Ein Industriegleis hat den Osten geprägt
1908 ging die Industriebahn Tegel–Friedrichsfelde in Betrieb, eine Güterstrecke, die Fabriken im Nordosten Berlins an die Eisenbahn anschloss. In Weißensee lag schon ab 1907 eine Güterladestelle. Rund um das Gleis entstand ein Industriegebiet zwischen Pasedagplatz und Roelckestraße. Die Maschinenfabrik Niles verlegte 1920 ihre Fertigung hierher, an der Straße An der Industriebahn baute die Ziehl-Abegg Elektrizitäts-Gesellschaft zwischen 1921 und 1939 ihre Werkshallen.
Das Gleis ist im Ortsteil seit 2005 abgebaut, die Gebäude stehen zu großen Teilen noch und sind teils Baudenkmal. Heute arbeiten dort viele kleinere Betriebe statt eines großen Werks. Für den Werkschutz bedeutet das: weniger Schichtwechsel mit Hunderten Beschäftigten, mehr unterschiedliche Firmen mit eigenen Lieferanten auf einem Gelände.
Gewerbeflächen mit gemeinsamer Zufahrt
Diese Lagen im Ortsteil haben Strukturen, bei denen sich eine geregelte Zufahrt oder ein Pförtner anbietet. Die Liste nennt Orte, keine Kunden:
- Industriegebiet An der Industriebahn mit den denkmalgeschützten Bauten Nr. 12–16 der früheren Ziehl-Abegg-Werke
- Gehringstraße und Neumagener Straße – Hallen der Maschinenfabrik Niles aus den 1920er-Jahren, Gewerbehof Neumagener Straße 56–60
- Liebermannstraße – Gewerbegebiet mit Dienstleistern auf dem Gelände einer früheren Kugellagerfabrik, Gewerbebau am Piesporter Platz
- DGZ-Bürostadt an der Gustav-Adolf-Straße mit Herbert-Bayer- und Johannes-Itten-Straße, einer Privatstraße und einer Außenstelle des Robert-Koch-Instituts
- Lehderstraße – Fabrikgebäude um 1900 und Gewerbehöfe, darunter die Ruthenbergschen Fabrikanlagen
- Rennbahnstraße – Autohäuser und großflächiges Gewerbe, die sich nach 2000 angesiedelt haben
Viele dieser Höfe haben mehrere Eingänge zu Nebenstraßen, Durchfahrten zu Nachbargrundstücken und Hallen, die einzeln vermietet sind. Bevor wir den Dienst beginnen, gehen wir mit der Verwaltung jede Zufahrt ab und legen fest, welche tagsüber offen bleibt, welche nur für Lkw gedacht ist und welche dauerhaft geschlossen wird. Daraus entsteht ein einfacher Lageplan für die Dienstanweisung, den auch eine Vertretung schnell versteht. Ändern sich Mieter oder Lieferzeiten, wird der Plan angepasst und neu ausgegeben.
Torkontrolle für viele kleine Betriebe
Auf einem Hof mit zwanzig Mietern kennt der Pförtner nicht jeden Lieferwagen. Wir arbeiten deshalb mit einer Liste, in die jeder Mieter angekündigte Besucher, Speditionen und Handwerker einträgt. Am Tor gleichen unsere Kräfte Kennzeichen und Firma ab, rufen bei Unklarheit den Empfänger an und notieren Ein- und Ausfahrt.
Autohäuser haben eigene Sorgen: Fahrzeuge stehen nachts im Freien, Räder und Katalysatoren sind begehrt. Hier verbinden wir Torbesetzung am Tag mit Rundgängen über die Stellflächen am Abend. Fremdfirmen auf dem Gelände begleiten wir zu ihrem Arbeitsort, wenn Sie das wünschen, und melden, wann sie wieder abgefahren sind.
In denkmalgeschützten Hallen gelten oft Auflagen, die auch den Werkschutz betreffen, etwa feste Wege für Lieferverkehr oder Bereiche ohne Fahrzeugverkehr. Solche Vorgaben schreiben wir in die Dienstanweisung.
Nach Feierabend: Hallen, Höfe, Dächer
Die alten Industriegebäude haben viele Türen, Rampen und Fenster in Erdgeschosshöhe. Nach Betriebsschluss gehen wir die Hallen außen ab, prüfen Rolltore und Rampen, kontrollieren Feuerwehrzufahrten auf parkende Fahrzeuge und schauen, ob im Hof Material ungesichert liegt. Jeder Punkt der Runde steht mit Uhrzeit im Bericht.
Ist eine Einbruchmeldeanlage auf die Leitstelle Ihres Errichters aufgeschaltet, stimmen wir vorher ab, wie die Meldung an uns weitergegeben wird und wer im Ernstfall Zugang zum Gebäude hat.
Organisation und Nachweise
Den Werkschutz für Weißensee planen wir in unserer Zweigniederlassung an der Aroser Allee 81 in Reinickendorf. Im Ortsteil selbst unterhalten wir kein Büro. Ihr Gelände bekommt eine feste Besetzung, Vertretungen werden vor dem ersten Einsatz eingewiesen. Sie erreichen uns jederzeit unter +49 4321 78 33 590.
Unsere Kräfte sind nach § 34a GewO unterrichtet oder sachkundegeprüft. Wir sind nach ISO 9001 zertifiziert und arbeiten nach DIN 77200. Betriebe mit weiteren Standorten im Nordosten, zum Beispiel in Neu-Hohenschönhausen, können beides gemeinsam beauftragen. Die Lage in der ganzen Stadt beschreibt Werkschutz Berlin.
Was Werkschutz auf einem Gewerbehof kostet
Unser Richtwert für Werkschutz liegt bei 23 bis 50 € netto je Stunde. Ein Pförtner, der werktags von morgens bis zum frühen Abend am Tor steht, liegt eher im unteren Teil der Spanne. Kommen Nachtschichten, Wochenenden oder ein Dauerauftrag mit Besetzung rund um die Uhr hinzu, steigt der Wert.
Für Höfe mit mehreren Mietern ist eine gemeinsame Beauftragung über die Eigentümerin oder Verwaltung üblich. Wir zeigen Tor, Rundgänge und Sonderdienste getrennt, damit sich die Kosten fair umlegen lassen.


