Was ein Revierdienst leistet – und wann er in Bayern sinnvoll ist
Ein Revierdienst ist kein dauerhaft besetzter Posten, sondern eine Streife, die mehrere Objekte nacheinander anfährt. Die Einsatzkraft prüft Türen, Tore und Fenster, schaut nach Einbruchsspuren, schaltet Licht oder Anlagen nach Vorgabe, schließt Gebäude ab oder auf und dokumentiert jeden Halt. Ergänzt wird das durch Interventionsfahrten: Löst eine Alarmanlage aus, fährt eine Kraft hin, prüft die Lage und informiert bei Bedarf Polizei, Feuerwehr oder Ihren Bereitschaftsdienst.
Damit sich ein Revierdienst lohnt, müssen genug Objekte in erreichbarer Nähe liegen. In Bayern ist das in Gewerbe- und Hafengebieten der großen Städte eher gegeben als in der Fläche. Weil wir im Freistaat keinen eigenen Standort haben, prüfen wir bei jeder Anfrage, ob sich Ihre Objekte zu einer sinnvollen Tour zusammenfassen lassen oder ob ein anderer Zuschnitt – etwa feste Kontrollzeiten während eines Projekts – besser passt.
Gewerbe-, Hafen- und Logistikflächen mit Bedarf an Kontrollfahrten
Die Beispiele zeigen, wo sich in Bayern viele Betriebe auf engem Raum ballen und nachts oder am Wochenende niemand vor Ort ist. Es sind keine Kunden von uns, sondern typische Gebietsarten, für die Revierstreifen in Frage kommen.
- Güterverkehrszentrum am Hafen Nürnberg am Main-Donau-Kanal mit über 200 angesiedelten Unternehmen
- Lände Roth, eine Kaianlage des Nürnberger Hafens rund 20 km weiter südlich
- Hafen Regensburg mit Westhafen, Ölhafen und Osthafen an der Donau und etwa 90 Unternehmen
- Hafen Aschaffenburg am Main auf der bayerischen Seite des Rhein-Main-Gebiets mit rund 60 Betrieben
- Häfen in Bamberg und Passau, die ebenfalls von bayernhafen betrieben werden
- großes Gewerbegebiet im Münchner Norden zwischen Freimann und Milbertshofen beiderseits der Ingolstädter Straße, rund 215 Hektar mit Großhandel und Fachmärkten
- Augsburg Innovationspark neben der Universität Augsburg mit Technologiezentrum und Forschungsinstituten
- Industriepark Gersthofen nördlich von Augsburg mit Gleisanschluss und mehreren Chemieunternehmen
In Häfen wie in Regensburg oder Aschaffenburg stehen Lagerhallen, Freilager und Umschlaganlagen nebeneinander, die nachts leer sind. Im Münchner Norden prägen Großhandel und Fachmärkte das Bild, in Augsburg eher Technologie- und Chemiebetriebe mit eigenen Schließzeiten.
Touren in Stadt und Fläche richtig zuschneiden
Eine gute Revierstreife hat feste Wege, aber keine vorhersehbaren Zeiten. Wir legen die Reihenfolge der Objekte so fest, dass Fahrzeiten kurz bleiben, und variieren die Kontrollzeitpunkte, damit Unbefugte keine Muster erkennen. In dichten Gebieten wie dem Nürnberger Hafen oder im Gewerbegebiet an der Ingolstädter Straße können mehrere Kontrollen pro Nacht realistisch sein; bei verstreuten Standorten in Niederbayern oder der Oberpfalz sind es eher wenige, dafür gezielte Fahrten.
Bei Alarmverfolgung zählt die Zeit bis zum Eintreffen. Diese Zeit hängt davon ab, wo die Streife gerade ist und wie weit das Objekt entfernt liegt. Eine feste Zusage zur Eintreffzeit geben wir deshalb erst, wenn die Tour steht und wir die Wege kennen. Was wir nicht verlässlich einhalten können, versprechen wir nicht.
Ablauf: von der Objektliste bis zum Kontrollbericht
Unsere Zentrale sitzt in Neumünster, weitere Niederlassungen haben wir in Berlin und Bremen. Ein Revierdienst in Bayern setzt voraus, dass wir dort ein Team dauerhaft binden können. Deshalb beginnt jede Anfrage mit einer Objektliste: Adressen, Art der Gebäude, gewünschte Zahl der Kontrollen, Schlüssel- oder Codeübergabe, vorhandene Alarmtechnik und Ihre Notfallkontakte.
Steht die Tour, werden Schlüssel sicher verwahrt, Kontrollpunkte festgelegt und die Einsatzkräfte eingewiesen. Jede Kontrolle wird mit Uhrzeit und Feststellungen erfasst; Auffälligkeiten wie offene Türen, beschädigte Zäune oder verdächtige Fahrzeuge melden wir sofort. Sie erhalten regelmäßig eine Übersicht der Kontrollen. Unsere Zentrale erreichen Sie unter +49 4321 78 33 590 zu jeder Tages- und Nachtzeit.
- Objektliste und Kontrollhäufigkeit abstimmen
- Schlüsselübergabe und sichere Verwahrung
- Einweisung je Objekt mit Kontrollpunkten
- Protokoll je Kontrolle und laufende Übersicht für Sie
Qualifikation der Streife und Normen
Im Revier- und Interventionsdienst arbeiten bei uns Kräfte mit Unterrichtung oder Sachkundeprüfung nach § 34a GewO, die allein unterwegs sind und eigenständig entscheiden müssen. Sie kennen das Vorgehen bei Alarmen, die Grenzen ihrer Befugnisse und die Pflicht, im Zweifel die Polizei hinzuzuziehen, statt selbst ein Gebäude zu durchsuchen. Unser Unternehmen ist nach ISO 9001 und DIN 77200 zertifiziert.
In Hafengebieten kommen eigene Regeln hinzu: Gleisanlagen, Kaikanten, Kranbahnen und Gefahrgutlager dürfen nur auf festgelegten Wegen passiert werden, und manche Flächen unterliegen den Vorgaben des Hafenbetreibers. Solche Punkte nehmen wir in die Objektbeschreibung auf und weisen jede Kraft vor der ersten Tour darauf ein. Fahrzeuge der Streife sind mit Licht, Erste-Hilfe-Material und Kommunikationsmitteln ausgestattet; bei Feststellungen hält die Kraft Abstand, sichert Beweise durch Fotos und wartet auf Polizei oder Betreiber.
Für Betriebe, die bereits eine Alarmanlage auf eine Leitstelle aufgeschaltet haben, stimmen wir ab, wie die Meldung bei uns eingeht und wer bei einem bestätigten Alarm zuerst benachrichtigt wird. So entsteht eine klare Kette vom Signal bis zur Rückmeldung an Sie, ohne dass Zuständigkeiten offen bleiben.
Was Kontrollfahrten in Bayern kosten
Für Einsatzstunden im Revierdienst gilt als Richtwert eine Spanne von 23 bis 50 € netto je Stunde. Der Preis je Kontrolle hängt davon ab, wie viele Objekte eine Tour umfasst, wie weit sie auseinander liegen, ob nachts, am Wochenende oder an Feiertagen gefahren wird und ob zusätzlich Alarme verfolgt werden. Je dichter die Objekte beieinander liegen, desto günstiger wird die einzelne Kontrolle.
Für ein Angebot brauchen wir Ihre Objektliste und die gewünschten Kontrollzeiten. Grundsätzliches zur Leistung finden Sie auf der Seite Revier- und Interventionsdienste.


