Warum Heißarbeiten in Marl besondere Sorgfalt brauchen
Marl verbindet zwei Bautraditionen, die bei Schweiß-, Schneid- und Trennarbeiten jeweils eigene Fragen aufwerfen. Auf der einen Seite steht die Industrie: Im Chemiepark laufen rund 100 Anlagen, verbunden durch ein internes Rohrleitungsnetz von etwa 1.200 Kilometern. Bei Revisionen und Umbauten wird dort geschweißt und geschnitten, oft in der Nähe von Leitungen und Lagern mit brennbaren Stoffen. Der Standort hat eine eigene Werkfeuerwehr, die Heißarbeiten selbst entlastet das aber nicht von der Pflicht zur Brandwache.
Auf der anderen Seite stehen die Bauten der Nachkriegszeit, für die Marl bekannt ist: das Rathaus von van den Broek und Bakema, die Scharounschule, das Theater von 1953, Kirchen der 1950er-Jahre und Siedlungen wie die Bereitschaftssiedlung an der Hiberniastraße. Viele davon stehen unter Denkmalschutz und werden gerade saniert oder umgebaut. In solchen Gebäuden stecken Hohlräume, Dämmstoffe und Verkleidungen, in denen sich Glut unbemerkt halten kann.
Wo in Marl Brandwachen gebraucht werden
Typische Einsatzorte für Brandsicherheitswachen bei Heißarbeiten in Marl:
- Anlagen und Rohrbrücken im Chemiepark während Stillständen und Umbauten
- die Rathaussanierung am Creiler Platz mit Arbeiten an Fassaden, Dach und Haustechnik
- das künftige Kulturzentrum Marschall 66 an der Kampstraße, eine Schule der Nachkriegsmoderne im Umbau
- das denkmalgeschützte Fördergerüst über Schacht 4 von Auguste Victoria mit Bergbaumuseum
- Kirchen wie St. Georg in Alt-Marl aus den Jahren 1856 bis 1859 oder die Erlöserkirche in Brassert
- die Kohlenmischhalle auf gate.ruhr, die erhalten bleibt und Photovoltaik tragen soll
Hinzu kommen Logistikhallen und Gewerbebetriebe, in denen bei Umbauten Stahlträger getrennt oder Dachbahnen mit dem Brenner verlegt werden.
Ablauf einer Brandwache
Grundlage ist Ihr Erlaubnisschein für feuergefährliche Arbeiten. Darin stehen Ort, Art der Arbeit, die geforderten Löschmittel und die Dauer der Nachkontrolle. Vor Beginn sieht sich unsere Kraft den Arbeitsbereich an, prüft, ob brennbares Material entfernt oder abgedeckt ist, ob Öffnungen in Wänden und Decken verschlossen sind und wo der nächste Feuerlöscher und der Notausgang liegen. In die Löschmittel vor Ort wird sie vor dem Einsatz eingewiesen.
Während der Arbeit beobachtet die Brandwache Funkenflug und angrenzende Bereiche, auch auf der Rückseite von Wänden und in darunterliegenden Geschossen. Nach Ende der Heißarbeiten bleibt sie so lange, wie der Erlaubnisschein es vorschreibt, und prüft Fugen, Kabeldurchführungen und Dämmung von Hand auf Wärme. Erst danach wird der Bereich übergeben. Den Ablauf halten wir mit Uhrzeiten im Bericht fest.
Vorhabenbezogen ohne Büro in Nordrhein-Westfalen
Wir arbeiten von Neumünster aus und haben Niederlassungen in Berlin und Bremen, ein Büro in Nordrhein-Westfalen haben wir nicht. Brandwachen in Marl stellen wir deshalb vorhabenbezogen. Am besten passt das bei geplanten Arbeiten mit bekanntem Termin, etwa einem Stillstand oder einem Bauabschnitt, weniger bei Einsätzen, die erst am Vorabend feststehen.
Unsere Kräfte sind nach § 34a GewO unterrichtet und werden in die Gefahren Ihres Arbeitsbereichs eingewiesen. In Industrieanlagen gelten Ihre Regeln zu Schutzausrüstung und Zündquellen auch für uns. Rund um die Uhr erreichen Sie uns unter +49 4321 78 33 590. Mehr zur Leistung lesen Sie unter Brandwachen, für das Land unter Brandwache in Nordrhein-Westfalen und zur Stadt unter Sicherheitsdienst Marl.
Alte Mühlen, junge Denkmäler
Die Bandbreite der Gebäude reicht in Marl weit zurück. Die Wassermühle in Alt-Marl am Volkspark wird 1514 erstmals erwähnt und dient heute als Heimatmuseum, das Ackerbürgerhaus in Polsum stammt von 1729. Daneben stehen Bauten, die erst nach dem Krieg entstanden und trotzdem schon Denkmal sind: die Herz-Jesu-Kirche in Hüls von 1958/59, die Erlöserkirche in Brassert von Otto Bartning und der Sitzungstrakt des Rathauses mit seinem Faltwerk aus Spannbeton.
Bei alten Holzbalken und Fachwerk zieht Glut tief ins Material, bei Bauten der 1950er- und 1960er-Jahre sind es eher Leichtbauwände, abgehängte Decken und Schächte. Beides verlangt eine Nachkontrolle, die nicht an der sichtbaren Oberfläche stehen bleibt.
Kosten für eine Brandwache in Marl
Brandwachen rechnen wir nach Stunden ab, der Richtwert liegt bei 23 bis 50 € netto je Stunde. Ins Gewicht fallen vor allem Arbeiten, die abends oder nachts stattfinden, weil der Betrieb tagsüber nicht ruhen darf, und die Länge der Nachkontrolle nach dem letzten Schweißpunkt.
Bei Stillständen mit vielen Arbeitsstellen gleichzeitig planen wir mehrere Brandwachen und einen Ansprechpartner, der die Einsätze mit Ihrer Arbeitsvorbereitung abstimmt. Die Stunden weisen wir je Arbeitsstelle aus.


