Bauen in einem Stadtteil ohne Pause
In St. Pauli gibt es kaum freie Flächen. Neue Gebäude entstehen meist dort, wo vorher etwas abgerissen wurde, und fast immer in direkter Nachbarschaft zu Wohnhäusern, Gastronomie und Clubs. Eine Baustelle steht hier nicht in einem ruhigen Gewerbegebiet, sondern an Straßen, auf denen am Wochenende bis in den Morgen Betrieb ist.
Für die Baustellenbewachung heißt das: Die Gefahr kommt seltener von gezielten Materialdieben mit Lkw als von Neugierigen, Feiernden und Menschen, die einen geschützten Platz für die Nacht suchen. Zugleich bleibt Diebstahl von Werkzeug, Kabeln und Kleingeräten ein Thema, weil die Wege zur Baustelle kurz und belebt sind.
Die Kiezkante am Spielbudenplatz
Das größte laufende Bauvorhaben im Stadtteil entsteht auf dem Gelände der früheren Esso-Häuser zwischen Spielbudenplatz, Taubenstraße und Kastanienallee. Die Plattenbauten aus den 1960er Jahren wurden Ende 2013 geräumt und 2014 abgerissen, danach lag die Fläche jahrelang brach. Im November 2024 übernahmen die städtische SAGA und der Projektentwickler Quantum das Grundstück.
Anfang 2026 begann der Bau des Quartiers, das heute Kiezkante heißt; Ende April 2026 war der symbolische Spatenstich. Vorgesehen sind geförderte Wohnungen, ein Hotel, eine Kita und Gewerbeflächen, die Fertigstellung ist für 2029 angekündigt. Eine Baustelle dieser Größe direkt an der Reeperbahn braucht über Jahre eine verlässliche Sicherung der Zufahrten, der Baugrube und später der Rohbauten.
Weitere Bauaufgaben im Stadtteil
Neben dem Neubau prägen Umbau und Sanierung den Stadtteil. Typische Lagen sind:
- Gründerzeithäuser im Karolinenviertel, das seit Jahrzehnten schrittweise erneuert wird – Dach-, Fassaden- und Innenausbau bei laufender Nutzung
- Denkmalgeschützte Bauten wie die Rindermarkthalle oder der Hochbunker Feldstraße, bei denen Umbauten in Teilbereichen und bei laufendem Betrieb anfallen
- Ladenlokale und Gastronomieflächen an Reeperbahn, Hamburger Berg und Großer Freiheit, die zwischen zwei Mietern ausgebaut werden
- Hafennahe Bauten an der Bernhard-Nocht-Straße und den Landungsbrücken, wo Baustelleneinrichtung und Fußgängerverkehr nebeneinander liegen
Wie lange solche Vorhaben dauern können, zeigt der Grüne Bunker: Die Aufstockung um fünf Geschosse begann 2019 und wurde erst im Juli 2024 eröffnet.
So sichern wir Ihre Baustelle
Je nach Bauphase setzen wir eine feste Wache am Tor ein, gehen den Bauzaun in wechselnden Abständen ab oder kombinieren beides. Wir prüfen Schlösser an Containern und Lagern, achten auf geöffnete oder umgedrückte Zaunfelder, sichern Leitern und Gerüstaufgänge gegen Hochklettern und halten Zufahrten frei.
Morgens übergeben wir die Baustelle an Bauleitung oder Polier, abends übernehmen wir sie. Anlieferungen außerhalb der Arbeitszeit nehmen wir nach Ihrer Freigabe an und prüfen sie gegen den Lieferschein. Auffälligkeiten, Schäden oder Vorfälle dokumentieren wir mit Foto und Uhrzeit, sodass Sie gegenüber Versicherung und Auftraggeber einen Nachweis haben.
Am Wochenende und in Domwochen ist die Lage rund um den Spielbudenplatz und das Heiligengeistfeld besonders belebt. Für diese Zeiten raten wir zu einer festen Besetzung statt reiner Kontrollgänge.
Personal und Einsatzplanung
Die Planung erfolgt aus unserem Hauptsitz in Neumünster; in Hamburg haben wir kein eigenes Büro. Für Ihre Baustelle planen wir feste Kräfte ein, die das Gelände und die Ansprechpartner kennen. Alle sind nach § 34a GewO unterrichtet oder haben die Sachkundeprüfung abgelegt, unsere Abläufe folgen der DIN 77200, das Qualitätsmanagement ist nach ISO 9001 zertifiziert.
Unsere Einsatzleitung ist rund um die Uhr unter +49 4321 78 33 590 erreichbar. Baustellen in anderen Teilen der Stadt finden Sie unter Baustellenbewachung Hamburg, allgemeine Informationen zum Stadtteil unter Sicherheitsdienst Hamburg-St. Pauli.
Kosten der Baustellenbewachung
Für Baustellenbewachung gilt ein Richtwert von 23 bis 50 € netto je Stunde. Wie viele Stunden anfallen, hängt von der Bauphase ab: Eine offene Baugrube mit Großgerät braucht mehr Aufmerksamkeit als ein verschlossener Rohbau, und Nächte am Wochenende liegen in St. Pauli meist höher als Werktage.
Viele Bauherren beginnen mit einer festen Nachtwache und wechseln später auf Rundgänge, sobald Türen und Fenster eingebaut sind. Sie erhalten nach einer Begehung ein Angebot, das beide Varianten nebeneinander zeigt.


