Fahrzeugbau, Maschinenbau, Pharma: das industrielle Profil des Landes
Baden-Württemberg ist stark vom produzierenden Gewerbe geprägt. Rund um Stuttgart konzentrieren sich Automobilhersteller und ihre Zulieferer, entlang von Neckar und Rhein sitzen Chemie-, Pharma- und Energiebetriebe, und in vielen Kleinstädten zwischen Schwarzwald und Allgäu arbeiten Maschinenbauer, die weltweit liefern. Viele dieser Werke laufen im Drei-Schicht-Betrieb, manche rund um die Uhr an sieben Tagen.
Für den Werkschutz heißt das: An den Toren treffen Mitarbeitende, Lkw mit Zeitfenstern, Monteure von Fremdfirmen und Besucher zusammen, oft in Wellen zum Schichtwechsel. Wer dort steht, muss Ausweise und Lieferpapiere prüfen, Fahrzeuge einweisen, Besucher anmelden und gleichzeitig ein Auge auf das Gelände haben. Nachts kommen Streifen durch Hallen, Lager und Außenflächen hinzu, außerdem die Kontrolle von Prototypen- und Entwicklungsbereichen, in denen Fotografieren grundsätzlich verboten ist.
Werke und Industriestandorte mit Werkschutzbedarf
Die Beispiele unten zeigen die Bandbreite der Industrie im Land. Sie sind keine Referenzen von uns. Große Konzerne haben meist eine eigene Werksicherheit; Unterstützung wird dort eher bei Partnerfirmen, Logistikdienstleistern, Werksumbauten oder Anlagenstillständen gebraucht, kleinere Betriebe vergeben den Werkschutz dagegen häufig ganz.
- Mercedes-Benz Werk Sindelfingen, einer der größten Produktionsstandorte des Herstellers für Oberklasse- und Elektrofahrzeuge
- Porsche-Stammwerk in Stuttgart-Zuffenhausen mit Fahrzeugmontage und Motorenfertigung
- Audi-Werk in Neckarsulm im Landkreis Heilbronn, ein Fahrzeugstandort seit über hundert Jahren
- Bosch-Werk in Stuttgart-Feuerbach, einer der ältesten Fertigungsstandorte des Konzerns
- Mineralölraffinerie Oberrhein (MiRO) im Karlsruher Rheinhafen mit rund 1.100 Beschäftigten und großem Tanklager
- Roche Diagnostics in Mannheim mit Forschung, Produktion und einem zentralen Logistiklager
- Boehringer Ingelheim in Biberach an der Riß mit Forschung und biopharmazeutischer Herstellung
- ZF Friedrichshafen am Bodensee, Hauptsitz eines großen Automobilzulieferers
- Trumpf in Ditzingen, Hersteller von Werkzeugmaschinen und Lasertechnik
Ein Torposten in Sindelfingen erlebt vor allem Taktverkehr von Zulieferern, während in Karlsruhe am Raffineriestandort Gefahrgutregeln und Zündquellenverbote den Ablauf bestimmen. In Mannheim verbinden sich Pharmaproduktion und Hafenlogistik auf engem Raum.
Ballungsräume und Flächenregionen: Anreise und Ablösung realistisch planen
Die meisten großen Werke liegen in der Region Stuttgart, im Raum Heilbronn und an der Rheinschiene zwischen Mannheim und Karlsruhe. Hier sind die Autobahnen A8, A81, A6 und A5 die Hauptachsen, zugleich aber regelmäßig überlastet. Für Torposten, die pünktlich zum Schichtbeginn besetzt sein müssen, planen wir daher Fahrzeiten mit Reserve und legen Übergaben nicht in die Hauptstauzeiten, wenn Ihr Betrieb das zulässt.
Anders sieht es in Oberschwaben, auf der Ostalb, im Hohenlohischen oder am Bodensee aus. Dort stehen große Werke häufig in Orten, die abseits der Autobahnen liegen. Für Einsätze in diesen Gegenden klären wir vorab, wo Einsatzkräfte untergebracht werden, wie sie bei Krankheit vertreten werden und wie lange ein Ersatz unterwegs wäre. Erst wenn diese Fragen beantwortet sind, sagen wir zu.
Ein weiterer Punkt ist die Grenzlage. Werke am Oberrhein und am Bodensee haben regelmäßig Lieferverkehr aus Frankreich, der Schweiz und Österreich. Für Torposten bedeutet das fremdsprachige Fahrer, abweichende Frachtpapiere und gelegentlich Rückfragen beim Wareneingang. Wir berücksichtigen das bei der Auswahl der Einsatzkräfte und bei der Einweisung, etwa mit mehrsprachigen Hinweistafeln, klaren Abläufen für die Fahrerannahme und einer festen Rufnummer im Wareneingang für Zweifelsfälle.
Werkschutz vorhabenbezogen: unser Ablauf im Südwesten
Unsere Kernregion reicht von Schleswig-Holstein bis Berlin und Brandenburg. Baden-Württemberg bedienen wir vorhabenbezogen, also Auftrag für Auftrag und nur dann, wenn wir das Personal verlässlich stellen können. Zu Beginn klären wir mit Ihnen Torzeiten, Lieferfenster, Besucheraufkommen, vorhandene Schranken- und Zutrittstechnik sowie die Sperrbereiche des Werks.
Daraus entsteht eine Dienstanweisung, die Ihre Werksordnung abbildet. Ein fester Ansprechpartner von uns ist für Ihre Werkleitung oder Ihren Sicherheitsbeauftragten erreichbar. Jede Einsatzkraft lernt vor dem ersten Dienst Tore, Alarmwege und Meldestellen kennen. Schichtberichte gehen an die Stelle, die Sie bestimmen, Vorfälle melden wir sofort.
Bei Werksumbauten und Stillständen ändert sich die Lage oft täglich: Neue Fremdfirmen kommen hinzu, Bauzäune verschieben sich, provisorische Tore werden geöffnet. Wir stimmen uns in solchen Phasen täglich mit Ihrer Werkleitung ab und passen Postenpläne an, damit kein Zugang unbeobachtet bleibt.
- Abklärung von Torzahl, Schichtsystem und Lieferverkehr
- Prüfung von Anfahrt, Unterkunft und Vertretung
- Dienstanweisung auf Grundlage Ihrer Werksordnung
- Einweisung in Zutrittstechnik, Sperrbereiche und Alarmwege
- laufende Berichte und ein fester Ansprechpartner
Anforderungen an das Personal im Werk
Alle Einsatzkräfte haben mindestens die Unterrichtung nach § 34a GewO; für verantwortungsvolle Posten wie Leitstand oder Fahrzeugabfertigung mit Gefahrgut setzen wir Personal mit Sachkundeprüfung ein. Staffsec ist nach ISO 9001 und DIN 77200 zertifiziert.
Im Werk gelten zusätzlich Ihre Arbeitsschutzregeln: Sicherheitsunterweisungen nach den Vorgaben der Berufsgenossenschaft, Schutzausrüstung in Produktionsbereichen, Verhalten in Ex-Zonen und die Zusammenarbeit mit einer vorhandenen Werkfeuerwehr. In Pharma- und Entwicklungsbereichen kommen Hygiene- und Geheimhaltungsvorgaben hinzu, die wir schriftlich in die Dienstanweisung übernehmen und bei der Einweisung durchgehen.
Preise für Werkschutz in Baden-Württemberg
Der Richtwert liegt bei 23 bis 50 € netto je Stunde. Entscheidend sind Qualifikation, Schichtlage, Zahl der Posten und Laufzeit. Bei Vorhaben im Südwesten weisen wir Anreise und Unterkunft gesondert aus, damit Sie die Kosten nachvollziehen können.
| Kriterium | Auswirkung |
|---|---|
| Besetzte Tore und Streifen | jeder Posten erhöht die Stundenzahl |
| Drei-Schicht- oder Rund-um-die-Uhr-Betrieb | Nacht- und Feiertagsanteile |
| Sachkunde für besondere Posten | höherer Ansatz als Unterrichtung |
| Befristeter Einsatz bei Stillstand oder Umbau | kurze Dauer, höherer Planungsaufwand |
| Standort im Land | Anreise und Unterbringung |


