Bauen im Bestand: warum Baustellen in Nordrhein-Westfalen gefährdet sind
Nordrhein-Westfalen hat eines der dichtesten Autobahn- und Schienennetze Europas, und viele seiner Brücken stammen aus den 1960er- und 1970er-Jahren. Entsprechend groß ist der Umfang an Ersatzneubauten, Fahrbahnerneuerungen und Bahnausbau. Gleichzeitig entstehen auf früheren Zechen-, Hütten- und Bahnflächen neue Stadtquartiere mit Tausenden Wohnungen. Für Bauunternehmen bedeutet das: viele parallel laufende Großbaustellen, oft mitten in dicht besiedelten Städten.
Gerade dort, wo Wohngebiete, Straßen und Baufelder unmittelbar aneinandergrenzen, ist das Risiko für Diebstahl von Kupferkabeln, Baustahl, Kraftstoff und Werkzeug hoch. Hinzu kommen Graffiti, Brandstiftung an Containern und Jugendliche, die abends auf Kräne oder Gerüste klettern. Eine bewachte Baustelle schützt deshalb nicht nur Material, sondern senkt auch das Haftungsrisiko des Bauherrn.
Großprojekte, an denen Bewachungsbedarf typisch ist
Die folgenden Vorhaben zeigen, welche Art Baustelle in Nordrhein-Westfalen Schutz braucht. Wir nennen sie als Beispiele für das Bauumfeld im Land; wir behaupten damit keine Beauftragung.
- Ersatzneubau der Leverkusener Rheinbrücke der A1 mit dem zweiten Brückenteil nach Abriss der alten Brücke
- Neubau der Rheinbrücke Duisburg-Neuenkamp im Zuge der A40
- Talbrücken an der Sauerlandlinie A45, darunter die Rahmede-Talbrücke bei Lüdenscheid
- Ausbau der Strecken für den Rhein-Ruhr-Express zwischen Köln, Düsseldorf und Dortmund
- Deutzer Hafen in Köln, wo auf rund 37 Hektar ein neues Stadtquartier entsteht
- 6-Seen-Wedau in Duisburg auf dem früheren Rangierbahnhof mit mehreren Wohnbaufeldern
- Entwicklungsfläche Essen 51 auf früherem Krupp-Industriegelände nordwestlich der Essener Innenstadt
- Laufende Erneuerungen von Autobahnbrücken im Netz der Autobahn Westfalen
Bei Brückenbaustellen in Leverkusen oder Lüdenscheid stehen Geräte und Stahlbauteile im Fokus, bei Quartiersbaustellen in Duisburg eher Container, Rohbauten und angelieferte Haustechnik.
Innenstadt, Autobahn, Tal: drei Baustellentypen im Land
Innerstädtische Baustellen im Rheinland und im Ruhrgebiet sind eng, oft nur über eine Zufahrt erreichbar und von Wohnhäusern umgeben. Dort zählen Zufahrtskontrolle am Tag, damit nur angemeldete Lieferungen hineinkommen, und eine ruhige Präsenz in der Nacht, die Anwohner nicht stört.
Autobahn- und Brückenbaustellen sind lang gezogen, liegen teilweise im Wald oder über Tälern und haben mehrere Lagerflächen. Hier arbeiten wir mit Streifen entlang der Baustelleneinrichtung und festen Punkten an Materiallagern. Im Sauerland und in der Eifel kommen lange Anfahrten und wechselnde Witterung hinzu; Unterkünfte und Ablösungen planen wir daher vor Beginn. Bei Bahnbaustellen gelten zusätzlich die Sicherheitsregeln des Netzbetreibers, die nur mit entsprechend unterwiesenem Personal betreten werden dürfen – solche Aufgaben übernehmen wir nur, wenn die Unterweisung geklärt ist.
Ablauf: wie wir eine Baustelle in Nordrhein-Westfalen übernehmen
Weil Nordrhein-Westfalen außerhalb unserer Kernregion im Norden liegt, arbeiten wir hier vorhabenbezogen. Vor einer Zusage klären wir mit Ihnen Bauzeit, Bauphasen, Zugänge und die Frage, ob nur nachts und am Wochenende oder rund um die Uhr bewacht werden soll. Danach prüfen wir, ob wir Personal für die gesamte Laufzeit inklusive Urlaubs- und Krankheitsvertretung stellen können.
Kommt der Auftrag zustande, erhalten Sie einen festen Ansprechpartner. Das Team wird vom Bauleiter eingewiesen: Baustelleneinrichtungsplan, Lagerplätze, gefährliche Bereiche, Notfallnummern. Jede Schicht wird dokumentiert, Auffälligkeiten mit Foto festgehalten und sofort gemeldet. Ändert sich die Baustelle mit dem Bauablauf, passen wir Rundgänge und Posten an.
- Abstimmung von Bauzeit, Phasen und Bewachungszeiten
- Prüfung von Personal, Anreise und Vertretung über die gesamte Laufzeit
- Einweisung durch die Bauleitung vor dem ersten Dienst
- Schichtberichte mit Fotodokumentation
- Anpassung der Rundgänge bei jedem Bauabschnitt
Sicherheitsregeln auf der Baustelle und Qualifikation
Auf der Baustelle gelten für unsere Einsatzkräfte dieselben Arbeitsschutzregeln wie für alle anderen: persönliche Schutzausrüstung, Unterweisung nach den Vorgaben der Berufsgenossenschaft und die Baustellenordnung des Generalunternehmers. Gerüste und Kranbahnen betreten sie nicht ohne Freigabe.
Alle Kräfte haben mindestens die Unterrichtung nach § 34a der Gewerbeordnung. Unser Unternehmen ist nach ISO 9001 und DIN 77200 zertifiziert. Auf Wunsch ergänzen wir die Bewachung um mobile Videotürme oder Beleuchtung, die der Bauherr oder ein Fachbetrieb stellt.
Was Bauherren vor dem Start bereitlegen sollten
Eine Bewachung wirkt nur so gut wie die Baustelle es zulässt. Ein stabiler Bauzaun ohne Lücken, abschließbare Container, eine ausreichende Beleuchtung der Lagerflächen und ein klarer Plan, wo Geräte über Nacht abgestellt werden, machen die Arbeit der Wache deutlich wirksamer. Hilfreich ist auch eine aktuelle Geräteliste mit Seriennummern, damit bei einem Verlust sofort feststeht, was fehlt.
Wir bitten außerdem um eine Liste der Firmen und Personen, die die Baustelle außerhalb der regulären Arbeitszeit betreten dürfen, etwa für Betonagen in der Nacht, Schwertransporte oder Notdienste der Versorger. So kann die Wache zwischen berechtigtem Zutritt und einem Eindringling unterscheiden, ohne jedes Mal den Bauleiter anrufen zu müssen. Und schließlich klären wir, wen wir bei einem Vorfall zuerst erreichen sollen und ab wann die Polizei gerufen wird.
- lückenloser Bauzaun und abschließbare Tore
- beleuchtete Lager- und Abstellflächen
- Geräteliste mit Seriennummern
- Zutrittsliste für Arbeiten außerhalb der Regelzeit
- Rufkette für Vorfälle in der Nacht
Kosten der Baustellenbewachung
Wir rechnen mit einem Richtwert von 23 bis 50 € netto je Stunde. Für Baustellen ist oft die Kombination aus Nachtwache unter der Woche und durchgehender Bewachung am Wochenende wirtschaftlich. Den Ausschlag geben Größe und Lage der Baustelle, Zahl der Lagerflächen, Laufzeit und Anreiseaufwand.
Bei sehr langen Bauzeiten lohnt es sich, Bewachungsumfang und Technik in Abständen zu überprüfen – etwa wenn der Rohbau abgeschlossen ist und wertvolle Haustechnik angeliefert wird.


