Viele Gebäude, viele Nutzer: Objektschutz im Südwesten
Baden-Württemberg verbindet dichte Städte am Neckar und am Oberrhein mit Hochschulstandorten, Konzernzentralen und zahlreichen mittelständischen Firmensitzen. Entsprechend vielfältig sind die Gebäude, die geschützt werden wollen: Bürohäuser mit mehreren Mietparteien, Forschungsbauten mit sensiblen Laboren, Kliniken mit offenem Publikumsverkehr und Areale, die zwischen alter und neuer Nutzung leer stehen.
Objektschutz heißt in diesem Umfeld, ein Gebäude so zu kennen, dass Auffälligkeiten sofort ins Auge fallen. Dazu gehören Empfangs- und Pfortendienst, Schlüssel- und Ausweisverwaltung, Rundgänge nach Dienstschluss, das Kontrollieren von Fenstern, Türen und Technikräumen sowie die Reaktion auf Alarme der Einbruch- oder Brandmeldeanlage. Wie viel davon nötig ist, hängt weniger von der Größe eines Hauses ab als davon, wie viele Menschen es täglich betreten und wie wertvoll das ist, was darin liegt.
Gebäudetypen und Areale im Land mit typischem Schutzbedarf
Die folgende Auswahl zeigt, wie unterschiedlich Objekte in Baden-Württemberg sind. Sie dient der Einordnung und ist keine Kundenliste: Viele dieser Einrichtungen haben eigene Sicherheitsabteilungen. Zusätzlicher Bedarf entsteht oft bei Mietern, Dienstleistern, Umbauphasen oder Flächen, die vorübergehend nicht genutzt werden.
- Europaviertel in Stuttgart-Mitte mit der Stadtbibliothek am Mailänder Platz, dem Einkaufszentrum Milaneo und Bürogebäuden von Landesbank Baden-Württemberg und Sparda-Bank
- Bahnstadt in Heidelberg, ein neuer Stadtteil auf einem früheren Güterbahnhof mit Wohnungen, Laboren und Büroflächen in Passivhausbauweise
- Firmenzentrale von SAP in Walldorf mit weitläufigem Bürocampus
- Patrick-Henry-Village im Heidelberger Stadtteil Kirchheim, eine 97 Hektar große frühere US-Wohnsiedlung, die als neuer Stadtteil entwickelt werden soll
- Campus Nord des Karlsruher Instituts für Technologie im Hardtwald bei Eggenstein-Leopoldshafen, rund zwei Quadratkilometer Forschungsgelände
- Universitätsklinikum Freiburg mit rund 2.200 Planbetten und mehreren Tausend Beschäftigten
- Universität Ulm auf dem Oberen Eselsberg mit Instituten, Hörsälen und benachbarten Forschungsbauten
- Universität Konstanz auf dem Gießberg oberhalb des Bodensees mit knapp 10.000 Studierenden
Ein Bürohaus in Stuttgart stellt andere Anforderungen als ein leeres Kasernenareal bei Heidelberg: Im einen Fall zählen Freundlichkeit am Empfang und Ordnung beim Besucherverkehr, im anderen regelmäßige Kontrollgänge gegen Vandalismus, Metalldiebstahl und unbefugtes Betreten.
Vom Rhein-Neckar-Raum bis an den Bodensee: was die Lage für die Planung bedeutet
Das Land ist groß und topografisch gegliedert. Rund um Mannheim, Heidelberg und Karlsruhe liegen Objekte in der Rheinebene dicht beieinander und sind über die A5, A6 und A61 gut zu erreichen. Die Region Stuttgart ist ebenfalls eng bebaut, dafür sind die Wege durch Steigungen und Berufsverkehr oft langsamer, als die Entfernung vermuten lässt.
Im Schwarzwald, auf der Schwäbischen Alb, in Oberschwaben und am Bodensee verteilen sich Gebäude stärker. Wer dort einen Pfortendienst rund um die Uhr braucht, muss wissen, wie Ablösungen bei Krankheit funktionieren und wo Einsatzkräfte übernachten. Diese Fragen beantworten wir vor einem Angebot und nicht danach. Bei einem Objekt am Oberrhein spielt zudem die Nähe zu Frankreich und der Schweiz eine Rolle, etwa wenn Lieferanten oder Besucher aus dem Ausland kommen.
Bei Hochschul- und Forschungsgebäuden kommt eine Besonderheit hinzu: Viele Labore und Institute arbeiten auch abends und am Wochenende, Zugänge sind daher nicht einfach abgeschlossen, sondern nach Personengruppen gestaffelt. Eine Einsatzkraft muss wissen, wer zu welcher Zeit in welchen Trakt darf, und freundlich, aber bestimmt nachfragen, wenn jemand ohne Berechtigung unterwegs ist. Bei leer stehenden Arealen ist es umgekehrt: Dort darf grundsätzlich niemand hinein, und jede offene Tür oder frische Spur ist ein Hinweis, dem nachgegangen werden muss.
Wie ein Objektschutzauftrag ohne Niederlassung vor Ort zustande kommt
Unsere Einsatzplanung sitzt in Neumünster, Berlin und Bremen. Baden-Württemberg liegt außerhalb dieser Kernregion, deshalb arbeiten wir hier vorhabenbezogen: Wir sagen nur zu, wenn wir das Objekt mit festem Personal und verlässlicher Vertretung führen können. Dafür klären wir vorab Grundriss, Zugänge, Öffnungszeiten, vorhandene Technik und die Frage, welche Aufgaben heute schon von Hausmeister oder Empfang erledigt werden.
Steht der Auftrag, bekommen Sie einen benannten Ansprechpartner, der das Objekt kennt und Rückfragen beantwortet. Die Einsatzkräfte werden vor dem ersten Dienst im Gebäude eingewiesen, gehen die Rundgänge gemeinsam mit Ihnen ab und arbeiten nach einer Dienstanweisung, die wir mit Ihnen abstimmen. Ergibt die Prüfung, dass die Entfernung eine saubere Besetzung nicht zulässt, erfahren Sie das vor Vertragsschluss.
- Erstgespräch zu Gebäude, Nutzung und Risiken
- Begehung vor Ort oder Abstimmung anhand von Plänen und Fotos
- schriftliche Dienstanweisung mit Rundgangspunkten und Meldewegen
- Einweisung jeder Einsatzkraft vor Dienstantritt
- Wachbuch und Vorfallberichte an einen festen Empfänger
Qualifikation, Normen und Zusammenarbeit mit Ihrer Haustechnik
Jede Einsatzkraft hat mindestens die Unterrichtung nach § 34a GewO, für Empfangs- und Kontrolldienste mit erweiterter Verantwortung setzen wir Personal mit Sachkundeprüfung ein. Unser Unternehmen ist nach ISO 9001 und DIN 77200 zertifiziert. Die DIN 77200 legt Anforderungen an Sicherheitsdienstleistungen fest, von der Auftragsklärung über die Personalauswahl bis zur Dokumentation.
In Hochschul- und Klinikgebäuden gelten oft eigene Hausordnungen, Hygieneregeln und Zutrittsstufen. Diese Regeln übernehmen wir in die Dienstanweisung. Bei Alarmen arbeiten unsere Kräfte mit Ihrer Haustechnik, mit einer Notruf- und Serviceleitstelle oder direkt mit Polizei und Feuerwehr zusammen, je nachdem, wie Ihr Alarmplan aufgebaut ist.
Was Objektschutz in Baden-Württemberg kostet
Als Richtwert nennen wir 23 bis 50 € netto je Stunde. Der genaue Ansatz ergibt sich aus Qualifikation, Dienstzeiten, Aufgabenumfang und Laufzeit. Weil wir das Land vorhabenbezogen bedienen, gehört die Frage nach Anreise und Unterbringung bei längeren Einsätzen ausdrücklich ins Angebot.
| Faktor | Einfluss |
|---|---|
| Empfang tagsüber oder Bewachung nachts | Nacht- und Wochenendstunden kosten mehr |
| Unterrichtung oder Sachkundeprüfung | höhere Qualifikation, höherer Ansatz |
| Zahl der Rundgänge und Posten | bestimmt die Stundenmenge |
| Dauerauftrag oder befristeter Leerstandsschutz | lange Laufzeiten lassen sich günstiger planen |
| Lage des Objekts im Land | beeinflusst Anreise und Vertretung |


