an Straßenbaustellen mitten im Wohngebiet geht es dagegen oft um Kleinmaterial, Baumaschinen und Absperrungen, die nachts verstellt werden.
Bei Leitungsbau für Strom, Wasser, Fernwärme und Glasfaser, wie ihn die Stadt derzeit an vielen Straßen ankündigt, wandert die Baustelle mit. Kabeltrommeln und Rohre liegen jeden Abend an einer anderen Stelle, offene Gruben müssen gesichert bleiben. Wir stimmen die Runde deshalb jede Woche mit der Bauleitung neu ab und prüfen bei jeder Kontrolle, ob Abdeckungen, Gitter und Beleuchtung an den Gruben noch an ihrem Platz sind.
Wachzeiten, Zufahrten und Bericht
Bewacht wird meist dann, wenn die Baustelle ruht: abends, nachts, an Wochenenden und an Feiertagen. Tagsüber übernehmen wir auf Wunsch die Zufahrtskontrolle, gleichen Fahrzeuge mit der Liste der zugelassenen Firmen ab und halten fest, wer das Gelände betritt.
Jede Schicht endet mit einem kurzen Bericht für Bauleitung oder Bauherrn: Kontrollzeiten, Auffälligkeiten, Fotos von Schäden am Zaun oder an Material. Bei einem Einbruch verständigen wir die Polizei und Ihre Bauleitung und sichern den Bereich bis zur Übergabe. Mehr zur Leistung insgesamt lesen Sie unter Baustellenbewachung.
Vorhabenbezogen geplant
Lünen gehört nicht zu unserer Kernregion Nord, in Nordrhein-Westfalen haben wir kein eigenes Büro. Wir prüfen daher für jedes Bauvorhaben, ob wir die Wachzeiten über die gesamte Bauzeit mit eigenem Personal und Vertretung besetzen können. Ist das der Fall, bekommen Sie einen festen Ansprechpartner, der auch Änderungen im Bauablauf in die Dienstanweisung einarbeitet, etwa wenn ein neuer Bauabschnitt beginnt.
Unsere Kräfte haben mindestens die Unterrichtung nach § 34a GewO, wir sind nach ISO 9001 und DIN 77200 zertifiziert. Über die Stadt insgesamt informiert die Seite Sicherheitsdienst Lünen, zur Nachbarstadt im Süden unter Dortmund.
Kosten der Baustellenbewachung
Wir rechnen mit einem Richtwert von 23 bis 50 € netto je Stunde. Für Baustellen ist entscheidend, ob ein fester Posten nötig ist oder ob Runden reichen, wie viele Nacht- und Wochenendstunden anfallen und wie lange das Projekt läuft. Eine kleine Straßenbaustelle mit zwei Kontrollen pro Nacht ist günstiger als ein Klinikneubau mit Doppelbesetzung. Nach einer Begehung bekommen Sie ein Angebot, das Wachzeiten und Aufgaben einzeln ausweist. Wie wir landesweit vorgehen, steht unter Baustellenbewachung in Nordrhein-Westfalen.


