Eine Landeshauptstadt am Wasser
Kiel vereint auf engem Raum Dinge, die anderswo über eine ganze Region verteilt sind: Fähr- und Kreuzfahrtterminals mitten in der Stadt, Werften und Marinestandort, eine große Universität mit mehreren Hochschulen, Ministerien und Landesbehörden, eine Einkaufsinnenstadt und mit der Kieler Woche eines der größten Volksfeste Nordeuropas. Wer hier einen Sicherheitsdienst sucht, hat selten ein Allerweltsobjekt.
Die Kunst liegt darin, für jedes dieser Umfelder die richtigen Regeln und das richtige Personal zu kennen. Ein Pförtner in einem Ministerium braucht andere Fähigkeiten als eine Einlasskraft an der Kiellinie im Juni, und beide arbeiten nach anderen Vorgaben als der Werkschutz auf einem Betriebsgelände am Ostufer.
Geografisch prägt die Förde alles. Sie teilt die Stadt in ein West- und ein Ostufer, die nur über wenige Wege verbunden sind. Am Westufer liegen Innenstadt, Landeshaus, Universität und die Terminals am Schwedenkai und am Ostseekai, am Ostufer Werften, Industrie, Gaarden und das Gewerbe Richtung Dietrichsdorf. Im Norden mündet in Holtenau der Nord-Ostsee-Kanal, im Süden schließen Gewerbegebiete an die Autobahn an. Für Kontrollfahrten und Alarmverfolgung ist diese Teilung wichtiger als die reine Entfernung auf der Karte.
Hafen und Werften: geregelte Zugänge
Für Hafenanlagen mit internationalem Schiffsverkehr gilt der ISPS-Code, in Deutschland umgesetzt über europäisches Recht und das Landesrecht. Er verlangt für die Hafenanlage einen Plan zur Gefahrenabwehr, kontrollierte Zugänge und festgelegte Sicherheitsstufen. Ein Sicherheitsdienst, der dort eingesetzt wird, arbeitet nach diesem Plan und nach den Weisungen des Beauftragten für die Gefahrenabwehr der Hafenanlage.
Auch Betriebe, die selbst nicht unter den ISPS-Code fallen, aber am Hafen liegen, profitieren von klaren Regeln: Zulieferer, Lagerflächen, Werkstätten. Hier geht es meist um Zufahrtskontrolle, Ladungs- und Materialsicherung und um die Nacht, wenn Gelände am Wasser kaum einsehbar ist. Grundlagen erklärt der Ratgeber Hafensicherheit und ISPS-Code.
- Ist der Anbieter mit Zugangslisten, Ausweiskontrolle und Fahrzeugkontrolle vertraut?
- Kann er Wechsel der Sicherheitsstufe kurzfristig personell abbilden?
- Wer stimmt sich mit dem Hafenbetreiber und den Behörden ab?
- Wie werden Kontrollen und Vorfälle dokumentiert und übergeben?
Kreuzfahrttage und Fährverkehr
Von Frühjahr bis Herbst legen in Kiel regelmäßig Kreuzfahrtschiffe an, dazu kommen ganzjährig die Fähren nach Skandinavien und ins Baltikum. An einem Wechseltag kommen Tausende Passagiere gleichzeitig in Bewegung: mit Bussen, Taxis, Mietwagen und zu Fuß. Für die Terminals selbst sorgen deren Betreiber nach ihren eigenen Plänen. Für die Nachbarschaft entstehen aber eigene Aufgaben.
Betroffen sind zum Beispiel Parkhäuser und Parkflächen, auf denen Fahrzeuge über Tage oder Wochen stehen, Hotels und Gastronomie in Terminalnähe, Händler in der Innenstadt und Veranstalter von Landausflügen. Hier geht es um Kontrollgänge auf Parkflächen, um Ansprechbarkeit für Gäste mit Gepäck und um Ordnung an Vorfahrten, an denen sich Busse und Taxis stauen. Wer an solchen Tagen Personal braucht, sollte die Anlaufpläne der Schiffe im Blick haben und den Einsatz danach ausrichten, nicht nach einem starren Wochenplan. Hinweise für Parkflächen gibt der Ratgeber Sicherheit in Parkhaus und Tiefgarage.
Hochschulen und Behörden: offen und doch geschützt
Hochschulgebäude sind öffentlich zugänglich, oft bis spät abends, mit Laboren, teurer Technik und Bibliotheken unter einem Dach. Ein Sicherheitsdienst soll dort nicht abschrecken, sondern Ordnung halten, Schließzeiten durchsetzen, Räume nachts kontrollieren und bei Alarmen schnell reagieren. Gefragt sind ruhige, freundliche Kräfte, die mit vielen Menschen und Sprachen umgehen können.
In Kiel betrifft das neben der Christian-Albrechts-Universität auch die Fachhochschule am Ostufer, die Kunsthochschule und Forschungseinrichtungen rund um Meeres- und Klimaforschung. Dazu kommt das Universitätsklinikum mit Notaufnahme und viel Publikumsverkehr rund um die Uhr. Typische Aufgaben sind Schließrunden am Abend, Kontrolle von Hörsälen nach Veranstaltungen, Begleitung von Prüfungen mit vielen Teilnehmern und die erste Reaktion auf Brandmeldungen.
In Behörden und Landeseinrichtungen kommen Besucherverwaltung, Ausweisausgabe und manchmal Taschenkontrollen dazu. Die Einsatzkräfte müssen die Hausordnung kennen, das Hausrecht im Auftrag ausüben und wissen, wann sie die Polizei hinzuziehen. Öffentliche Auftraggeber vergeben solche Leistungen in der Regel über eine Ausschreibung. Wie das abläuft, steht im Ratgeber öffentliche Ausschreibung, Hinweise zum Behördenalltag im Ratgeber Sicherheitsdienst für Behörden und für Kliniken im Ratgeber Sicherheitsdienst im Krankenhaus.
Innenstadt und Handel
In den Einkaufsstraßen und Centern der Kieler Innenstadt geht es vor allem um Ladendiebstahl, Hausverbote und Konflikte am Eingang. Für die Bewachung zum Schutz vor Ladendieben verlangt § 34a GewO von den Einsatzkräften die Sachkundeprüfung. Das ist ein Punkt, den Sie im Angebot ausdrücklich bestätigt haben sollten.
Wichtig ist außerdem, wie die Einsatzkraft handelt, wenn sie einen Dieb stellt. Sie darf nach § 127 StPO vorläufig festnehmen, wenn die Tat frisch ist, muss die Polizei verständigen und darf keine Gewalt über das Nötige hinaus anwenden. Ein seriöser Dienstleister schult das regelmäßig und dokumentiert jeden Vorfall. Mehr dazu in den Ratgebern Ladendiebstahl im Einzelhandel und Festnahmerecht.
Gewerbe, Kanal und Stadtrand
Nicht jeder Kieler Auftrag hat mit Wasser oder Publikum zu tun. In den Gewerbegebieten am südlichen und östlichen Stadtrand liegen Autohäuser, Baumärkte, Handwerksbetriebe, Großhändler und Lager. Ihre Risiken sind die klassischen: Einbruch am Wochenende, Diebstahl von Fahrzeugteilen, Katalysatoren oder Werkzeug, Vandalismus an abgelegenen Hallen. Hier reichen oft Kontrollfahrten zu wechselnden Zeiten, verbunden mit einer Alarmaufschaltung und klar geregelter Schlüsselübergabe.
Rund um den Nord-Ostsee-Kanal und die Schleusen in Holtenau gibt es außerdem Flächen mit Bezug zu Schifffahrt und Verkehr, auf denen Zuständigkeiten mehrerer Stellen zusammenkommen. Für Firmen, die dort Material lagern oder bauen, ist entscheidend, wer Hausrecht und Verkehrssicherung hat. Klären Sie das vor dem ersten Einsatz, damit die Einsatzkräfte wissen, auf wessen Grundstück sie handeln. Passende Hinweise geben die Ratgeber Sicherheit im Autohaus und Alarmaufschaltung auf eine Leitstelle.
Kieler Woche und andere Großveranstaltungen
Im Juni verändert sich die Stadt. Bühnen, Stände und Segelwettbewerbe ziehen über mehrere Tage sehr viele Besucher an. Veranstalter von Bühnen, Ständen oder Partys im Umfeld brauchen Personal für Einlass, Backstage, Bühnengraben, Kassen und Nachtbewachung der Aufbauten. Weil der Bedarf in dieser Woche in der ganzen Stadt steigt, ist frühe Planung entscheidend.
Klären Sie mit dem Dienstleister, wie viele Kräfte zu welcher Uhrzeit gebraucht werden, wer die Einsatzleitung übernimmt und wie die Verbindung zu Polizei, Sanitätsdienst und Veranstaltungsleitung läuft. Für kleinere Formate, etwa ein Firmenfest im Hafen oder eine Abschlussfeier an der Hochschule, gelten dieselben Grundsätze in kleinerem Maßstab.
| Planungsschritt | Zeitpunkt | Ergebnis |
|---|---|---|
| Erstes Gespräch mit dem Sicherheitsdienst | mehrere Monate vorher | Bedarf, Zeiten, Aufgaben |
| Sicherheitskonzept und Abstimmung | sobald der Ablauf feststeht | Einreichung bei der Genehmigungsbehörde |
| Personalplanung und Einweisung | einige Wochen vorher | Einsatzplan, Funkplan, Namensliste |
| Sicherheitsbesprechung vor Ort | am Veranstaltungstag | alle Beteiligten kennen Wege und Zuständigkeiten |
| Nachbesprechung | kurz danach | Lehren für das nächste Jahr |
Außerhalb des Junis hat Kiel ein volles Veranstaltungsjahr: Heimspiele im Fußball- und Handballbetrieb, Konzerte in der großen Halle am Europaplatz, Märkte in der Innenstadt, Feste an der Kiellinie und im Winter den Kieler Umschlag. Für Stand- und Gastronomiebetreiber stellt sich jedes Mal dieselbe Frage: Was stellt der Hauptveranstalter, und was muss ich selbst absichern? Die Vorbereitung im Detail beschreiben die Ratgeber Veranstaltungsschutz planen, Sicherheit bei Sportveranstaltungen und Sicherheitsbesprechung.
Wetter, Wasser, Dunkelheit
Was Kiel von einer Binnenstadt unterscheidet, merkt man im Winterhalbjahr. Sturm von der Förde, Regen und früh einsetzende Dunkelheit machen Außenrundgänge anstrengend und Gelände unübersichtlich. Das gehört in die Planung: wetterfeste Ausrüstung, gesicherte Laufwege an Kaikanten, Beleuchtung, Funk und eine Regel für Alleinarbeit. Die DGUV Vorschrift 23 für Wach- und Sicherungsdienste verlangt, dass solche Gefährdungen beurteilt und Schutzmaßnahmen festgelegt werden.
Für Sie als Auftraggeber heißt das: Zeigen Sie bei der Begehung auch die unangenehmen Ecken. Wo ist es nachts dunkel? Wo steht Wasser? Welche Türen klemmen bei Kälte? Je genauer die Dienstanweisung das beschreibt, desto sicherer und wirksamer arbeiten die Einsatzkräfte. Hintergrund im Ratgeber Alleinarbeit und Personennotsignal.
Wer in Kiel was entscheidet
Kiel ist eine kreisfreie Stadt. Viele Genehmigungen, die anderswo beim Kreis liegen, bearbeitet hier die Stadtverwaltung selbst. Für Veranstaltungen auf öffentlichen Flächen, Sondernutzungen von Straßen und Plätzen oder ordnungsrechtliche Fragen ist sie die erste Anlaufstelle. Bei Versammlungsstätten gilt die Versammlungsstättenverordnung des Landes Schleswig-Holstein, bei Baustellen die Landesbauordnung.
Die Bewachungserlaubnis nach § 34a GewO hat der Sicherheitsdienst selbst bei der für ihn zuständigen Gewerbebehörde beantragt, also dort, wo das Unternehmen seinen Sitz hat. Für einen Kieler Auftrag muss der Anbieter deshalb nicht in Kiel ansässig sein, er braucht aber eine gültige Erlaubnis und gemeldete Kräfte. Sie als Auftraggeber dürfen und sollten den Nachweis verlangen. Was die Gewerbeaufsicht prüft, beschreibt der Ratgeber Gewerbeaufsicht und Bewachung, was das Register zeigt, der Ratgeber Bewacherregister für Auftraggeber.
Bei Hafenanlagen und Flächen am Kanal kommen weitere Stellen hinzu, etwa die Behörden für die Gefahrenabwehr im Hafen und für die Wasserstraße. Wer dort zuständig ist, erfahren Sie über den Betreiber der Anlage.
Ein Kieler Auftrag Schritt für Schritt
Damit aus einer Anfrage ein Einsatz wird, der vom ersten Tag an funktioniert, lohnt eine feste Abfolge. Die Tabelle zeigt, was in jedem Schritt passiert und was Sie selbst beitragen.
| Schritt | Was passiert | Ihr Beitrag |
|---|---|---|
| Bedarf klären | Anlass, Zeiten und Ziele werden besprochen | Vorfälle der letzten Monate, Lageplan, Wunschbeginn |
| Begehung | Ortstermin, gern bei Dunkelheit und Wind | Zugang zu allen Bereichen, Ansprechpartner vor Ort |
| Angebot | Leistung, Qualifikation, Berichte, Vertretung | Vergleichbare Anfragen an mehrere Anbieter |
| Dienstanweisung | Aufgaben, Rundgänge, Meldewege, Grenzen | Hausordnung, Notfallnummern, Alarmplan |
| Einweisung | Kräfte lernen Objekt und Menschen kennen | Zeit für eine gemeinsame Runde einplanen |
| Laufender Betrieb | Berichte, Abstimmung, Anpassung | Rückmeldung geben, Änderungen früh melden |
Wie Sie Angebote nebeneinanderlegen, erklärt der Ratgeber Angebote vergleichen, was im Vertrag stehen sollte, der Ratgeber Inhalte eines Sicherheitsvertrags.
Bevor die erste Schicht beginnt
Viele Startprobleme entstehen nicht beim Sicherheitsdienst, sondern weil eine Kleinigkeit auf Auftraggeberseite fehlt. Gehen Sie diese Punkte durch, bevor der Einsatz in Kiel startet:
- Schlüssel, Karten und Codes sind übergeben und quittiert, Ersatz ist geregelt.
- Die Alarmanlage ist auf die richtige Leitstelle aufgeschaltet und getestet.
- Notfallnummern von Hausmeister, Technik und Geschäftsführung sind aktuell.
- Mieter, Mitarbeiter oder Studierende wissen, dass ab jetzt ein Dienst im Haus ist.
- Zufahrt, Parkplatz und Sozialraum für die Einsatzkräfte sind festgelegt.
- Ein fester Termin für das erste Abstimmungsgespräch steht im Kalender.
Wer diese Liste abhakt, erspart sich Rückfragen in der ersten Nacht. Mehr zum Umgang mit Schlüsseln steht im Ratgeber Schlüsselverwaltung.
Fünf Fragen für das Auswahlgespräch
Am Ende entscheidet das Gespräch. Diese Fragen helfen, Angebote für Kieler Objekte zu unterscheiden:
- Welche Erfahrung haben Sie mit Objekten wie unserem, also Hafen, Hochschule, Behörde oder Handel?
- Welche Qualifikation haben die Kräfte, die konkret bei uns eingesetzt werden?
- Wie lange brauchen Sie bei einem Alarm nachts bis zu uns, und wer kommt?
- Wie stellen Sie Vertretungen sicher, auch in der Woche der Kieler Woche?
- Wie sehen Ihre Berichte aus, und können wir ein Beispiel sehen?
Wer diese Fragen klar und ohne Ausflüchte beantwortet, kennt sein Geschäft. Eine ausführliche Liste finden Sie im Ratgeber Sicherheitsdienst auswählen.
Sicherheitsdienst für Kiel
Staffsec arbeitet von Neumünster aus in Kiel und ganz Schleswig-Holstein, mit Einsatzkräften mit Unterrichtung oder Sachkundeprüfung nach § 34a GewO und digitalen Berichten mit Zeitstempel und Fotos. Weitere Informationen finden Sie unter Sicherheitsdienst Kiel.


