Warum Heißarbeiten hier besondere Vorsicht brauchen
Lichterfelde hat einen ungewöhnlich hohen Anteil an alter und geschützter Bausubstanz. Die Villenkolonie stammt aus dem späten 19. Jahrhundert, viele Häuser sind an Fachwerk orientiert und tragen Erker und Türmchen. Daneben stehen Kirchen, Industriedenkmäler und Sportbauten aus den 1920er und 1930er Jahren.
Wird an solchen Gebäuden geschweißt, gelötet, getrennt oder mit offener Flamme abgedichtet, können Funken und Wärme in Hohlräume, Dämmung oder Holzbalken gelangen und dort stundenlang unbemerkt glimmen. Eine Brandwache bleibt deshalb nach Arbeitsende vor Ort und kontrolliert genau diese Stellen.
Objekte mit erhöhtem Brandrisiko
Bei folgenden Bauten und Anlagen in Lichterfelde fallen Heißarbeiten regelmäßig an oder sind wegen Sanierung und Rückbau absehbar:
- Heizkraftwerk Lichterfelde, Ostpreußendamm 61: Abbau der alten Kessel, Nebengebäude und 158 Meter hohen Schornsteine bis 2026 bei laufender neuer Anlage
- Schwimmhalle Finckensteinallee 73: denkmalgeschützter Bau von 1937/38, nach Sanierung 2014 wiedereröffnet
- Früheres Telefunkenwerk: Stahlskelettbauten mit Flachdach und einem neungeschossigen Uhrturm, seit 1995 Denkmal
- Stadion Lichterfelde am Ostpreußendamm: 1929 eröffnet, Denkmal, mit Tribünen und Restaurant
- Dorfkirche Lichterfelde am Hindenburgdamm, umgebaut 1939 bis 1941, und die neugotische Nazareth-Kirche von 1901
- Söhtstraße 7: früheres Gefängnis von 1902 bis 1906, heute Hotel mit Restaurant und Bar
Hinzu kommen große Bauten, deren Wartung über Jahre läuft. Das Große Tropenhaus im Botanischen Garten wurde 1905 bis 1907 errichtet, ist rund 25 Meter hoch und wurde zuletzt 2009 nach einer Sanierung wiedereröffnet. Auch das Amtsgericht Lichterfelde aus den Jahren 1902 bis 1906 gehört zu den Gebäuden, an denen bei Arbeiten an Dach, Heizung oder Leitungen eine Nachkontrolle sinnvoll ist.
Rückbau am Kraftwerk und Arbeiten an der Infrastruktur
Am Heizkraftwerk werden über Jahre gewachsene Anlagen zurückgebaut, während daneben die Gas-und-Dampf-Anlage Strom und Fernwärme für rund 100.000 Haushalte liefert. Bei Trennarbeiten an Stahl, Rohrleitungen und Kesseln entstehen Funkenflug und heiße Schnittkanten in einer Umgebung, die nicht stillstehen darf.
Kabel, Leitungen und Brücken am Teltowkanal gehören zu den empfindlichen Versorgungsanlagen im Südwesten Berlins, gleich neben einem Heizkraftwerk, das Strom und Fernwärme für rund 100.000 Haushalte liefert. Bei Arbeiten in der Nähe von Kabeltrassen achten unsere Kräfte daher besonders auf Hitze und Rauch an Leitungen und Kabelwegen und melden jede Auffälligkeit sofort an die Aufsicht des Betreibers.
Ablauf einer Brandwache
Vor Beginn werden unsere Kräfte vor Ort eingewiesen: Wo wird gearbeitet, wo liegen Hohlräume und brennbare Stoffe, welche Löschmittel stehen bereit, wo ist der nächste Hydrant und wie erreicht die Feuerwehr den Arbeitsbereich? Die Erlaubnis für Heißarbeiten und die Vorgaben Ihres Betriebs nehmen wir als Grundlage.
Nach Ende der Arbeiten bleibt die Brandwache für die vereinbarte Zeit vor Ort, kontrolliert benachbarte Räume, Decken und Wanddurchbrüche auf Wärme, Geruch und Rauch und hält Zufahrten frei. Wenn Sie eine Wärmebildkamera bereitstellen, setzen wir sie dabei ein. Jede Kontrolle steht mit Uhrzeit im Bericht, den die Bauleitung am nächsten Morgen erhält.
Einsatzplanung und Qualifikation
Lichterfelde liegt in unserer Kernregion Nord. Wir planen aus der Zweigniederlassung an der Aroser Allee 81 in Reinickendorf und haben im Ortsteil kein eigenes Büro. Kurzfristige Anfragen prüfen wir sofort und sagen Ihnen offen, ob wir die gewünschte Besetzung stellen können.
Unsere Kräfte haben mindestens die Unterrichtung nach § 34a GewO, wir sind nach ISO 9001 und DIN 77200 zertifiziert und rund um die Uhr unter +49 4321 78 33 590 erreichbar. Mehr zur Leistung in der ganzen Stadt lesen Sie unter Brandwache in Berlin; einen Überblick über den Ortsteil gibt Sicherheitsdienst Lichterfelde.
Kosten einer Brandwache
Eine Brandwache wird nach Stunden abgerechnet, der Richtwert liegt bei 23 bis 50 € netto je Stunde. Weil die Nachkontrolle meist nach Feierabend beginnt, fallen oft Abend-, Nacht- oder Wochenendstunden an, die den Betrag innerhalb dieses Rahmens nach oben verschieben.
Wie lange die Wache bleibt, richtet sich nach der Erlaubnis für die Heißarbeiten und nach Ihrem Versicherer. Wir rechnen mit Ihnen vorher durch, wie viele Stunden je Arbeitstag anfallen, und halten die tatsächlichen Zeiten im Bericht fest.


