Brandschutz zwischen Backstein und Glas
In der HafenCity stehen zwei sehr unterschiedliche Baubestände nebeneinander. Im Norden die Speicherstadt, deren Lagerhäuser seit 1991 unter Denkmalschutz stehen und seit 2015 zum UNESCO-Welterbe gehören, mit Holzbalkendecken, langen Lagerböden und Mietern wie Teppichhändlern, Museen und Gastronomie. Im Süden die Neubauten der letzten zwei Jahrzehnte, oft mit Tiefgaragen im Sockelgeschoss, Technikzentralen und großen Glasfassaden.
Beide Welten kennen dasselbe Risiko: Bei Schweiß-, Löt-, Trenn- oder Schleifarbeiten können Funken in Fugen, Dämmungen oder Hohlräume gelangen und dort erst Stunden später einen Brand auslösen. Eine Brandwache beobachtet die Arbeitsstelle während und nach den Arbeiten und greift ein, bevor aus einem Glutnest ein Feuer wird.
Wo in der HafenCity Brandwachen angefordert werden
Die folgenden Orte und Situationen zeigen typische Anlässe. Sie sind keine Kunden von uns:
- Sanierung von Dächern, Leitungen und Aufzügen in den Speichern zwischen Kehrwieder und Bei St. Annen
- Kaispeicher B mit dem Internationalen Maritimen Museum, einem umgebauten Speicher am Magdeburger Hafen
- Tiefgaragen und Technikgeschosse unter Büro- und Wohnhäusern am Sandtorkai, Dalmannkai und Strandkai
- Konzert- und Veranstaltungsräume wie die Elbphilharmonie mit rund 2.100 Plätzen im Großen Saal
- Ladenausbau und Umbauten im Westfield Hamburg-Überseequartier mit rund 170 Flächen
- Rohbauten und Ausbau im Elbbrückenquartier und am Baakenhafen
Ablauf einer Brandwache bei Heißarbeiten
Vor Beginn sehen sich unsere Kräfte die Arbeitsstelle mit dem Verantwortlichen an: Wo liegen brennbare Stoffe, wo führen Öffnungen in andere Geschosse, wo stehen Feuerlöscher, wo ist der nächste Druckknopfmelder. Während der Arbeiten beobachten sie den Funkenflug, auch auf der Rückseite von Wänden und in darunterliegenden Räumen.
Nach Abschluss bleiben sie für die vereinbarte Nachkontrollzeit vor Ort und prüfen in festen Abständen alle Bereiche, in die Funken gelangt sein können. Bei Rauch oder Glut löschen sie mit den bereitgestellten Mitteln und alarmieren über 112 die Feuerwehr, wenn das nötig ist. Erst wenn nichts mehr auffällt, wird die Stelle freigegeben.
Jede Kontrolle wird mit Uhrzeit, Ort und Befund protokolliert. Das Protokoll erhalten Sie für Betreiber, Versicherer und die Abnahme der Arbeiten.
Brandwache bei Veranstaltungen und Technikausfall
Nicht nur Handwerker lösen eine Brandwache aus. Fällt in einem Gebäude die Brandmeldeanlage wegen Wartung oder Störung aus, kann die Bauaufsicht oder der Versicherer eine personelle Überwachung verlangen, bis die Technik wieder läuft. Unsere Kräfte gehen dann in festgelegten Abständen durch die betroffenen Bereiche und halten Flucht- und Rettungswege frei.
Bei Lesungen, Empfängen oder Firmenfeiern in Sälen, Foyers und Speicherböden der HafenCity übernehmen wir auf Wunsch die Aufsicht über Notausgänge, Bestuhlung und Dekoration. Gerade in historischen Räumen mit Holzböden achten wir darauf, dass Kerzen, Bühnentechnik und Kabel keine Gefahr darstellen.
Einsatzplanung und Qualifikation
Hamburg gehört zu unserer Kernregion Nord, die Planung erfolgt aus unserem Hauptsitz in Neumünster. Brandwachen werden oft kurzfristig gebraucht; wir halten dafür eingewiesene Kräfte bereit. Alle sind im Umgang mit Feuerlöschern unterwiesen, kennen Meldewege und Alarmierung und sind nach § 34a GewO unterrichtet. Die Abläufe folgen der DIN 77200 und ISO 9001.
Für Arbeiten in weiteren Hamburger Stadtteilen, etwa in St. Pauli, planen wir aus derselben Hand. Einen Überblick für die ganze Stadt gibt Brandwache Hamburg.
Kosten der Brandwache
Brandwachen werden nach Stunden abgerechnet, einschließlich der Nachkontrollzeit nach Ende der Heißarbeiten. Als Richtwert gelten 23 bis 50 € netto je Stunde. Kurze Einsätze am Tag liegen eher unten, Wachen in der Nacht, am Wochenende oder über mehrere Tage bei ausgefallener Brandmeldeanlage eher oben in dieser Spanne.
Einfluss haben außerdem die Zahl der gleichzeitig zu überwachenden Arbeitsstellen, die Vorlaufzeit und besondere Anforderungen des Betreibers. Sie erhalten vorab ein Angebot mit allen Positionen.
Für wiederkehrende Arbeiten, etwa bei einer mehrwöchigen Dachsanierung in der Speicherstadt oder beim schrittweisen Ausbau von Mietflächen im Überseequartier, lohnt sich eine Rahmenvereinbarung. Dann sind Ansprechpartner, Zugänge und Meldewege einmal geklärt, und jede weitere Brandwache lässt sich mit einem kurzen Anruf abrufen, ohne dass die Einweisung von vorn beginnt.


