Wo im Bezirk Brandgefahr entsteht
Der Harburger Binnenhafen ist seit den 1840er-Jahren ein Dockhafen hinter einer Schleuse. Aus dieser Zeit und den Jahrzehnten danach stehen dort noch Lagerbauten wie der Speicher von 1827 am Kaufhauskanal und der Palmspeicher von 1883, der heute im Zentrum des Bürokomplexes Channel Hamburg liegt. Werden solche Häuser umgebaut, treffen Schweißgerät und Trennschleifer auf alte Holzbalken, Hohlräume und Staub.
Im Hafen arbeiten zudem Betriebe, in denen Heißarbeiten zum Alltag gehören: die Jöhnk-Werft mit Reparaturen an Schiffen, Industrieflächen mit Rohrleitungen und Tanks, darunter das Gelände der 2022 stillgelegten Raffinerie, das zu einem Tanklager umgebaut werden soll. Hinzu kommen das Mercedes-Benz-Werk an der Mercedesstraße und weitere Produktionsbetriebe, in denen Instandhaltung oft am Wochenende läuft.
Typische Anlässe für eine Brandwache
Eine Brandwache wird in Harburg vor allem in drei Situationen gebraucht:
- nach Schweiß-, Schneid-, Löt- und Dacharbeiten in Speichern, Werkhallen und Altbauten, wenn die Heißarbeitserlaubnis eine Nachkontrolle vorschreibt
- bei abgeschalteter oder gestörter Brandmeldeanlage, etwa während eines Umbaus im Phoenix-Center oder in Bürohäusern am Binnenhafen
- bei Veranstaltungen in Versammlungsstätten wie dem Harburger Theater, der Friedrich-Ebert-Halle oder der Alten Fischhalle, wenn der Betreiber zusätzliches Personal für den Brandschutz einsetzt
- bei Revisionen und Stillständen in Industriebetrieben im Hafen, wenn viele Fremdfirmen gleichzeitig mit offener Flamme arbeiten
Ob eine Brandwache vorgeschrieben ist, ergibt sich aus Ihrer Heißarbeitserlaubnis, der Auflage der Feuerwehr oder den Vorgaben Ihres Versicherers. Wir stellen die Kräfte, die diese Auflage erfüllen.
So arbeitet die Brandwache vor Ort
Die Kraft ist während der Arbeiten im Bereich, beobachtet Funkenflug und hält Feuerlöscher und Löschdecke griffbereit. Nach Abschluss bleibt sie für die vorgegebene Zeit vor Ort und kontrolliert in festen Abständen alle Stellen, an die Funken oder Wärme gelangt sein könnten: Fugen, Durchbrüche, Zwischendecken, angrenzende Räume und die Etage darunter.
Fällt die Brandmeldeanlage aus, übernimmt die Brandwache Rundgänge durch die betroffenen Bereiche, im Zweifel rund um die Uhr. Sie kennt die Fluchtwege, prüft, dass Brandschutztüren nicht verkeilt sind, und weiß, wo die Feuerwehr anfährt. Bei einem Brand alarmiert sie sofort, beginnt mit der Räumung und weist die Einsatzkräfte ein.
Jede Kontrolle wird mit Uhrzeit und Befund im Protokoll festgehalten. Dieses Protokoll erhalten Sie am Ende der Wache als Nachweis für Versicherung und Bauakte.
Einsatzplanung aus Neumünster
Hamburg ist Teil unserer Kernregion Nord. Die Brandwachen in Harburg disponieren wir aus dem Hauptsitz in Neumünster mit Personal aus dem eigenen Stamm; ein Hamburger Büro haben wir nicht. Über die A 7 und die A 1 sind Einsatzorte zwischen Heimfeld und Neuland gut erreichbar, auch für Ablösungen in der Nacht. Aufträge im benachbarten Wilhelmsburg oder in Stade planen wir ebenso.
Für kurzfristige Einsätze reicht oft ein Anruf mit Adresse, Zeitraum und Art der Arbeiten. Mehr zu Aufgaben und Ausbildung lesen Sie auf unserer Seite zu den Brandwachen.
Ausbildung der Kräfte
Unsere Brandwachen sind als Brandschutzhelfer ausgebildet und im Umgang mit Feuerlöschern geübt. Als Sicherheitsdienst haben sie zudem die Unterrichtung oder Sachkundeprüfung nach § 34a GewO. Unser Unternehmen ist nach ISO 9001 und DIN 77200 zertifiziert. Vor dem Einsatz weisen Sie oder Ihr Brandschutzbeauftragter die Kraft in Objekt, Brandmeldetechnik und Alarmplan ein; wir dokumentieren die Einweisung.
Bei Arbeiten in Hafenanlagen kommen die Vorgaben des Betreibers hinzu, etwa zu Gaswarngeräten, Freigabescheinen oder Tankbereichen. Wir richten uns nach diesen Regeln und stimmen mit Ihrer Fachkraft für Arbeitssicherheit ab, wer die Arbeitsstelle nach der Nachkontrolle freigibt.
Kosten einer Brandwache in Harburg
Brandwachen laufen oft nach Feierabend, nachts oder am Wochenende, wenn in Betrieben gearbeitet wird, die tagsüber produzieren. Dadurch steigt der Anteil an Nacht- und Wochenendstunden. Als Richtwert gelten 23 bis 50 € netto je Stunde, abhängig von Uhrzeit, Dauer und davon, ob eine einzelne Kraft genügt oder mehrere Bereiche gleichzeitig überwacht werden.
Bei kurzen Nachkontrollen nach Heißarbeiten vereinbaren wir eine Mindesteinsatzzeit, bei längeren Ausfällen der Brandmeldeanlage einen durchgehenden Dienstplan. Mehr über den Bezirk lesen Sie auf der Seite Sicherheitsdienst Hamburg-Harburg.


