Alte Bausubstanz mit Brandgeschichte
Der Dom St. Peter und Paul, im Kern ein Bau des 11. Jahrhunderts, brannte 1429. Im selben Jahr beschädigten die Hussiten die befestigte Anlage, 1644 folgten schwere Schäden im Dreißigjährigen Krieg. Herzog Moritz ließ an ihrer Stelle ab 1657 das barocke Schloss Moritzburg errichten und den Dom zur Schlosskapelle umbauen. 1982 stürzte ein Vierungspfeiler ein und beschädigte das gotische Gewölbe schwer, erst nach der Wende wurde der Dom bis 2004 wiederhergestellt. Das Schloss selbst wurde von 1990 bis 2004 umfassend saniert.
Dazu kommen das Alte Rathaus, das Gewandhaus am Altmarkt mit seinem Glockenspiel, die Michaeliskirche, das Franziskanerkloster, das Albrechtsche Palais von 1782/83 und Bürgerhäuser wie das Baenschhaus in der Rahnestraße, dessen Holz auf die Zeit um 1565 datiert wird. In solchen Gebäuden liegt trockenes Holz in Dachstühlen und Zwischendecken, oft schwer zugänglich und schlecht einsehbar.
Aktuelle Arbeiten mit Brandgefahr
An der Brikettfabrik Herrmannschacht, seit 1961 Denkmal und Teil der Europäischen Route der Industriekultur, werden bis Ende 2027 Heizhaus und Nebengebäude saniert. Am Umgebindehaus in Kayna stehen Dach- und Heizungsarbeiten an, an Grundschule Stadtmitte und Sekundarschule III wird der Brandschutz erneuert. Bei solchen Vorhaben fallen typische Heißarbeiten an:
- Löten und Schweißen an Dachrinnen, Blechverwahrungen und Leitungen, oft direkt über altem Gebälk
- Flämmen von Dachbahnen auf Flachdächern und Anbauten
- Trennschleifen von Stahlträgern und Rohren
- Arbeiten an Heizungsanlagen in Kellern und Heizhäusern
- Durchbrüche für Kabel und Leitungen durch Holzbalkendecken
In Denkmälern kommt hinzu, dass Glut lange unentdeckt bleiben kann. Ein Funke, der in eine Fuge zwischen Mauerwerk und Balken fällt, schwelt unter Umständen erst Stunden später sichtbar weiter. Deshalb ist die Nachkontrolle hier mindestens so wichtig wie die Wache während der Arbeit.
Industrie: Revision und Umbau
Auch in der Industrie werden Heißarbeiten regelmäßig nötig. Im Südzucker-Werk an der Albrechtstraße laufen Zuckerfabrik, Weizenstärke- und Bioethanolanlage; Reparaturen an Rohrleitungen und Behältern werden gern in die Zeit gelegt, in der die Rübenkampagne ruht. Im Chemie- und Industriepark Zeitz in Elsteraue arbeiten Betriebe mit brennbaren Stoffen wie Grundölen, Wachsen und Klebstoffen. Dort geben der Betreiber und sein Erlaubnisschein für feuergefährliche Arbeiten vor, wo der Brandposten steht und wie lange nachkontrolliert wird.
Wir richten uns nach diesem Erlaubnisschein und nach den Vorgaben Ihrer Fachkraft für Arbeitssicherheit. Unsere Kräfte werden vor dem Einsatz in die Löschmittel vor Ort eingewiesen und kennen die Fluchtwege und Meldestellen des Geländes.
Ablauf einer Brandwache
Vor Beginn sehen wir uns den Arbeitsbereich an: Was liegt in der Nähe, wohin können Funken fallen, welche Öffnungen führen in Nachbarräume? Während der Arbeiten steht der Brandposten mit Löschmittel in Reichweite und beobachtet auch die Rückseite von Wänden und Decken. Nach Ende der Arbeiten bleibt er für die vereinbarte Zeit, prüft Fugen, Balken und Dämmung von Hand und meldet jede Wärmestelle sofort. Eine Wärmebildkamera setzen wir ein, wenn Sie eine bereitstellen.
Fällt eine Brandmeldeanlage während einer Sanierung zeitweise aus, kann eine Brandwache mit Rundgängen die Zeit bis zur Wiederinbetriebnahme überbrücken. Das stimmen wir mit Ihrem Brandschutzbeauftragten ab. Allgemeines zur Leistung finden Sie unter Brandwachen.
Vorhabenbezogen in Zeitz
Sachsen-Anhalt liegt außerhalb unserer Kernregion Nord, ein Büro im Land haben wir nicht. Brandwachen in Zeitz übernehmen wir vorhabenbezogen, am besten mit etwas Planungsvorlauf, weil wir die Besetzung vor der Zusage prüfen. Unsere Kräfte haben mindestens die Unterrichtung nach § 34a GewO, wir sind nach ISO 9001 zertifiziert und arbeiten nach DIN 77200. Sie erreichen uns rund um die Uhr unter +49 4321 78 33 590. Weitere Informationen zur Stadt stehen unter Sicherheitsdienst Zeitz, die Übersicht für das Land unter Brandwache in Sachsen-Anhalt.
Kosten einer Brandwache
Die Brandwache wird nach Stunden berechnet, der Richtwert liegt bei 23 bis 50 € netto je Stunde. Entscheidend ist die Nachkontrolle: Endet die Arbeit am späten Nachmittag, reicht die Wache oft bis in den Abend, bei Arbeiten an Holzkonstruktionen auch länger. Nachtstunden und Wochenenden, wie sie bei Revisionen im Werk üblich sind, liegen am oberen Ende der Spanne.


