Eine Stadt, die das Feuer kennt
Die Siegener Stadtgeschichte ist auch eine Geschichte großer Brände. Im August 1593 zerstörte ein Feuer 25 Wohnhäuser und 15 Scheunen, im April 1695 gingen 252 Häuser und der Nassauische Hof verloren, 1869 brannte der Häuserblock „Klubb“ mit 25 Häusern nieder. Nach jedem dieser Brände wurde die Stadt wieder aufgebaut.
Heute sind es weniger Stadtbrände als einzelne Arbeiten, bei denen ein Feuer entstehen kann: Schweißen an Stahlträgern, Trennschleifen in einer Ofenhalle, Dacharbeiten mit offener Flamme in einem Altbau. Für solche Arbeiten verlangen Versicherer und Betreiber häufig eine Brandwache, die während und nach den Arbeiten aufpasst.
Wo in Siegen Brandwachen anfallen
Typische Einsatzorte in der Stadt:
- Gießereien und Stahlwerke – etwa das Werk Hain von Gontermann-Peipers mit seinen Induktionsöfen oder die Edelstahlbetriebe in Weidenau und Geisweid, in denen bei Instandhaltung geschweißt und gebrannt wird
- Historische Bauten wie das Obere Schloss mit dem Siegerlandmuseum, das Untere Schloss als Universitätsstandort und die Nikolaikirche mit dem Krönchen
- Versammlungsstätten wie die Siegerlandhalle, die Bismarckhalle und das Apollo-Theater, wenn Bühnenbauten, Pyrotechnik oder Umbauten eine Wache erfordern
- Baustellen und Umbauten in Bestandsgebäuden, etwa beim Umzug universitärer Einrichtungen in frühere Kauf- und Möbelhäuser der Innenstadt
- Ausfälle der Brandmeldeanlage, bei denen bis zur Reparatur jemand die Überwachung übernehmen muss
Ablauf einer Brandwache
Vor Beginn lässt sich die Kraft vom Verantwortlichen einweisen: welche Arbeiten anstehen, wo Löschmittel, Rauchmelder und Fluchtwege liegen, wen sie im Ernstfall verständigt. Sie wird vor dem Einsatz in die Löschmittel vor Ort eingewiesen und prüft, ob brennbare Stoffe aus dem Umfeld entfernt oder abgedeckt sind.
Während der Arbeiten beobachtet die Brandwache Funkenflug und Wärmeübertragung, auch in Nachbarräume und Zwischendecken, und hält Fluchtwege frei. Nach Abschluss bleibt sie über die vereinbarte Nachkontrollzeit im Bereich, tastet Bauteile ab und kontrolliert Hohlräume, in denen sich ein Glutnest halten kann. Erst dann wird der Bereich übergeben, die Zeiten stehen im Bericht.
Allgemeine Informationen: Brandwachen.
Ofenhalle oder Schlossdach: worauf es ankommt
In einer Gießerei arbeiten Fremdfirmen oft parallel zu laufender Produktion, in Hitze und Lärm. Die Brandwache muss dort Gefahrenbereiche, Kranwege und betriebliche Alarmzeichen kennen; diese Einweisung ist Pflicht, bevor die erste Schicht beginnt. Häufig fallen solche Arbeiten in Betriebsferien oder am Wochenende, wenn das Werk sonst ruht.
In Schlössern, Kirchen und Museen geht es um Holzkonstruktionen, Dachstühle und wertvolle Ausstattung, die schon ein kleiner Brand unwiederbringlich beschädigt. Hier achten unsere Kräfte besonders auf Zwischendecken und Dachräume und stimmen sich mit Haustechnik und Denkmalpflege über Zugänge ab. In Sälen dagegen zählt bei Veranstaltungen, dass Notausgänge und Feuerwehrzufahrten jederzeit frei sind.
Seit April 2023 hat Siegen eine Berufsfeuerwehr. Bei größeren Vorhaben stimmen wir mit Ihnen ab, ob Vorgaben der Feuerwehr zu beachten sind, etwa zu Zufahrten oder zur Meldung von Arbeiten bei abgeschalteten Meldern. Unsere Kraft kennt die Meldewege und weiß, wo die Feuerwehr anfahren würde, damit im Ernstfall keine Zeit mit Suchen vergeht. Wird eine Brandmeldeanlage für die Arbeiten teilweise abgeschaltet, halten wir Beginn und Ende der Abschaltung fest und gehen den betroffenen Bereich so lange ab, bis die Melder wieder scharf sind.
Organisation außerhalb der Kernregion
Für Nordrhein-Westfalen planen wir nicht aus einem Büro im Land, denn ein solches gibt es nicht. Eine Brandwache in Siegen übernehmen wir vorhabenbezogen, nachdem feststeht, dass wir die Schichten mit eingewiesenen Kräften und Ablösung abdecken können. Bei langen Instandhaltungen planen wir mehrere feste Kräfte ein, damit die Einweisung nicht jeden Tag neu beginnt.
Die Kräfte haben mindestens die Unterrichtung nach § 34a GewO, das Unternehmen ist nach ISO 9001 und DIN 77200 zertifiziert. Wie wir im Land arbeiten: Brandwache in Nordrhein-Westfalen; zur Stadt: Sicherheitsdienst Siegen.
Kosten einer Brandwache in Siegen
Brandwachen werden oft kurzfristig gebraucht und laufen über Nachtstunden oder Wochenenden, wenn der Betrieb ruht. Als Richtwert gilt 23 bis 50 € netto je Stunde; wo die Stunde liegt, hängt besonders am Anteil von Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit, an der Dauer der Nachkontrolle und daran, ob mehrere Bereiche gleichzeitig überwacht werden müssen.
Für wiederkehrende Instandhaltungen in einem Werk lohnt sich eine Rahmenvereinbarung, für einzelne Arbeiten an einem Denkmal ein Einzelangebot. Beides erhalten Sie mit klarer Aufstellung der Stunden.


