Viel Holz, viel Geschichte
Prenzlauer Berg hat mehr als 300 Baudenkmale. Dazu kommt der große Bestand an Gründerzeithäusern aus den Jahren 1871 bis 1914, oft mit Holzbalkendecken, hölzernen Dachstühlen und Hohlräumen hinter Stuck und Verkleidungen. Wird in solchen Häusern ein Dach abgedichtet, eine Gasleitung gelötet oder ein Stahlträger getrennt, kann ein Funke tagelang unbemerkt in einer Zwischendecke glimmen.
Versicherer und Bauherren verlangen deshalb bei feuergefährlichen Arbeiten häufig einen Erlaubnisschein und eine Brandwache, die während der Arbeit danebensteht und anschließend die Nachkontrolle übernimmt. Wie lange diese dauert, legt der Erlaubnisschein fest.
Gebäude, in denen eine Brandwache sinnvoll ist
Die folgenden Bauten im Ortsteil zeigen, wo Heißarbeiten besondere Vorsicht verlangen. Sie sind Beispiele, keine Auftraggeber:
- Kulturbrauerei an der Schönhauser Allee – Backsteinensemble von Franz Schwechten, seit 1974 Denkmal, mit Kino, Kesselhaus und Museum
- Pfefferberg am Senefelderplatz – frühere Brauerei, seit 2017 an der Europäischen Route der Industriekultur
- Wasserturm Prenzlauer Berg an der Knaackstraße – 1877 fertiggestellt, ältester Wasserturm Berlins, heute mit Wohnungen
- Gethsemanekirche an der Stargarder Straße – 1891 bis 1893 nach Plänen von August Orth gebaut, Baudenkmal
- Theater unterm Dach im früheren Verwaltungshaus der Gasanstalt an der Danziger Straße 101
- Bötzow-Areal an der Prenzlauer Allee – denkmalgeschützte Brauereibauten, in denen umgebaut wird
Hallen mit großen Dächern
Eine andere Art von Bauwerk sind die beiden großen Hallen des Ortsteils. Die Max-Schmeling-Halle am Falkplatz liegt zu etwa 70 Prozent in einem Trümmerberg, ihr Dach trägt eine große Solaranlage. Das Velodrom an der Paul-Heyse-Straße ist rund in einen Erdhügel versenkt, sein Stahldach überspannt 115 Meter.
In solchen Hallen fallen bei Umbauten, Wartung an Dach und Technik oder beim Bühnenbau Arbeiten mit Schweißgerät oder Trennscheibe an. Zwischen Kabeltrassen, Dämmung und Bühnenmaterial braucht es dann jemanden, der allein auf Funken und Rauch achtet und nicht nebenbei mitarbeitet.
Ähnlich ist es in kleineren Spielstätten und Kirchen. Im Theater unterm Dach mit seinen 99 Plätzen, in der Kulturbrauerei mit ihren Sälen oder in der Gethsemanekirche mit Orgel und Emporen kann eine Reparatur an Heizung, Lüftung oder Dach Heißarbeiten erfordern. Oft wird dann zwischen zwei Vorstellungen oder Konzerten gearbeitet. Wir stimmen uns mit Haustechnik und Betreiber ab, damit Arbeit, Nachkontrolle und die nächste Nutzung des Raums zeitlich zusammenpassen und niemand einen noch warmen Bereich betritt.
Ablauf einer Brandwache
Vor Beginn sehen sich unsere Kräfte den Arbeitsbereich an: Wo stehen Feuerlöscher und Löschdecken, wo liegen brennbare Stoffe, wohin können Funken durch Ritzen, Schächte oder Deckendurchbrüche fallen. Brennbares wird, wo möglich, entfernt oder abgedeckt. Den Umgang mit den vorhandenen Löschmitteln lassen wir uns vor Ort zeigen.
Während der Arbeit beobachten wir den Funkenflug, auch in angrenzenden Räumen und auf der darunterliegenden Etage. Nach dem Ende bleiben wir für die vereinbarte Nachkontrolle, prüfen Fugen, Balkenköpfe und Dämmung auf Wärme und Geruch und rufen bei einem Brand sofort die Feuerwehr über 112. Eine Wärmebildkamera setzen wir ein, wenn Sie eine bereitstellen.
Beginn, Ende und alle Feststellungen werden schriftlich festgehalten und dem Bauherrn oder Betreiber übergeben.
Organisation und Qualifikation
Brandwachen in Prenzlauer Berg planen wir in unserer Zweigniederlassung an der Aroser Allee 81 in Reinickendorf, ein eigenes Büro im Ortsteil gibt es nicht. Unsere Kräfte sind nach § 34a GewO unterrichtet oder sachkundegeprüft, wir arbeiten nach DIN 77200 und sind nach ISO 9001 zertifiziert. Am Einsatzort werden sie in Gebäude, Fluchtwege und Löschmittel eingewiesen.
Kurzfristige Anfragen nehmen wir rund um die Uhr unter +49 4321 78 33 590 entgegen und sagen Ihnen offen, ob wir den gewünschten Termin besetzen können. Für Arbeiten in den Nachbarortsteilen, etwa in Weißensee, gilt dasselbe. Die Übersicht für die ganze Stadt finden Sie unter Brandwache Berlin.
Kosten einer Brandwache
Der Richtwert liegt bei 23 bis 50 € netto je Stunde. Gezählt wird die Zeit der Arbeiten plus die Nachkontrolle. Weil Heißarbeiten in bewohnten Häusern oft in die Abendstunden oder auf das Wochenende gelegt werden, um Mieter weniger zu stören, liegt der Preis dann eher im oberen Bereich der Spanne.
Sind mehrere Arbeitsstellen im selben Gebäude zu überwachen, kann eine zweite Kraft nötig sein. Das klären wir vorab anhand des Erlaubnisscheins und einer kurzen Begehung.


