Warum ein Revier in St. Pauli anders läuft
Ein Revierdienst lebt davon, mehrere Objekte auf einer Runde zu verbinden. In St. Pauli liegen diese Objekte ungewöhnlich dicht: Auf etwa 2,3 Quadratkilometern drängen sich Kiez, Wohnquartiere, Messe, Stadion und Hafenkante. Die Fahrtzeit zwischen zwei Kontrollen ist kurz, die Zeit für den Weg durch den Verkehr aber oft länger als gedacht, besonders in Nächten am Wochenende.
Dazu kommt, dass die belebteste Zeit des Stadtteils mitten in der Nacht liegt. Ein Kontrollplan, der nur nach Uhrzeit verteilt ist, verfehlt die Stunden, in denen ein Ladengeschäft oder ein Hinterhof wirklich gefährdet ist. Wir planen die Runden daher nach den Zeiten, in denen Bars schließen, Gäste nach Hause gehen und die Straßen wieder leer werden.
Eine Runde durch den Stadtteil
So kann eine typische Revierrunde aussehen; Reihenfolge und Zeiten wechseln, damit niemand die Kontrollen vorhersagen kann:
- Reeperbahn vom Millerntorplatz bis zum Nobistor – rund 930 Meter mit Clubs, Hotels und Geschäften
- Hans-Albers-Platz, Hamburger Berg und Große Freiheit – Bars und Lokale, die tagsüber geschlossen sind
- Bernhard-Nocht-Straße und Antonipark am Elbhochufer – Wohnhäuser und Institutsgebäude über der Hafenkante
- Budapester Straße und Neuer Kamp – Ladenflächen rund um die Rindermarkthalle und das Stadion
- Karolinenviertel mit Marktstraße und Karolinenstraße – kleine Geschäfte, Ateliers und Wohnprojekte
Verschlusskontrolle, Alarmverfolgung und Schlüsseldienst
Am Abend prüfen wir, ob Türen, Rolltore und Fenster geschlossen sind, ob Licht ausgeschaltet ist und ob Notausgänge frei bleiben. In der Nacht folgen weitere Kontrollen zu wechselnden Zeiten, auf Wunsch mit Innenbegehung. Jeder Kontrollpunkt wird elektronisch erfasst, damit Sie später sehen, wann wer wo war.
Löst eine Einbruch- oder Störmeldeanlage aus, fährt eine Interventionskraft zum Objekt, prüft die Außenhaut, betritt das Gebäude mit dem hinterlegten Schlüssel und verständigt bei einem Einbruch die Polizei. Für Fehlalarme, etwa durch einen offenen Zugang oder eine Störung der Kühlung, informieren wir Ihre Ansprechperson nach der vereinbarten Meldekette. Schlüssel verwahren wir in einem gesicherten Depot und geben sie nur gegen Nachweis heraus.
Was im Kiez besonders zu beachten ist
Auf der Reeperbahn und in angrenzenden Straßen gilt seit 2007 ein Waffenverbot, seit 2009 ein Glasflaschenverbot. Unsere Kräfte setzen diese Regeln nicht selbst durch, das ist Sache der Polizei. Für Ihr Objekt heißt es aber: Eingangsbereiche, Hinterhöfe und Lieferzonen sind nachts belebt, und neben Einbrüchen spielen Sachbeschädigungen und zugestellte Eingänge eine Rolle.
Zusätzlicher Andrang entsteht durch feste Termine: Heimspiele im Millerntor-Stadion, die Domwochen auf dem Heiligengeistfeld, den St. Pauli Nachtmarkt am Mittwoch auf dem Spielbudenplatz und das Reeperbahn Festival im September. Für diese Zeiten verdichten wir die Kontrollen, ohne die Grundrunde aufzugeben.
Kunden mit Objekten in den benachbarten Quartieren können diese in dieselbe Runde aufnehmen, zum Beispiel in der HafenCity oder in Altona.
Personal und Planung
Geplant wird der Revierdienst aus unserem Hauptsitz in Neumünster; ein eigenes Büro in Hamburg haben wir nicht. Die Fahrer und Interventionskräfte für St. Pauli werden fest eingeteilt, kennen die Objekte und die Wege zwischen ihnen. Alle sind nach § 34a GewO unterrichtet oder haben die Sachkundeprüfung abgelegt, unsere Abläufe richten sich nach DIN 77200 und ISO 9001.
Unsere Einsatzleitung ist rund um die Uhr unter +49 4321 78 33 590 erreichbar. Nach jeder Nacht liegen die Kontrollberichte vor, Auffälligkeiten melden wir sofort. Einen Überblick über Reviere in anderen Hamburger Stadtteilen gibt die Seite Revierdienst Hamburg.
Was ein Revierdienst in St. Pauli kostet
Für den Revierdienst rechnen wir mit einem Richtwert von 23 bis 50 € netto je Stunde, umgelegt auf die Zahl der Kontrollen. Weil eine Runde mehrere Objekte verbindet, zahlen Sie nur den Anteil, der auf Ihr Haus entfällt.
Entscheidend sind die Zahl der Kontrollen pro Nacht, die Dauer einer Innenbegehung und der Anteil an Wochenend- und Feiertagsnächten. Alarmverfolgung wird je Einsatz abgerechnet und im Bericht mit Uhrzeit und Ergebnis nachgewiesen.


