Revierdienst in einem dünn besiedelten Flächenland
Sachsen-Anhalt ist mit gut 20.000 Quadratkilometern größer als viele andere Länder, hat aber nur rund 2,1 Millionen Einwohner. Der Landkreis Stendal, flächengrößter Kreis des Landes, kommt auf etwa 44 Einwohner je Quadratkilometer, der benachbarte Altmarkkreis Salzwedel auf rund 35. Zwischen den Städten liegen weite Strecken, auf denen nachts wenig passiert und wenig gesehen wird.
Genau dort hat ein Revierdienst seine Stärke. Statt einer festen Wache fährt eine Streife mehrere Objekte in einer Nacht an, kontrolliert Türen, Tore und Zäune, schaltet Licht und Alarmanlagen und verfolgt Alarme, wenn eine Meldung eingeht. Für Betriebe, die keine durchgehende Besetzung brauchen, ist das die passende Form der Sicherung.
Gewerbe- und Industriegebiete, in denen Kontrollfahrten typisch sind
Die Gebiete unten sind reale Wirtschaftsstandorte in Sachsen-Anhalt. Sie zeigen, wo viele Betriebe auf engem Raum liegen und sich deshalb Revierfahrten bündeln lassen. Es sind keine Kundenstandorte von uns.
- Gewerbegebiet nördlich von Osterweddingen in Sülzetal zwischen A 14 und Bahnstrecke, mit Brief- und Paketzentrum
- Technologiepark Ostfalen in Barleben mit rund 120 Unternehmen
- Gewerbegebiete Kurze Sülte und Meitzendorf in Barleben, unter anderem mit einem Zentrallager des Lebensmittelhandels
- Neunzehn Industrie- und Gewerbegebiete in Staßfurt, verbunden über den Gewerbering mit Anschluss an A 14 und A 36
- TechnologiePark Mitteldeutschland in Thalheim bei Bitterfeld-Wolfen mit 38 Firmen
- Betriebe in Zerbst/Anhalt, darunter ein Schraubenwerk, eine Werkzeugmaschinenfabrik und eine Großwäscherei
- Hansehafen Magdeburg mit dem Güterverkehrszentrum
- Agro-Chemie Park Piesteritz in Lutherstadt Wittenberg mit über 45 Firmen
Für Firmen in Staßfurt, Zerbst/Anhalt oder Bitterfeld-Wolfen lohnt sich ein Revierdienst besonders, wenn mehrere Objekte entlang derselben Achse liegen. Je mehr Kontrollpunkte eine Tour hat, desto günstiger wird die einzelne Runde.
Touren entlang der Autobahnen: wie sich das Land aufteilt
Das Rückgrat jeder Revierplanung im Land bilden die Autobahnen. Die A 2 verläuft von West nach Ost an Magdeburg vorbei, die A 9 von Nord nach Süd durch Anhalt und das Chemiedreieck, die A 14 führt von Magdeburg an Staßfurt vorbei Richtung Halle und wird nach Norden in die Altmark verlängert. Entlang dieser Achsen liegen die meisten Gewerbegebiete, und dort lassen sich Touren so legen, dass Alarmfahrten in vertretbarer Zeit möglich sind.
Abseits davon, etwa im Harzvorland oder im Norden der Altmark, werden Anfahrtswege lang. Dort muss vor einer Zusage feststehen, welche Interventionszeit realistisch ist und ob sie Ihren Anforderungen und denen Ihrer Versicherung genügt. Wir nennen Ihnen diese Zeit offen, statt eine Zahl zu versprechen, die nachts nicht zu halten ist.
So entsteht eine Revierroute in Sachsen-Anhalt
Weil wir in Sachsen-Anhalt außerhalb unserer Kernregion arbeiten, beginnt jeder Revierauftrag mit einer Routenprüfung. Wir sehen uns die Adressen, gewünschten Kontrollzeiten und Aufgaben je Objekt an und rechnen, ob sich daraus eine stabile Tour ergibt. Einzelne Objekte weit abseits bestehender Routen lassen sich manchmal besser über feste Rundgangszeiten oder eine Kombination mit Alarmverfolgung abdecken.
Steht die Route, erhalten Sie einen festen Ansprechpartner und eine Objektbeschreibung, die Schlüssel, Codes, Prüfpunkte und Ansprechpartner im Alarmfall festhält. Jede Kontrolle wird mit Uhrzeit und Befund dokumentiert, Auffälligkeiten melden wir Ihnen sofort. Schlüssel lagern wir gesichert und geben sie nur gegen Nachweis heraus.
- Unregelmäßige Kontrollfahrten zu wechselnden Zeiten
- Öffnungs- und Schließdienste morgens und abends
- Alarmverfolgung nach Meldung der Notruf- und Serviceleitstelle
- Kontrolle von Baustellen, Lagerplätzen und Freiflächen
- Licht-, Heizungs- und Wasserkontrollen in ungenutzten Gebäuden
Ein Alarm um drei Uhr nachts: der Ablauf
Löst eine Einbruch- oder Störmeldeanlage aus, geht die Meldung zuerst bei der aufgeschalteten Leitstelle ein. Sie prüft, ob es sich um einen bekannten Fehlalarm handelt, und beauftragt sonst die nächstgelegene Streife. Diese fährt das Objekt an, verschafft sich zunächst von außen einen Überblick und kontrolliert Türen, Fenster und Tore. Gibt es Einbruchspuren, ruft sie die Polizei und sichert den Ort, ohne Spuren zu verändern.
Ist von außen nichts zu erkennen, betritt die Streife das Gebäude nach den in der Objektbeschreibung festgelegten Regeln, prüft den ausgelösten Melder und setzt die Anlage, wenn alles in Ordnung ist, wieder scharf. Ihr Ansprechpartner erhält eine Meldung mit Uhrzeit, Befund und getroffenen Maßnahmen. Bei Schäden wie einer eingeschlagenen Scheibe sorgen wir auf Wunsch für eine Notsicherung oder bleiben vor Ort, bis ein Handwerker kommt.
Wichtig für eine gute Alarmverfolgung ist eine aktuelle Liste der Ansprechpartner und Schlüssel. Wir gleichen sie mit Ihnen in festen Abständen ab, damit in der Nacht niemand vor verschlossenen Türen steht.
Qualifikation der Streifenkräfte
Für Kontrollgänge im öffentlichen Verkehrsraum verlangt § 34a GewO eine Sachkundeprüfung; auf Privatgelände genügt die Unterrichtung. Alle Kräfte sind im Bewacherregister erfasst. Unsere Abläufe sind nach ISO 9001 zertifiziert und an DIN 77200 ausgerichtet.
Im Revierdienst arbeitet eine Kraft oft allein. Deshalb legen wir fest, wann sie bei einem Alarm selbst ein Gebäude betritt, wann sie auf die Polizei wartet und wie sie sich zwischendurch bei der Leitstelle meldet. Diese Regeln stehen in der Objektbeschreibung und werden vor dem ersten Einsatz mit Ihnen besprochen.
Kosten des Revierdienstes
Für Einsätze rechnen wir mit einem Richtwert von 23 bis 50 € netto je Stunde. Beim Revierdienst wird daraus in der Regel ein Ansatz je Kontrolle oder je Alarmfahrt, der sich nach Anfahrtsweg, Dauer am Objekt und Uhrzeit richtet.
Je dichter die Objekte einer Tour beieinander liegen, desto geringer ist der Anteil der Fahrzeit an jeder einzelnen Kontrolle. Liegt Ihr Betrieb in einem Gewerbegebiet mit weiteren Interessenten, kann sich eine gemeinsame Route lohnen.


