Ein Turm, der schon einmal gebrannt hat
Die Burgruine in Weferlingen zeigt, wie schnell ein historisches Gebäude verloren gehen kann. Die Anlage diente nach ihrer Zeit als Schloss als Kornspeicher und brannte Ende 1929 aus. Erhalten blieb der Graue Hermann, ein 28 Meter hoher Bergfried mit 2,5 Meter starken Mauern, dessen Aussichtsplattform im Oktober 2012 freigegeben wurde.
Auch in Oebisfelde stehen Bauten, bei denen ein Funke große Folgen hätte: die Burg mit ihrem rund 27 Meter hohen Bergfried aus Bruchstein, die Stadtbefestigung aus dem 13. und 14. Jahrhundert und eine denkmalgeschützte Altstadt mit Fachwerkhäusern. Werden dort Dächer gedeckt, Dachrinnen gelötet oder Leitungen getauscht, braucht es nach den Arbeiten eine Brandwache.
Gebäude mit erhöhtem Brandrisiko
Bei diesen Objekten fallen typischerweise Heißarbeiten oder Brandwachen an:
- Fachwerkhaus Achterstraße 34 in Oebisfelde, spätgotisch und wohl das älteste Haus der Stadt
- Fachwerk in der Langen Straße, etwa Nummer 56 von 1645 mit einem Nebengebäude von 1448
- Hotel am Markt, ein barockes Wohnhaus von 1739
- Kirchen wie St. Katharinen und die Nicolaikirche in Oebisfelde sowie St. Lamberti in Weferlingen
- Schloss Seggerde, ein dreiflügeliger klassizistischer Bau mit Wassergräben
- Produktionshallen in den Gewerbegebieten an der B 188 und in Weferlingen
Gemeinsam ist diesen Gebäuden, dass ein Schwelbrand in Holz, Dämmung oder Staub unbemerkt bleiben kann, bis er Stunden nach Arbeitsende durchbricht.
Besonders heikel sind Gebäude, die mehrere Nutzungen unter einem Dach vereinen. In der Burg Oebisfelde sind Touristeninformation, Bibliothek und Museum untergebracht, am Eingang stehen Fachwerkbauten neben dem Bruchsteinmauerwerk. Wird dort an Leitungen oder Dächern gearbeitet, prüfen wir nach Arbeitsende nicht nur die eigentliche Arbeitsstelle, sondern auch benachbarte Ausstellungs- und Bücherräume, in denen Papier und Holz die Brandlast erhöhen. Die Nicolaikirche von 1896 dient heute kulturellen Veranstaltungen, auch dort gehören Zuschauer- und Nebenräume zur Kontrolle.
Nachkontrolle bei Heißarbeiten
Nach Schweiß-, Schneid-, Löt- und Trennarbeiten verlangen Versicherer und betriebliche Erlaubnisscheine meist eine Brandwache während der Arbeit und eine Nachkontrolle danach. Unsere Kräfte beobachten den Arbeitsbereich, die angrenzenden Räume und die darunter- und darüberliegenden Geschosse. Sie prüfen Fugen, Balkenköpfe und Hohlräume auf Wärme, Rauch und Geruch und halten jede Kontrolle mit Uhrzeit fest.
Wir werden vor dem Einsatz in die Löschmittel vor Ort eingewiesen und klären, wo Feuerlöscher, Wandhydranten und Fluchtwege liegen. Bei Rauchentwicklung oder Feuer alarmieren wir sofort die Feuerwehr, leiten bis zu ihrem Eintreffen erste Schritte ein und weisen die Einsatzkräfte ein. Wärmebildkameras setzen wir ein, wenn Sie eine bereitstellen.
Wenn die Brandmeldeanlage ausfällt
Brandwachen werden nicht nur bei Bauarbeiten gebraucht. Fällt in einem Werk, einer Halle oder einem Versammlungsraum die Brandmeldeanlage aus oder wird sie gewartet, übernimmt eine Brandwache die Überwachung, bis die Technik wieder läuft. In Produktionsbetrieben mit Kunststoffverarbeitung oder Lager von Verpackungsmaterial ist das wegen der hohen Brandlast besonders wichtig.
Ebenso stellen wir Brandwachen bei Veranstaltungen mit offenem Feuer, etwa bei Abendveranstaltungen auf Burg- und Gutshöfen in Oebisfelde und Weferlingen, wenn der Veranstalter oder die Genehmigung das vorsieht.
Planung außerhalb der Kernregion
Für Einsätze in Oebisfelde-Weferlingen arbeiten wir vorhabenbezogen, ein Büro in Sachsen-Anhalt haben wir nicht. Planbare Arbeiten wie eine Dachsanierung oder eine Anlagenwartung lassen sich gut vorbereiten. Bei kurzfristigen Anfragen prüfen wir sofort, ob geeignetes Personal verfügbar ist, und sagen Ihnen ehrlich, wenn wir einen Termin nicht halten können. Auftraggeber mit Vorhaben auch in Haldensleben können diese gleich mit anfragen.
Unsere Kräfte sind nach § 34a GewO unterrichtet oder sachkundegeprüft. Grundlage sind DIN 77200 und unser Qualitätsmanagement nach ISO 9001.
Kosten einer Brandwache
Als Richtwert gelten 23 bis 50 € netto je Stunde. Bei Heißarbeiten zählen Arbeitszeit und Nachkontrolle zusammen, die je nach Gebäude und Vorgabe Ihres Versicherers eine oder mehrere Stunden dauert. Weil viele Nachkontrollen in den Abend oder die Nacht fallen, liegt der Nachtanteil oft höher als bei anderen Diensten. Längere Wachen bei Anlagenausfall rechnen wir nach Schichten ab.
Wir nennen Ihnen im Angebot die geplante Dauer der Nachkontrolle, damit es auf der Rechnung keine Überraschung gibt.


