Zwei Stadtbrände in der Chronik
Am 6. November 1512 zerstörte ein Feuer fast alle Gebäude Lünens, 1550 brannten noch einmal 107 Häuser. Im Zweiten Weltkrieg wurden mehr als 2.600 Häuser zerstört. Was heute an altem Bestand steht, ist deshalb kostbar und zugleich empfindlich: Dachstühle aus Holz, Decken mit Balkenlagen, Fachwerk aus dem 17. Jahrhundert.
Daneben ist Lünen eine Industriestadt, in der Metall geschmolzen, Glas geformt und Kohle verbrannt wird. In beiden Welten fallen Arbeiten an, bei denen Funken, Schweißperlen oder heiße Teile ein Feuer auslösen können, oft an Stellen, die man später nicht mehr sieht: hinter Verkleidungen, in Hohlräumen, unter Dämmung.
Wo in Lünen Brandwachen gebraucht werden
Diese Gebäude und Anlagen stehen für die Bandbreite:
- Evangelische Stadtkirche St. Georg – spätgotische Hallenkirche, 1366 vollendet
- St. Marien – neugotische Basilika mit einem Gnadenbild aus der Zeit um 1260
- Fachwerkhäuser in der Altstadt, darunter Roggenmarkt 3 aus dem Jahr 1600
- Schloss Schwansbell im Volkspark und die Villa Urbahn, Sitz des Museums
- Heinz-Hilpert-Theater, 1958 nach Plänen von Gerhard Graubner eröffnet und denkmalgeschützt, sowie der Hansesaal
- Industrieanlagen mit Heißarbeiten bei Wartung und Revision: Kupferrecycling bei Aurubis, Wirbelschicht- und Biomasseanlagen im Lippewerk, das Glaswerk von Ardagh und das Kraftwerk am Stummhafen
Hinzu kommen Neubauten im Innenausbau, etwa die Klinik auf der Victoriabrache, und Leitungsbau wie die Fernwärmearbeiten an der Schulz-Gahmen-Straße.
Altbau und Denkmal: Feuer, das man nicht sieht
In Kirchen und Fachwerkhäusern ist Holz überall: im Dachwerk, in Emporen, in den Gefachen. Wird dort gelötet, etwa an Kupferdach oder Dachrinne, oder werden Stahlteile getrennt, kann ein Funke in eine Fuge fallen und dort stundenlang glimmen. Unsere Brandwache bleibt während der Arbeit neben dem Handwerker, hält einen geeigneten Löscher bereit und deckt brennbare Teile ab, wo das abgesprochen ist. Nach Arbeitsende kontrolliert sie die Umgebung in festgelegten Abständen weiter, auch auf der Rückseite von Wänden und eine Etage tiefer.
Im Theater kommen Bühnenbauten, Vorhänge und Technik dazu. Bei Aufbauten mit Schweiß- oder Schleifarbeiten achten wir auf Abstände zu Dekoration und Kabeln und darauf, dass Rettungswege frei bleiben.
Ähnlich sorgfältig muss in Bauten der Nachkriegsmoderne gearbeitet werden, von denen Lünen einige bekannte besitzt: die Geschwister-Scholl-Gesamtschule von Hans Scharoun und das Gymnasium Altlünen von Harald Deilmann. Werden dort Fenster, Dächer oder Haustechnik erneuert, liegen hinter Verkleidungen oft Dämmstoffe und Hohlräume, die eine Nachkontrolle über mehrere Stunden sinnvoll machen. Bei Schulen kommt hinzu, dass solche Arbeiten meist in die Ferien fallen, wenn das Gebäude sonst leer steht und ein Brand lange unbemerkt bliebe.
Industrie: Revision mit vielen Gewerken
In einem Kupferwerk, einer Glashütte oder einem Kraftwerk werden bei Stillständen oft viele Heißarbeiten gleichzeitig ausgeführt. Grundlage ist der Erlaubnisschein Ihres Betriebs. Wir prüfen vor Beginn, ob die dort genannten Maßnahmen umgesetzt sind, bleiben während der Arbeit am Ort und übernehmen die Nachkontrolle, bevor der Bereich freigegeben wird. Eine Wärmebildkamera setzen wir ein, wenn Sie eine bereitstellen.
Unsere Kräfte werden vor dem Einsatz vor Ort in Ihre Löschmittel, Alarmwege und Sammelplätze eingewiesen. Jede Brandwache endet mit einem Eintrag, wann gearbeitet wurde, wann kontrolliert wurde und was dabei aufgefallen ist. Mehr zur Leistung lesen Sie unter Brandwachen.
Vorhabenbezogen und mit festem Ansprechpartner
Lünen liegt außerhalb unserer Kernregion Nord, in Nordrhein-Westfalen haben wir kein Büro. Brandwachen sind häufig kurzfristig gefragt, wenn eine Arbeit ansteht. Wir sagen ehrlich, ob wir den gewünschten Termin mit eigenem Personal besetzen können, und sagen erst dann zu. Für längere Sanierungen oder Revisionen planen wir ein festes Team mit einem Ansprechpartner, der die Absprachen mit Bauleitung und Sicherheitsfachkraft führt.
Die Kräfte haben mindestens die Unterrichtung nach § 34a GewO, wir sind nach ISO 9001 und DIN 77200 zertifiziert. Über die Stadt informiert Sicherheitsdienst Lünen.
Was eine Brandwache in Lünen kostet
Als Richtwert gelten 23 bis 50 € netto je Stunde. Eine Brandwache dauert meist so lange wie die Heißarbeit plus die Nachkontrolle, die je nach Vorgabe Ihres Erlaubnisscheins eine oder mehrere Stunden umfassen kann. Fallen Arbeiten in die Nacht oder auf Wochenenden, wie bei vielen Revisionen, steigt der Satz. Für eine Kirchensanierung über Wochen rechnen wir anders als für einen einzelnen Nachmittag am Dach. Wie wir im ganzen Land arbeiten, beschreibt Brandwache in Nordrhein-Westfalen.


