Warum nach Heißarbeiten jemand bleiben muss
Beim Schweißen, Trennschleifen, Löten oder beim Abdichten mit offener Flamme fliegen Funken und Schlacke weiter, als man denkt. Sie können in Ritzen, Hohlräumen, Dämmstoffen oder unter Bodenbelägen liegen bleiben und erst nach Stunden einen Brand auslösen. Deshalb sehen Erlaubnisscheine für Heißarbeiten in aller Regel eine Brandwache während der Arbeiten und eine Nachkontrolle danach vor.
Eine Brandwache übernimmt genau diesen Teil: Sie beobachtet den Arbeitsbereich und angrenzende Räume, erkennt Glutnester früh und schlägt Alarm, bevor aus einem Schwelbrand ein Feuer wird.
In Marzahn-Hellersdorf treffen dabei zwei Gebäudewelten aufeinander. Die Werkhallen, Einkaufszentren und Kulturhäuser aus Beton und Stahl haben große Deckenhohlräume, Lüftungskanäle und Kabeltrassen, durch die sich Rauch unbemerkt ausbreiten kann. Die Dorfkerne von Biesdorf, Kaulsdorf und Mahlsdorf mit ihren alten Kirchen und Gutshäusern bringen dagegen trockenes Holz in Dachstühlen mit, das nach Funkenflug lange glimmen kann.
Orte im Bezirk, an denen Heißarbeiten anfallen
Diese Gebäude und Gebiete zeigen, wo im Bezirk mit Schweiß- und Trennarbeiten zu rechnen ist. Sie werden als Ortsbeispiele genannt, nicht als Auftraggeber:
- Werkhallen an der Georg-Knorr-Straße, darunter das denkmalgeschützte Werk aus den Jahren 1940 bis 1942
- Metall- und Handwerksbetriebe im Gewerbegebiet an der Wolfener und Bitterfelder Straße
- Unfallkrankenhaus Berlin in Biesdorf mit Hubschrauberlandeplatz und historischen Bauten unter Denkmalschutz
- Vivantes Klinikum Kaulsdorf mit 483 Betten
- Freizeitforum Marzahn mit Arndt-Bause-Saal, Bibliothek und Schwimmhalle
- Eastgate am Marzahner Tor mit rund 150 Geschäften auf zwei Ebenen
Hinzu kommt das Schloss Biesdorf, das bis 2016 denkmalgerecht saniert wurde und heute als Kunst- und Kulturort genutzt wird. In Altbauten und Denkmalen stecken alte Holzbalken und Hohlräume, in denen Glut besonders lange unentdeckt bleiben kann.
Arbeiten im laufenden Betrieb
In Kliniken, Einkaufszentren und Kulturhäusern lassen sich Umbauten selten in leeren Gebäuden erledigen. Während im Untergeschoss eine Leitung geschweißt wird, sind oben Patienten, Kunden oder Gäste im Haus. Ist die Brandmeldeanlage für den Arbeitsbereich abgeschaltet, muss jemand die Lücke mit eigenen Augen schließen.
Unsere Brandwache stimmt sich deshalb vor Beginn mit der Haustechnik ab: Welche Melder sind abgeschaltet, wann werden sie wieder aktiv, welche Flucht- und Rettungswege führen am Arbeitsbereich vorbei? Wir halten diese Wege frei, beobachten die Arbeiten und bleiben nach ihrem Ende so lange, wie es der Erlaubnisschein vorschreibt.
Für Gäste und Patienten bleibt die Brandwache unauffällig. Sie trägt Dienstkleidung, spricht Personen nur an, wenn sie den Arbeitsbereich betreten wollen, und meldet sich bei der Haustechnik ab, wenn die Nachkontrolle beendet ist.
Ablauf und Einweisung
Vor dem ersten Einsatz werden unsere Kräfte vor Ort eingewiesen: Lage der Feuerlöscher und Wandhydranten, nächster Druckknopfmelder, Sammelplatz, Zufahrt für die Feuerwehr. Während der Arbeiten achten wir darauf, dass brennbares Material entfernt oder abgedeckt ist und dass der Funkenflug nicht in Nachbarräume reicht.
Nach dem Ende der Heißarbeiten kontrollieren wir Fugen, Durchbrüche, Decken und Nachbarräume in festen Abständen. Bemerken wir Rauch, Brandgeruch oder Wärme, alarmieren wir die Feuerwehr, warnen Personen im Umfeld und setzen, wenn gefahrlos möglich, die bereitstehenden Löschmittel ein. Am Ende bestätigen wir die Nachkontrolle schriftlich.
Für Arbeiten im benachbarten Lichtenberg gilt derselbe Ablauf.
Planung und Qualifikation
Brandwachen für Marzahn-Hellersdorf planen wir aus der Zweigniederlassung Berlin in der Aroser Allee 81, Reinickendorf. Ein Büro im Bezirk betreiben wir nicht, unsere Kräfte kommen direkt zum Einsatzort. Kurzfristige Termine sind möglich, wenn die Heißarbeiten früh genug angemeldet werden. Sie erreichen uns rund um die Uhr unter +49 4321 78 33 590.
Unsere Kräfte sind nach § 34a GewO unterrichtet oder sachkundegeprüft. Wir sind nach ISO 9001 zertifiziert und arbeiten nach DIN 77200. Mehr Hintergrund zur Hauptstadt bietet Brandwache Berlin, zum Bezirk insgesamt Sicherheitsdienst Marzahn-Hellersdorf.
Was eine Brandwache kostet
Wir kalkulieren Brandwachen mit dem Richtwert 23 bis 50 € netto je Stunde. Kurze Einsätze am Tag während der Arbeitszeit des Handwerkers liegen eher unten, Nachkontrollen bis tief in die Nacht oder am Wochenende eher oben.
Wie viele Stunden es werden, ergibt sich aus Dauer der Heißarbeiten und der Nachkontrollzeit im Erlaubnisschein. Wiederkehrende Arbeiten, etwa bei einer mehrwöchigen Sanierung, planen wir als Paket mit festen Zeiten.


