Bausubstanz mit Geschichte
Die Altstadt von Boppard gehört zum UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal. Viele ihrer Bauten tragen Holz in Dachstühlen, Decken und Fachwerk, das Jahrhunderte alt ist. Werden an solchen Gebäuden Dachrinnen gelötet, Bleche geschweißt oder Leitungen getrennt, reicht ein Funke in einer Fuge, um später unbemerkt einen Schwelbrand auszulösen.
Eine Brandwache beobachtet die Arbeiten, hält Löschmittel bereit und kontrolliert nach dem Ende die Umgebung über die im Erlaubnisschein festgelegte Zeit. Die folgenden Gebäude zeigen, wie viel Geschichte in Boppard auf engem Raum steht:
- St. Severus: Türme aus der Mitte des 12. Jahrhunderts, 1237 geweiht, Spitzhelme seit dem frühen 17. Jahrhundert; ein Vorgängerbau brannte im 10. Jahrhundert ab
- Kurfürstliche Burg: Zollhaus 1497 abgebrannt, nach einem weiteren Brand 1499 erneuert, heute Museum nach einer Sanierung von 2009 bis 2015
- Kloster Marienberg: in der Nacht zum 10. März 1738 großenteils ausgebrannt, im selben Jahr barock wiederaufgebaut
- Karmeliterkloster, seit 1976 Sitz der Stadtverwaltung
- Stadtbefestigung und Reste des spätrömischen Kastells Baudobriga
Kirchen und Denkmäler: ruhig, aber gründlich
St. Severus wurde zuletzt von 2010 bis 2011 innen restauriert, die Außenhaut in den späten 1990er Jahren. Solche Arbeiten kehren in Abständen wieder, ebenso Reparaturen an Dächern, Turmhelmen und Blitzschutz. In Kirchen und Museen kommen empfindliche Ausstattung, Orgeln und Exponate hinzu, die bei einem Brand nicht ersetzbar wären.
Unsere Kräfte werden vor Ort in die Gegebenheiten eingewiesen: Lage der Löschmittel, Fluchtwege, Zugänge zu Dachboden und Turm. Sie beobachten die Heißarbeiten, prüfen danach Hohlräume, Balkenauflager und angrenzende Räume und halten die Nachbeobachtung schriftlich fest.
Ein besonderer Fall ist Kloster Marienberg. Der große Barockbau stand nach dem Auszug der Ursulinen 1981 überwiegend leer, wechselte mehrfach den Besitzer und sollte nach Plänen von 2018 zu Wohnungen umgebaut werden. Bei einem Gebäude, dessen Zustand als schlecht beschrieben wird, sind Sicherungs- und Umbauarbeiten mit Trennschleifer oder Brenner besonders heikel: Alte Hölzer sind trocken, Hohlräume unübersichtlich, und in leeren Räumen bemerkt niemand frühzeitig Rauch.
In solchen Häusern kontrollieren wir nach dem Ende der Arbeiten nicht nur den unmittelbaren Arbeitsbereich, sondern auch die Räume darüber und daneben, denn Glut wandert in Zwischendecken und Schächten weiter. Jede Kontrolle wird mit Uhrzeit festgehalten.
Werkhallen im Hellerwald
Im Industriegebiet Hellerwald wird Maschinenbau betrieben, und in Werkhallen dieser Art sind Schweiß- und Trennarbeiten Alltag. Eine Brandwache wird dort vor allem dann gebraucht, wenn außerhalb der dafür eingerichteten Arbeitsplätze gearbeitet wird: bei Umbauten, Hallenerweiterungen, Reparaturen an Dach und Lüftung oder Arbeiten von Fremdfirmen.
Wir stellen für die Dauer der Arbeiten eine Kraft, die nur diese Aufgabe hat, und übernehmen die Nachbeobachtung, oft über das Schichtende hinaus. Wenn Ihr Brandschutzbeauftragter einen Erlaubnisschein ausstellt, richten wir uns genau nach dessen Vorgaben.
Feste, Säle und Feuerwerk
Auch Veranstaltungen können eine Brandwache erfordern, etwa wenn in der Stadthalle mit offenem Feuer oder Pyrotechnik gearbeitet wird oder Bühnenaufbauten einen besonderen Schutz brauchen. Was im Einzelfall vorgeschrieben ist, legen Behörde und Betreiber fest.
Wir ergänzen dort, wo der Veranstalter Personal braucht, das Brandschutzaufgaben neben der Feuerwehr übernimmt: freie Fluchtwege, Kontrolle von Notausgängen, Beobachtung von Bereichen mit Brandlast. Für die Freiwillige Feuerwehr Boppard, deren Löschzug 1875 gegründet wurde, ist das keine Konkurrenz, sondern Entlastung.
Vorhabenbezogene Planung
Wir haben kein Büro in Rheinland-Pfalz; unser Hauptsitz ist Neumünster, Niederlassungen gibt es in Berlin und Bremen. Brandwachen in Boppard übernehmen wir, wenn Termin und Dauer feststehen und die Besetzung gesichert ist. Für kurzfristige Arbeiten sagen wir nur zu, wenn wir es auch halten können.
Die Kräfte sind nach § 34a GewO unterrichtet und werden auf Ihr Objekt eingewiesen. Wir sind nach ISO 9001 und DIN 77200 zertifiziert. Wie wir landesweit arbeiten, zeigt die Seite Brandwache in Rheinland-Pfalz, Weiteres zur Stadt die Seite Sicherheitsdienst in Boppard.
Was eine Brandwache kostet
Als Richtwert gelten 23 bis 50 € netto je Stunde. Bei Brandwachen zählt neben der Arbeitszeit die Nachbeobachtung, die je nach Erlaubnisschein eine oder mehrere Stunden dauern kann. Arbeiten am Abend, in der Nacht oder am Wochenende, wenn der Betrieb ruht, liegen höher.
Wer Heißarbeiten bündelt, statt sie über viele Tage zu verteilen, spart Anfahrten und Rüstzeiten. Das stimmen wir gern vorher mit Ihrem Bauleiter oder Handwerksbetrieb ab.


