Eine Stadt, die das Feuer kennt
Lüdenscheid ist in seiner Geschichte mehrfach großflächig abgebrannt: 1530, 1578, 1589, 1656, 1681 und zuletzt 1723, als rund zwei Drittel der Häuser ganz zerstört wurden. Fachwerk, Strohdächer und dichte Bebauung begünstigten die Ausbreitung, das eisenverarbeitende Gewerbe galt als häufiger Auslöser und wurde 1693 vor die Stadtmauer verlegt. Nach 1723 wurde die Stadt weitgehend im mittelalterlichen Grundriss wieder aufgebaut.
Auch einzelne Bauwerke tragen diese Geschichte: Schloss Neuenhof erhielt seinen frühbarocken Hauptbau nach einem Brand um 1638, Schloss Oedenthal wurde nach einem Feuer um 1865 neugotisch erneuert. Heute entsteht Brandgefahr seltener durch offene Herdstellen als durch Arbeiten mit Flamme, Funken und Hitze.
Wo in Lüdenscheid Brandwachen gebraucht werden
Typische Einsatzorte für eine Brandwache in der Stadt sind:
- Metall-, Aluminium- und Federnbetriebe in den Gewerbegebieten bei Instandhaltung, Hallenumbau oder Anlagenwechsel
- Neue Schützenhalle von 1900 mit über 1.400 Plätzen im großen Saal
- Kulturhaus an der Freiherr-vom-Stein-Straße mit Theatersaal und Orchestergraben
- Kirchen wie die Erlöserkirche, die Christuskirche von 1902 und St. Josef und Medardus aus Backstein
- Gründerzeitbauten an der Wilhelmstraße, die zwischen 1880 und 1914 entstanden sind
- Stahlbau an der neuen Talbrücke Rahmede
Brandwachen sind immer dann gefragt, wenn eine Feuerwehr- oder Versicherungsauflage sie verlangt, wenn eine Brandmeldeanlage für Arbeiten zeitweise außer Betrieb geht oder wenn ein Gebäude nach Umbau noch nicht wieder voll gesichert ist.
Heißarbeiten: vor, während und nach dem Schweißen
Bei Schweiß-, Schneid-, Trenn- und Lötarbeiten können Funken durch Fugen, Kabelkanäle oder Dämmung wandern und erst Stunden später einen Brand auslösen. Unsere Kraft prüft vor Beginn mit Ihnen den Arbeitsbereich, achtet darauf, dass brennbares Material entfernt oder abgedeckt ist und Löschmittel bereitstehen, und kennt die Fluchtwege.
Während der Arbeiten behält sie Funkenflug und angrenzende Räume im Blick. Danach bleibt sie so lange, wie Ihr Erlaubnisschein vorgibt, und kontrolliert Hohlräume, Decken und Nachbarräume auf Glut, Rauchgeruch oder Wärme. Eine Wärmebildkamera setzen wir ein, wenn Sie eine bereitstellen. Jeder Kontrollgang steht mit Uhrzeit im Bericht. Mehr zur Leistung lesen Sie unter Brandwachen.
Säle und Kirchen: wenn die Technik pausiert
In einer Versammlungsstätte oder Kirche werden bei Umbauten, Dacharbeiten oder Bühnentechnik-Wechseln Melder abgedeckt oder Anlagen abgeschaltet. Für diese Zeit ersetzt die Brandwache die Technik: Sie geht in festen Abständen alle betroffenen Bereiche ab, achtet auf Rauch und Gerüche und alarmiert im Ernstfall die Feuerwehr.
Bei Veranstaltungen kann die Feuerwehr eine Brandsicherheitswache verlangen, die sie in der Regel selbst stellt. Wir übernehmen ergänzend Aufgaben wie das Freihalten von Rettungswegen oder die Kontrolle von Bühnen- und Lagerbereichen nach Absprache mit Veranstalter und Haustechnik.
In Kirchen und alten Sälen liegen Dachstühle aus Holz, Orgeln, Textilien und historische Ausstattung oft dicht beieinander. Schon kleine Arbeiten am Dach oder an der Elektrik verlangen dort besondere Aufmerksamkeit. Unsere Kraft stimmt mit Gemeinde oder Betreiber ab, welche Bereiche betreten werden dürfen, wo Löschmittel stehen und wer nach Feierabend benachrichtigt wird, falls ihr bei der Nachkontrolle etwas auffällt.
So läuft die Planung von außerhalb
Unsere Kernregion ist der Norden, in Nordrhein-Westfalen haben wir kein Büro. Brandwachen in Lüdenscheid übernehmen wir deshalb vorhabenbezogen. Bei planbaren Instandhaltungen und Umbauten passt das gut: Sie nennen uns Zeitraum und Umfang, wir klären Personal und Anreise und sagen dann verbindlich zu. Ihren Ablauf und Ihre Brandschutzordnung lernt jede Kraft vor dem ersten Einsatz in einer Einweisung kennen.
Die Kräfte haben mindestens die Unterrichtung nach § 34a GewO und werden am Einsatzort in Löschmittel, Fluchtwege und Meldekette eingewiesen. Wir sind nach ISO 9001 und DIN 77200 zertifiziert. Alle Leistungen in der Stadt: Sicherheitsdienst Lüdenscheid. Für Metallbetriebe im benachbarten Bergischen Land siehe Remscheid.
Kosten einer Brandwache
Für eine Brandwache gilt ein Richtwert von 23 bis 50 € netto je Stunde. Weil Instandhaltungen oft in Nächte, Wochenenden oder Betriebsferien gelegt werden, macht der Anteil dieser Stunden einen großen Teil des Preises aus. Außerdem zählen die Nachkontrollzeit nach Ende der Heißarbeiten, die Zahl der parallel betreuten Arbeitsstellen und die Dauer des Einsatzes. Wer mehrere Heißarbeiten in einem Werk bündelt, braucht oft weniger Stunden als bei verstreuten Einzelterminen. Die landesweite Einordnung finden Sie unter Brandwache in Nordrhein-Westfalen.


