Warum Baustellen in Sachsen-Anhalt Schutz brauchen
Baustellen sind nach Feierabend leicht zugänglich und voller Werte: Kupferkabel, Kraftstoff, Werkzeug, Baumaschinen und eingebaute Technik. In einem Flächenland wie Sachsen-Anhalt liegen viele Baustellen weit außerhalb von Ortschaften, etwa an Autobahnen, Brücken oder in Industrieparks. Dort bemerkt nachts niemand, wenn ein Transporter vorfährt und Material verschwindet.
Hinzu kommt die Verkehrssicherung. Wer eine Baustelle betreibt, muss dafür sorgen, dass Unbefugte nicht in Gruben fallen, auf Gerüste steigen oder mit Maschinen spielen. Eine Bewachung hilft, diese Pflicht auch in den Stunden zu erfüllen, in denen niemand vom Bau vor Ort ist, und hält Schäden fest, bevor am Morgen weitergearbeitet wird.
Große Bauvorhaben im Land
Die folgenden Vorhaben sind reale Projekte in Sachsen-Anhalt und zeigen, welche Art von Baustellen hier läuft. Wir nennen sie als Beispiele, nicht als eigene Aufträge.
- Nordverlängerung der A 14 von Magdeburg in Richtung Schwerin: Der Abschnitt Stendal-Mitte bis Osterburg ist seit 2021 im Bau
- A 14 zwischen Seehausen-Nord und der Landesgrenze an der Elbebrücke Wittenberge, im Bau seit 2020
- Abschnitt Osterburg bis Seehausen-Nord, für den seit 2022 Baurecht besteht
- Nordabschnitt der A 143, der Westumfahrung von Halle, mit der Saalequerung bei Salzmünde
- Instandsetzung des Chors am Magdeburger Dom, die seit 2020 läuft
- Zukunftszentrum für Deutsche Einheit und Europäische Transformation am Riebeckplatz in Halle, Baubeginn frühestens 2028
- Windpark auf der Innenkippe des Tagebaus Profen bei Zeitz, wo ein weiteres Projekt geplant ist
- Bau- und Erweiterungsflächen in den Chemieparks Leuna und Bitterfeld-Wolfen sowie im Technologiepark Ostfalen in Barleben
Für Bauleitungen in Stendal, Halle (Saale) oder Zeitz bedeutet das: Baufelder ziehen sich oft über Kilometer, Zufahrten wechseln mit dem Baufortschritt, und Lagerplätze liegen nicht immer dort, wo die Bürocontainer stehen.
Linienbaustelle oder Hochbau: zwei verschiedene Aufgaben
Autobahn- und Brückenbaustellen sind lang und offen. Eine einzelne Wache am Container sieht von der Strecke wenig. Hier sind Kontrollfahrten entlang der Trasse, die Sicherung von Tank- und Materiallagern und die Überwachung von Maschinenabstellplätzen sinnvoll. In der Altmark, wo die A 14 durch dünn besiedelte Landschaft führt, kommt hinzu, dass Anfahrtswege für Polizei und Wachdienst lang sind.
Im Hochbau in den Städten ist das Gelände kompakter, dafür grenzt es an Wohnhäuser, Straßen und Fußwege. Gerüste, Treppenhäuser und Schächte locken Neugierige an, und Lieferungen werden oft früh am Morgen auf engem Raum abgeladen. Eine Wache kontrolliert dort Bauzaun, Tore und Gerüstzugänge und nimmt Lieferungen an, bevor die ersten Gewerke kommen.
Unser Vorgehen bei Baustellen in Sachsen-Anhalt
Sachsen-Anhalt liegt außerhalb unserer Kernregion. Wir prüfen deshalb vor jeder Zusage, ob wir die Bewachung über die gesamte Bauzeit besetzen können – auch über Feiertage, Frostpausen und Verlängerungen. Bei Baustellen, die über Jahre laufen, besprechen wir mit Ihnen, ob eine feste Besetzung nötig ist oder ob Kontrollfahrten zu bestimmten Zeiten ausreichen.
Sie erhalten einen festen Ansprechpartner, der Ihre Bauleitung kennt und Änderungen am Bauablauf in den Dienstplan übernimmt. Vor Beginn gehen wir das Gelände mit Ihnen ab und halten Lagerplätze, Zufahrten, Schlüssel und Alarmwege schriftlich fest. Jede Runde wird mit Uhrzeit dokumentiert, Schäden und Auffälligkeiten melden wir mit Foto an die Bauleitung.
- Nachtwache und Wochenendbesetzung im Baucontainer
- Kontrollfahrten entlang von Strecken- und Linienbaustellen
- Zutrittskontrolle für Gewerke und Lieferanten am Bautor
- Kontrolle von Bauzaun, Gerüsten und Absperrungen
- Sicherung von Kraftstoff, Kabeln und Maschinen
Was Sie selbst gegen Baustellendiebstahl tun können
Eine Bewachung wirkt am besten, wenn die Baustelle selbst gut organisiert ist. Ein durchgehender, standfester Bauzaun mit wenigen Toren erleichtert jede Kontrolle. Beleuchtete Lager- und Abstellflächen schrecken ab und machen es der Wache leichter, Bewegungen zu erkennen. Teure Kleingeräte gehören abends in verschlossene Container, Baumaschinen sollten mit Wegfahrsperre gesichert und Kraftstofftanks verschlossen sein.
Hilfreich ist außerdem ein einfacher Lageplan, auf dem eingetragen ist, wo nachts welche Maschinen stehen, wo Kabeltrommeln und Kupfer lagern und welche Bereiche gesperrt sind. Unsere Kräfte gleichen bei jeder Runde den tatsächlichen Stand mit diesem Plan ab und bemerken so schnell, wenn etwas fehlt oder bewegt wurde.
Gerade bei Baustellen, die über mehrere Jahre laufen, ändert sich die Lage ständig: neue Zufahrten, andere Lagerplätze, wechselnde Gewerke. Je früher uns die Bauleitung über solche Änderungen informiert, desto besser passen Rundgänge und Kontrollzeiten zur aktuellen Bauphase. Wir fragen dazu in festen Abständen von uns aus nach.
Rechtliche Grundlagen und Ausbildung
Die Anforderungen an Baustellen im Land ergeben sich aus der Bauordnung des Landes Sachsen-Anhalt (BauO LSA) und den Vorgaben der Berufsgenossenschaft. Für die Sicherheit auf der Baustelle bleiben Bauherr und Bauunternehmen verantwortlich; wir unterstützen mit Kontrolle und Dokumentation.
Unser Personal hat mindestens die Unterrichtung nach § 34a GewO, ist im Bewacherregister gemeldet und wird vor Ort in die Sicherheitsregeln der Baustelle eingewiesen, von der persönlichen Schutzausrüstung bis zum Verhalten im Gefahrenbereich von Kranen und Maschinen. Wir arbeiten nach DIN 77200 und sind nach ISO 9001 zertifiziert.
Was Baustellenbewachung im Land kostet
Der Richtwert beträgt 23 bis 50 € netto je Stunde. Ob ein Einsatz im unteren oder oberen Bereich liegt, hängt von Uhrzeit, Dauer, Qualifikation und Lage ab.
Für lange Bauzeiten lohnt sich oft ein abgestuftes Modell: feste Besetzung in den kritischen Phasen, wenn teure Technik eingebaut wird, und Kontrollfahrten in ruhigeren Abschnitten. Wir stimmen das mit Ihrer Bauleitung ab und passen es an, wenn sich der Bauablauf ändert.


