Ein Ortsteil voller alter Dächer und Hallen
Gesundbrunnen hat viel Neubau aus der Sanierungszeit, aber auch eine lange Reihe von Baudenkmälern. Die St.-Pauls-Kirche an der Badstraße wurde 1832 bis 1835 nach einem Entwurf von Karl Friedrich Schinkel gebaut, ihr Campanile kam 1889/90 hinzu. Am Brunnenplatz steht das Amtsgericht von 1901 bis 1906, ein fünfgeschossiger neugotischer Bau. Auf dem früheren AEG-Gelände am Humboldthain sind Hallen von Franz Schwechten und Peter Behrens erhalten, darunter die Halle an der Gustav-Meyer-Allee von 1912.
Solche Gebäude haben Dachstühle aus Holz, Zwischendecken mit Hohlräumen und Leitungen, die über Jahrzehnte nachgerüstet wurden. Bei Schweiß-, Trennschleif-, Löt- oder Dachdeckerarbeiten kann ein Funke dort lange unbemerkt glimmen. Eine Brandwache ist hier oft Teil der Freigabe für Heißarbeiten, die der Auftraggeber oder sein Versicherer verlangt.
Gebäude, an denen Heißarbeiten besondere Vorsicht verlangen
Die Liste nennt Bauten im Ortsteil, bei denen eine Brandwache typischerweise sinnvoll ist. Es sind belegte Beispiele, keine Auftraggeber:
- St.-Pauls-Kirche an der Badstraße – 1945 ausgebrannt, bis 1957 wiederhergestellt, Baudenkmal seit 1971
- Amtsgericht Wedding am Brunnenplatz mit rund 120 Metern Straßenfront
- Lazarus-Ensemble an der Bernauer Straße, begonnen 1865 mit Krankensaal und darüberliegender Kapelle, heute Baudenkmal
- Klinikbauten des Jüdischen Krankenhauses von 1914, heute unter Denkmalschutz
- ExRotaprint mit Gewerbebauten von 1904 und Betontürmen von 1958/59
- Vineta-Grundschule an der Demminer Straße, Schulhaus von 1885 nach Plänen Hermann Blankensteins
Werkstätten, Kliniken, Versammlungsräume
Nicht nur Denkmäler brauchen eine Brandwache. In den alten Fabrikhallen arbeiten heute Werkstätten und technische Betriebe, in denen bei Umbauten Stahlträger geschnitten oder Leitungen gelötet werden. In Krankenhäusern wie dem Jüdischen Krankenhaus oder den DRK Kliniken an der Drontheimer Straße laufen Arbeiten oft in Bereichen, die nicht geräumt werden können, weil Patienten im Haus bleiben.
Auch Räume mit Publikum gehören dazu: Kirchen, in denen gebaut wird, während das Gemeindeleben weitergeht, alte Säle und Clubräume, deren Technik erneuert wird, oder Schulen wie die Vineta-Grundschule, deren Gebäude unter Denkmalschutz steht. Hier gilt es, Arbeitsbereich und genutzte Flächen sauber zu trennen und Fluchtwege jederzeit frei zu halten, solange Menschen im Haus sind.
So läuft die Brandwache ab
Vor Beginn sehen wir uns mit dem ausführenden Betrieb den Arbeitsbereich an: Wo fliegen Funken hin, welche brennbaren Stoffe liegen in der Nähe, wo gibt es Öffnungen in Decken oder Wänden? Wir lassen uns die vorhandenen Löschmittel zeigen und werden vor Ort in ihren Einsatz eingewiesen. Fluchtwege und Melder prüfen wir gemeinsam.
Während der Arbeiten beobachtet die Wache ausschließlich den Gefahrenbereich, auch angrenzende Räume und das Geschoss darunter. Nach Arbeitsende folgt die Nachkontrolle über die vereinbarte Zeit, bei Dachstühlen und Hohlräumen meist deutlich länger als bei offenen Hallen. Bauteile prüfen wir von Hand, mit Wärmebildkamera, wenn Sie eine bereitstellen. Jeder Kontrollgang steht mit Uhrzeit im Bericht.
Entdeckt die Wache Rauch oder Glut, alarmiert sie sofort die Feuerwehr, warnt Personen im Gebäude und beginnt, wenn gefahrlos möglich, mit der Brandbekämpfung.
Planung und Qualifikation
Brandwachen für Gesundbrunnen planen wir aus der Zweigniederlassung Berlin in der Aroser Allee 81 in Reinickendorf; ein Büro im Ortsteil selbst haben wir nicht. Kurzfristige Anfragen nehmen wir rund um die Uhr unter +49 4321 78 33 590 entgegen.
Unsere Kräfte sind nach § 34a GewO unterrichtet oder sachkundegeprüft. Wir arbeiten nach DIN 77200 und sind nach ISO 9001 zertifiziert. Wer im benachbarten Prenzlauer Berg ebenfalls Altbauten saniert, kann dort dieselbe Planung nutzen. Einen Überblick für die ganze Stadt bietet die Seite Brandwache Berlin.
Kosten einer Brandwache
Brandwachen rechnen wir mit einem Richtwert von 23 bis 50 € netto je Stunde ab. Ins Gewicht fällt vor allem die Nachkontrolle: Endet eine Heißarbeit am späten Nachmittag, reicht die Wache oft bis in die Abendstunden, und Nacht- oder Wochenendanteile verschieben den Preis nach oben.
Für einzelne Tage genügt häufig eine Kraft. Bei längeren Sanierungen mit täglichen Heißarbeiten stellen wir feste Wachen, die Gebäude und Gewerke kennen. Nach der Abstimmung mit Ihrem Betrieb erhalten Sie ein Angebot mit Arbeits- und Nachkontrollzeiten.


