Brandrisiken in einem Ortsteil mit Industriegeschichte
Mariendorf hat viele Gebäude, die älter als hundert Jahre sind: die Backsteinhallen des 1900 und 1901 errichteten Gaswerks, die Tribünen der Trabrennbahn ab 1913, die mittelalterliche Dorfkirche und Bauernhäuser am alten Anger. Am 12. Dezember 2010 zerstörte ein Feuer den Dachstuhl einer 5.000 Quadratmeter großen denkmalgeschützten Halle auf dem Gaswerksgelände.
Solche Dachstühle aus Holz, verwinkelte Anbauten und Hohlräume in alten Wänden lassen Glutnester lange unbemerkt. Wenn dort heute umgebaut wird, steigt das Risiko gerade nach Feierabend, wenn niemand mehr auf der Baustelle ist.
Die abgebrannte Halle diente damals als Lager und Werkstatt, also so, wie viele Altbauten im Marienpark heute auch genutzt werden. Wo Werkstätten, Lager und Büros verschiedener Mieter unter alten Dächern liegen, reicht ein unbemerktes Glutnest, um mehrere Betriebe zugleich zu treffen.
Wo in Mariendorf Brandwachen gebraucht werden
Typische Einsatzorte im Ortsteil sind:
- die denkmalgeschützten Hallen im Marienpark, wenn dort geschweißt, getrennt oder mit Flamme abgedichtet wird
- der Rechenzentrumsbau im Marienpark, solange Leitungen, Stahlbau und Dächer entstehen
- die Tribünen der Trabrennbahn aus den Jahren 1913, 1936, 1961 und 1974 bei Renntagen mit vollen Rängen
- das Volksparkstadion bei Festivals wie dem Rocktreff, wenn Bühnen und Technik aufgebaut werden
- Kirchen wie die Dorfkirche und die Martin-Luther-Gedächtniskirche bei Dacharbeiten oder Konzerten
- Wohnanlagen, wenn eine Brandmeldeanlage oder Rauchabzugsanlage zeitweise ausfällt
Heißarbeiten in Altbauten
Bei Schweiß-, Schneid- und Lötarbeiten bleibt unsere Brandwache während der Arbeiten am Ort, beobachtet Funkenflug, hält Feuerlöscher griffbereit und achtet darauf, dass brennbares Material entfernt oder abgedeckt ist. Nach Ende der Arbeiten beginnt die Nachkontrolle: Bei Holzdecken und Hohlräumen bleiben wir mehrere Stunden, gehen Bauteile und angrenzende Räume ab und tasten Oberflächen auf Wärme ab. Eine Wärmebildkamera setzen wir ein, wenn Sie eine bereitstellen.
Die Dauer der Nachkontrolle richtet sich nach dem Erlaubnisschein Ihres Unternehmens oder des Auftraggebers. Erst wenn nichts mehr auffällt, übergeben wir die Fläche schriftlich.
Im Marienpark kommt eine Besonderheit hinzu: Viele der Backsteinbauten um 1900 sind heute an verschiedene Firmen vermietet, manche Hallen werden nur teilweise genutzt. Bei Umbauten grenzen Werkstätten, Lager und Büros anderer Mieter oft direkt an den Arbeitsbereich. Unsere Brandwache klärt vorab, welche Nachbarflächen betroffen sein können, ob dort Rauchmelder oder Sprinkler auslösen würden und wer nachts Zutritt gewährt. So kann sie bei einem Glutnest im Dach auch den angrenzenden Raum prüfen, statt vor einer verschlossenen Tür zu stehen. Ähnlich ist es auf der Rennbahn, wo Stallgebäude, Tribünen und Gastronomie auf einem Gelände liegen und unterschiedliche Verantwortliche haben. Wir sammeln diese Zuständigkeiten in einer kurzen Liste, die jede eingesetzte Kraft bei sich trägt.
Sicherheitswache bei Veranstaltungen und Ausfällen
Auf Tribünen und in Hallen mit Publikum sorgen unsere Kräfte dafür, dass Rettungswege frei bleiben, Notausgänge nicht verstellt werden und niemand an Bühnen oder Gastronomie mit offenem Feuer hantiert. Bei einem Brandereignis alarmieren sie die Feuerwehr, leiten erste Maßnahmen ein und weisen die Einsatzkräfte ein.
Fällt in einer Wohnanlage oder einem Gewerbebau die Brandmeldeanlage aus, etwa bei einem Defekt oder während des Austauschs, überbrückt eine Brandwache die Zeit bis zur Reparatur. Sie geht die betroffenen Bereiche in festen Abständen ab und meldet Auffälligkeiten sofort.
Planung und Qualifikation
Berlin ist Teil unserer Kernregion Nord. Die Brandwachen für Mariendorf teilt unsere Zweigniederlassung in der Aroser Allee 81 in Reinickendorf ein; im Ortsteil selbst haben wir kein Büro. Unsere Kräfte haben eine Unterrichtung oder Sachkundeprüfung nach § 34a GewO und werden vor Ort an den Löschmitteln und in Ihre Notfallabläufe eingewiesen. Die Organisation ist nach ISO 9001 und DIN 77200 zertifiziert.
Grundsätzliches zur Leistung finden Sie unter Brandwachen, Hinweise für die ganze Stadt unter Brandwache in Berlin. Für Arbeiten in benachbarten Ortsteilen wie Lichtenrade stellen wir ebenfalls Kräfte.
Kosten einer Brandwache
Der Richtwert liegt bei 23 bis 50 € netto je Stunde. Eine Brandwache zu den üblichen Arbeitszeiten auf einer Baustelle liegt meist im unteren Bereich. Nachkontrollen, die bis in die Nacht reichen, Einsätze am Wochenende und kurzfristige Anforderungen nach dem Ausfall einer Brandmeldeanlage kosten mehr, weil Nachtanteil und Bereitschaft dazukommen. Sie erhalten vorab eine Aufstellung nach Stunden und Zeitfenstern.


