Altbau, wohin man sieht
Um 1900 war die Östliche Vorstadt nahezu vollständig bebaut, und die Bombenangriffe des Zweiten Weltkriegs haben hier nur wenig zerstört. Viele Häuser sind deshalb weit über hundert Jahre alt: schmale Bremer Häuser mit Holzbalkendecken, Villen am Osterdeich aus dem 19. Jahrhundert, historische Klinikbauten am Hulsberg. Wer in solchen Gebäuden schweißt, trennt, lötet oder Dachbahnen verflammt, arbeitet in der Nähe von trockenem Holz, alten Dämmstoffen und verborgenen Hohlräumen.
Eine Brandwache beobachtet während der Arbeiten den Funkenflug, hält Löschmittel bereit und kontrolliert danach die Umgebung. Gerade in alten Konstruktionen ist die Nachkontrolle entscheidend, weil sich Glutnester in Zwischendecken oder hinter Verkleidungen oft erst nach einiger Zeit bemerkbar machen.
Gebäude mit erhöhtem Brandrisiko bei Heißarbeiten
Im Stadtteil stehen zahlreiche Gebäude, bei denen Heißarbeiten besondere Vorsicht verlangen:
- die denkmalgeschützten Klinikbauten im Neuen Hulsberg-Viertel: Alte HNO von 1847 bis 1851, Chirurgisches Krankenhaus von 1889/90, Neues Medizinisches Krankenhaus von 1927 bis 1929 und Alte Pathologie
- Villen am Osterdeich wie Villa Büsing von 1863, Villa Frerichs von 1882 bis 1884 oder Villa Wolde von 1896 bis 1898
- Kirchen wie die Friedenskirche an der Humboldtstraße und die Alt-Hastedter Kirche von 1862 an der Bennigsenstraße
- das Weserstadion mit Tribünen, Logen und rund 16.000 Quadratmetern Photovoltaik an Dach und Fassade
- Versammlungsstätten wie das Bürgerhaus Weserterrassen und die Villa Sponte am Osterdeich
Hinzu kommen die vielen Bremer Häuser, in denen bei Dachsanierungen und dem Austausch von Leitungen regelmäßig geschweißt und gelötet wird. Die Häuser stehen Wand an Wand, oft mit gemeinsamen Brandwänden und Dachrinnen. Ein Feuer im Dach eines Hauses kann so schnell auf die Nachbarn übergreifen. Deshalb beziehen wir bei Arbeiten an der Dachkante oder an der Traufe auch die angrenzenden Dächer in die Beobachtung und die Nachkontrolle ein, soweit sie zugänglich sind.
So läuft eine Brandwache bei uns ab
Vor Beginn der Arbeiten gehen wir mit dem ausführenden Betrieb den Arbeitsbereich durch: Wo fliegen Funken hin, welche Öffnungen führen in Nachbarräume oder Zwischendecken, wo stehen Feuerlöscher und Löschdecken, wie läuft der Fluchtweg. Brennbares Material in der Nähe wird nach Möglichkeit entfernt oder abgedeckt, bevor die erste Flamme brennt.
Während der Arbeiten steht die Brandwache am Arbeitsplatz und beobachtet ausschließlich den Funkenflug. Sie hat Löschmittel griffbereit und unterbricht die Arbeit, wenn etwas zu glimmen beginnt. Nach Abschluss bleiben wir für die vereinbarte Nachkontrolle vor Ort und prüfen auch Räume darunter, darüber und daneben.
Bei Veranstaltungen und beim Auf- und Abbau von Bühnen übernehmen wir zusätzlich das Freihalten von Rettungswegen und Notausgängen sowie die Kontrolle von Kabeln, Scheinwerfern und Dekoration auf offensichtliche Brandgefahren.
Planung über die Niederlassung Bremen
Bremen gehört zu unserer Kernregion Nord. Brandwachen in der Östlichen Vorstadt planen wir über unsere Niederlassung Bremen mit eigenem Personal. Bei mehrtägigen Arbeiten stellen wir möglichst dieselben Kräfte, die den Bau bereits kennen. Kurzfristige Einsätze sind nach Absprache möglich, weil Heißarbeiten oft erst wenige Tage vorher feststehen.
Bauherren mit Vorhaben in benachbarten Stadtteilen wie Bremen-Mitte oder Schwachhausen können diese mit uns gemeinsam planen. Mehr über den Stadtteil lesen Sie unter Sicherheitsdienst Bremen-Östliche Vorstadt.
Qualifikation und Nachweise
Unsere Kräfte haben mindestens die Unterrichtung nach § 34a GewO und sind im Umgang mit Feuerlöschern und Löschdecken unterwiesen. Auf Wunsch setzen wir ausgebildete Brandschutzhelfer ein. Unsere Abläufe sind nach ISO 9001 und DIN 77200 zertifiziert. Beginn und Ende der Arbeiten, Nachkontrolle und Befunde werden schriftlich festgehalten. Mehr zur Leistung lesen Sie unter Brandwachen.
Was eine Brandwache kostet
Als Richtwert gelten 23 bis 50 € netto je Stunde. Der Aufwand richtet sich nach der Dauer der Heißarbeiten und der Nachkontrolle, die bei Altbauten oft länger angesetzt wird. Arbeiten am Abend, in der Nacht oder am Wochenende, wie sie bei Umbauten im laufenden Klinik- oder Stadionbetrieb vorkommen, liegen höher als Einsätze tagsüber an Werktagen. Sie erhalten ein Angebot, das Arbeitszeit, Nachkontrolle und Zuschläge getrennt ausweist.


