Warum Feuer im Wohnquartier besondere Vorsicht verlangt
Lüssum-Bockhorn ist vor allem Wohngebiet. Im Zentrum prägen Zeilenbauten und Punkthochhäuser aus den 1960er und 1970er Jahren das Bild, am Rand stehen Ein- und Reihenhäuser. Bricht bei Bauarbeiten in einem mehrgeschossigen Haus ein Feuer aus, sind schnell viele Haushalte betroffen, Treppenhäuser verrauchen und Rettungswege werden knapp.
Darum lohnt sich bei Schweiß-, Schneid- und Trennarbeiten eine eigene Kraft, die nichts anderes tut, als auf Brandgefahren zu achten. Die Handwerker konzentrieren sich auf ihre Arbeit, die Brandwache auf Funken, Glutnester und Rauch. Dieser Zuschnitt gilt für Sanierungen in Wohnanlagen ebenso wie für Arbeiten an öffentlichen Gebäuden.
Gebäude, an denen Heißarbeiten anfallen
Die folgende Übersicht nennt Bauwerke im Ortsteil, an denen bei Dach-, Leitungs- oder Technikarbeiten typischerweise mit offener Flamme oder Funkenflug gearbeitet wird. Es handelt sich um Beispiele, nicht um Auftraggeber:
- das Hochhaus mit 15 Geschossen an der Bürgermeister-Kürten-Straße
- die Wohnblöcke rund um Lüssumer Heide und Lüssumer Ring, die bis 1999 grundlegend saniert wurden
- die Kirche Am Himmelskamp in Bockhorn, 1959 geweiht und von Jan Noltenius entworfen
- die Lüssumer Kirche von 1973 nach Plänen von Carsten Schröck mit dem Gemeindehaus am Neuenkirchener Weg
- die Schule am Pürschweg, 1951 errichtet und 1957 sowie 1961 erweitert
- das Haus der Zukunft an der Lüssumer Heide, 1997 eröffnet und heute Sitz des Quartiersbüros
Ältere Kirchen und Schulbauten haben oft Holzdachstühle, verdeckte Hohlräume und nachträglich verlegte Leitungen. Ein Funke, der dort unbemerkt in einen Zwischenraum fällt, kann noch Stunden später zum Brand führen.
Was die Brandwache während der Arbeit tut
Vor Beginn geht unsere Kraft gemeinsam mit dem verantwortlichen Handwerker den Arbeitsbereich ab. Brennbares wird entfernt oder abgedeckt, Öffnungen in Wänden und Decken werden verschlossen, Feuerlöscher und gegebenenfalls Löschdecke stehen griffbereit. Dabei wird auch geklärt, wo der nächste Rauchmelder liegt, ob eine Brandmeldeanlage abgeschaltet werden muss und wer sie danach wieder in Betrieb nimmt.
Während der Heißarbeit beobachtet die Brandwache den Funkenflug, auch auf der Rückseite von Wänden und in darunterliegenden Geschossen. Sie greift ein, wenn sich Dämmung, Holz oder Staub entzünden, und löst bei einem Entstehungsbrand den Notruf aus. Ein Wechsel zu anderen Aufgaben ist in dieser Zeit ausgeschlossen.
Nachkontrolle nach Feierabend
Die meisten Brände nach Heißarbeiten entstehen nicht während, sondern nach der Arbeit, wenn das Gerät längst abgebaut ist. Deshalb bleibt die Brandwache für die im Erlaubnisschein festgelegte Dauer im Anschluss vor Ort, kontrolliert die Stelle mehrfach und tastet verdächtige Bereiche ab. Erst danach wird der Bereich freigegeben und die Freigabe schriftlich festgehalten.
Fallen die Arbeiten in den späten Nachmittag oder werden sie bei laufendem Schulbetrieb auf den Abend gelegt, reicht diese Nachkontrolle bis in die Nacht. Von unserem Einsatzgebiet im Bremer Norden aus, etwa aus Blumenthal, lässt sich eine solche Verlängerung auch kurzfristig besetzen.
Brandsicherheit bei Veranstaltungen im Ortsteil
Neben Bauarbeiten gibt es Anlässe, bei denen Veranstalter eine zusätzliche Kraft für den Brandschutz einplanen: Aufführungen in einer Schulaula, Konzerte in einer Kirche, Feste in einer Turnhalle wie der des Lüssumer Turnvereins am Bockhorner Weg. Hier achtet die Brandwache darauf, dass Notausgänge frei bleiben, Dekorationen und Kerzen kein Risiko darstellen und im Ernstfall die Räumung geordnet beginnt.
Ob für eine Veranstaltung eine Brandsicherheitswache der Feuerwehr vorgeschrieben ist, entscheidet die zuständige Behörde. Unsere Kräfte ergänzen sie, ersetzen sie aber nicht. Alle sind nach § 34a GewO unterrichtet oder sachkundegeprüft und in der Bedienung von Feuerlöschern unterwiesen. Allgemeines zur Leistung finden Sie unter Brandwachen, einen Überblick über das Land unter Brandwache Bremen.
Kosten zwischen Kurzeinsatz und Nachtschicht
Für eine Brandwache in Lüssum-Bockhorn gilt ein Richtwert von 23 bis 50 € netto je Stunde. Den Ausschlag geben die Länge der Heißarbeit, die Dauer der Nachkontrolle und die Tageszeit: Reicht die Überwachung in die Nacht oder auf ein Wochenende, liegt das Angebot höher im Rahmen als bei einem kurzen Einsatz am Vormittag.
Bei mehrtägigen Arbeiten, zum Beispiel an einem Kirchendach oder in den Technikräumen eines Hochhauses, planen wir feste Zeiten pro Tag und stimmen sie mit dem Bauablauf ab. Mehr zum Ortsteil lesen Sie unter Sicherheitsdienst Lüssum-Bockhorn.


