Revierdienst: wenn ständige Präsenz zu viel und gar nichts zu wenig ist
Nicht jedes Gelände braucht eine Wache, die die ganze Nacht vor Ort ist. Für Lagerhallen, Autohäuser, Werkstätten, Verwaltungsgebäude oder Baumärkte reicht oft eine Streife, die mehrmals zu unterschiedlichen Zeiten vorbeikommt, Türen und Tore prüft, das Gelände abgeht und bei Auffälligkeiten sofort handelt. Diese Leistung heißt Revierdienst, und sie lebt davon, dass ein Fahrzeug in einer Nacht mehrere Objekte in derselben Gegend anfährt.
Genau hier liegt der Punkt, den wir in Rheinland-Pfalz offen ansprechen: Revierdienst ist dann wirtschaftlich, wenn die Kontrollpunkte nah beieinander liegen. Ein einzelnes Objekt weit entfernt von unseren Standorten lässt sich nicht wie eine Revierrunde abrechnen. Deshalb prüfen wir bei jeder Anfrage aus dem Land, ob ein Bündel von Objekten, ein großes Gewerbegebiet oder eine Kombination mit anderen Aufträgen eine tragfähige Tour ergibt.
Für viele Betriebe ist der Revierdienst die Ergänzung zu bestehender Technik. Eine Alarmanlage meldet zwar einen Einbruch, aber jemand muss hinfahren, nachsehen und entscheiden, ob es ein Fehlalarm war oder die Polizei gerufen werden muss. Diese Rolle übernimmt die Streife. Sie schließt zudem Lücken, die Technik nicht abdeckt: ein offen gelassenes Tor, eine defekte Außenbeleuchtung oder ein auffälliges Fahrzeug auf dem Parkplatz.
Gewerbegebiete und Areale mit Bedarf an Kontrollfahrten
Die folgenden Flächen stehen beispielhaft für Orte, an denen viele Betriebe dicht beieinander sitzen und Revierdienst deshalb grundsätzlich sinnvoll sein kann. Es handelt sich nicht um Kunden oder bestehende Touren von uns.
- Gewerbegebiet Mülheim-Kärlich bei Koblenz mit rund 300 Betrieben auf über zwei Quadratkilometern, eines der größten seiner Art in Deutschland
- Industriepark Region Trier zwischen Föhren, Hetzerath und Bekond auf einem früheren Militärgelände mit etwa 160 Unternehmen
- Umfeld des Flughafens Hahn im Hunsrück mit Fracht- und Logistikflächen auf dem Gebiet von Lautzenhausen
- Industrie- und Hafenflächen in Ludwigshafen entlang des Rheins
- Gewerbe- und Logistikflächen in der Vorderpfalz rund um Frankenthal, Speyer und Germersheim
- Gewerbegebiete in und um Kaiserslautern im Umfeld von Autobahnen und der Ramstein Air Base
- Handels- und Gewerbeflächen am Stadtrand von Mainz und in Rheinhessen
- Gewerbeflächen rund um Wittlich und Bitburg in der Eifel
Wie Entfernung und Gelände die Tour bestimmen
In Rheinland-Pfalz verlaufen die wichtigsten Verkehrsachsen entlang von Rhein und Mosel sowie über die Autobahnen durch Pfalz, Eifel und Hunsrück. Zwischen diesen Achsen liegen kurvige Landstraßen durch Täler und über Höhenzüge. Eine Revierrunde, die auf der Karte kompakt aussieht, kann in der Praxis deutlich länger dauern, wenn sie zwischen Tal und Höhe wechselt oder Flussquerungen braucht.
Für die Planung zählt deshalb die tatsächliche Fahrzeit zwischen den Kontrollpunkten, nicht die Luftlinie. Wir legen Touren so an, dass Kontrollen zu wechselnden Zeiten stattfinden, damit kein festes Muster erkennbar wird, und dass bei einem Alarm die Anfahrt zum betroffenen Objekt in vertretbarer Zeit möglich bleibt. Bei Objekten in Koblenz oder Kaiserslautern gelingt das leichter als bei einem einzelnen Gehöft im Westerwald.
Vom ersten Gespräch bis zur laufenden Tour
Am Anfang steht ein Gespräch über Ihr Objekt: Welche Zugänge gibt es, welche Alarmtechnik ist vorhanden, wie oft soll kontrolliert werden, und wer wird bei einem Vorfall verständigt? Danach prüfen wir, ob wir das Objekt in eine Tour einbinden können und mit welcher Anfahrt wir rechnen müssen. Erst wenn das tragfähig ist, erhalten Sie ein Angebot – andernfalls sagen wir Ihnen ehrlich ab.
Kommt der Auftrag zustande, übernehmen wir die Schlüssel nach einem dokumentierten Verfahren, hinterlegen eine Objektmappe für die Streife und legen Kontrollpunkte fest, die bei jeder Runde erfasst werden.
- Verschluss- und Außenhautkontrolle an Türen, Toren, Fenstern und Zäunen
- Innenrundgang auf Wunsch, inklusive Licht, Wasser und Heizung
- Öffnungs- und Schließdienste zu festen Zeiten
- Alarmverfolgung nach Aufschaltung, mit Meldung an Sie und bei Bedarf an die Polizei
- Elektronisch erfasste Kontrollpunkte und Bericht zu jeder Runde
Rechtsrahmen und Personal im Revierdienst
Revierfahrer arbeiten oft allein und müssen in unklaren Lagen selbstständig entscheiden. Wir setzen dafür Kräfte mit Sachkundeprüfung nach § 34a der Gewerbeordnung ein, die Fahrpraxis bei Nacht haben und im Umgang mit Alarmanlagen geschult sind. Für die Alleinarbeit sorgen wir mit festen Meldezeiten und einer ständig besetzten Einsatzleitung, die unter +49 4321 78 33 590 erreichbar ist.
Die Abläufe des Revierdienstes sind Teil unseres nach ISO 9001 zertifizierten Managementsystems, die Dienstleistung selbst entspricht DIN 77200. Polizeiliche Befugnisse haben Revierfahrer nicht; sie handeln mit dem Hausrecht des Auftraggebers und rufen bei Straftaten die Polizei.
So setzt sich der Preis zusammen
Revierdienst wird häufig je Kontrolle oder als Monatspauschale abgerechnet. Als Orientierung für die eingesetzte Zeit gilt ein Richtwert von 23 bis 50 € netto je Stunde. Entscheidend ist, wie viel Zeit am Objekt selbst und wie viel für die Anfahrt anfällt.
Je mehr Objekte in einer Gegend zusammenkommen, desto geringer ist der Anteil der Fahrzeit für den einzelnen Auftraggeber. Deshalb kann es sich lohnen, Nachbarbetriebe in einem Gewerbegebiet gemeinsam anzufragen. Für Alarmverfolgung ohne feste Runden vereinbaren wir eine eigene Regelung, die wir Ihnen vorab erklären.


