Wann eine Brandwache nötig wird
Eine Brandwache wird immer dann gebraucht, wenn bei Arbeiten ein Brand entstehen kann, der nicht sofort bemerkt würde. Das gilt für Schweißen, Trennschleifen, Löten und das Verlegen von Dachbahnen mit offener Flamme. Funken fliegen weit, Hitze leitet sich durch Stahl und Mauerwerk, und Glut kann in Holz, Dämmung oder Staub stundenlang unbemerkt bleiben. Häufig verlangt der Erlaubnisschein für Heißarbeiten oder der Versicherer eine Brandwache während der Arbeiten und eine Nachkontrolle danach.
Ein zweiter Anlass ist der Ausfall oder die Abschaltung einer Brandmeldeanlage. Wird sie für einen Umbau außer Betrieb genommen, muss die Überwachung auf andere Weise sichergestellt werden, solange das Gebäude genutzt wird.
Gebäude in Rüdersdorf mit erhöhtem Risiko
Die Denkmalliste der Gemeinde zeigt, wie viel alte Bausubstanz in den vier Ortsteilen steht. Bei Arbeiten mit Hitze verdienen diese Bauten besondere Aufmerksamkeit:
- die Hoffnungskirche an der Karl-Liebknecht-Straße, im Kern aus dem 13. Jahrhundert, aus Feldsteinen gebaut und 1718 und 1790 erweitert
- die Dorfkirche Kalkberge an der Hans-Striegelski-Straße, 1869 bis 1873 nach Entwurf von Friedrich August Stüler errichtet, mit Orgel von 1964
- die Dorfkirche Lichtenow, ein spätgotischer Feldsteinbau von 1499 mit historischer Orgel, dessen Dachstuhl bei der Restaurierung 2006 bis 2008 erneuert wurde
- die Hennickendorfer Mühle an der Mühlenstraße, 1798 als Walkmühle errichtet, 1848 abgebrannt und zehn Jahre später wieder aufgebaut
- das Alte Bergamt an der Heinitzstraße aus den Jahren 1670 bis 1680 mit Stall und Remise
- die Kalkscheune mit Grundmauern von 1665 und das Bohlenbinderhaus von 1817 im Museumspark, letzteres mit einer besonderen Dachkonstruktion aus Holz
In solchen Gebäuden stecken trockene Balken, Holzdecken, Orgeln und Ausstattung, die nicht ersetzt werden können. Ein Funke, der in eine Fuge fällt, kann sich dort lange halten.
Das Kulturhaus als Baustelle mit Brandschutzauftrag
Das Kulturhaus Martin Andersen Nexö am Kalkberger Platz wird denkmalgerecht saniert und brandschutztechnisch ertüchtigt. Geplant sind unter anderem ein zweiter Rettungsweg, eine Brandwand bis unter die Dachhaut, die Ertüchtigung der Sprühnebelanlage im Bühnenbereich, Trockensteigleitungen und eine Brandalarmierungsanlage. Dazu kommen neue Dachbeläge mit Photovoltaik und die Erneuerung der Elektro- und Fernmeldetechnik. Die Innenarbeiten sollen bis Ende 2030 dauern.
Gerade während eines solchen Umbaus ist der Brandschutz am schwächsten: Alte Anlagen sind abgebaut, neue noch nicht in Betrieb, und gleichzeitig wird geschweißt, getrennt und gedämmt. Eine Brandwache überbrückt diese Phase, beobachtet die Arbeitsbereiche und kontrolliert nach Feierabend Dachraum, Bühne und Hohlräume.
Heißarbeiten in Industrie und Gewerbe
Auch in den Betrieben an der B 1/5 fallen regelmäßig Heißarbeiten an: an Silos, Förderbändern und Rohrleitungen im Bereich des Zementwerks, an Stahlbauten im Betonwerk an der Frankfurter Chaussee oder bei Umbauten in Hallen des Industrieparks Herzfelde. In staubiger Umgebung und bei Lagerung brennbarer Materialien ist das Risiko eines verschleppten Brandes hoch. Unsere Kräfte überwachen den Arbeitsbereich, halten die bereitgestellten Löschmittel griffbereit und kontrollieren nach Ende der Arbeiten angrenzende Räume und Ebenen.
Wir arbeiten dabei nach den Vorgaben Ihres Betriebs und Ihres Erlaubnisscheins und werden vor Ort in Löschmittel, Fluchtwege und Meldewege eingewiesen.
Organisation aus der Kernregion
Rüdersdorf liegt in unserer Kernregion Nord. Vor Ort haben wir kein Büro; die Einsätze plant unsere Zweigniederlassung Berlin, Aroser Allee 81, mit Kräften aus dem eigenen Personalstamm. Alle haben mindestens die Unterrichtung nach § 34a GewO. Wir sind nach ISO 9001 und DIN 77200 zertifiziert und rund um die Uhr unter +49 4321 78 33 590 erreichbar. Im Ernstfall alarmieren unsere Kräfte sofort die Feuerwehr und überbrücken die Zeit bis zu ihrem Eintreffen.
Mehr zur Gemeinde lesen Sie unter Sicherheitsdienst Rüdersdorf bei Berlin, zur Leistung unter Brandwachen und für das ganze Land unter Brandwache in Brandenburg.
Kosten für eine Brandwache
Wir kalkulieren Brandwachen mit einem Richtwert von 23 bis 50 € netto je Stunde. Entscheidend sind die Dauer der Heißarbeiten und die Länge der Nachkontrolle, die bei Holzbauten und Hohlräumen deutlich länger sein sollte als bei einer Stahlhalle. Enden die Arbeiten am späten Nachmittag, reicht die Nachkontrolle oft in den Abend hinein. Bei der Überbrückung einer abgeschalteten Brandmeldeanlage zählen Nutzungszeiten des Gebäudes und Dauer der Abschaltung.


