Ein kleines Land mit schwerer Industrie: was das für den Werkschutz heißt
Das Saarland ist mit gut einer Million Einwohnern auf rund 2.570 Quadratkilometern das kleinste Flächenland der Bundesrepublik, industriell aber auffallend dicht besetzt. Die Montantradition lebt in zwei großen Stahlunternehmen weiter, daneben haben sich Automobilzulieferer, Maschinenbau, Elektrotechnik und Keramikindustrie angesiedelt. Viele dieser Werke arbeiten rund um die Uhr, haben mehrere Zufahrten und empfangen täglich Lastwagen, Bahnwagen oder Schiffsladungen.
Werkschutz bedeutet dort zuerst, den Übergang zwischen Straße und Betriebsgelände zu ordnen. Am Tor wird geklärt, wer mit welchem Fahrzeug in welchen Bereich darf, Fremdfirmen werden angemeldet und eingewiesen, Besucher erhalten Ausweise und Begleitung. Im Inneren kommen Kontrollgänge durch Hallen, Freilager und Schrottplätze dazu, außerdem das Prüfen von Fluchtwegen, das Melden technischer Störungen an die Schichtleitung und ein sauberer Bericht über jede Schicht. In Stahl- und Schmiedebetrieben gehören heiße Bereiche, Kranverkehr und schwere Fahrzeuge zum Alltag – das Personal muss die Verkehrsregeln des Werks kennen und selbst einhalten.
Saarländische Industriestandorte, an denen Werkschutz typischerweise anfällt
Die folgenden Beispiele zeigen, welche Art von Gelände im Saarland Werkschutz braucht. Es handelt sich um öffentlich bekannte Standorte, nicht um Kunden von uns. Große Werke haben häufig eine eigene Werksicherheit; Unterstützung von außen wird dann eher bei Nebenflächen, Mietern auf dem Gelände, Umbauten oder Anlagenstillständen gebraucht.
- Dillinger Hütte in Dillingen/Saar, nach eigenen Angaben das größte Grobblechwerk Europas, mit den Hochöfen der gemeinsamen Tochter ROGESA
- Hafen Saarlouis/Dillingen am rechten Saarufer, über den vor allem Erz und Kohle für die Hütte ankommen und per Förderband ins Werk laufen
- Saarstahl mit dem Stammwerk in Völklingen sowie Standorten in Saarbrücken-Burbach und Neunkirchen
- Freiformschmiede der Saarschmiede in Völklingen
- ZF-Werk in Saarbrücken, in dem Automatikgetriebe gefertigt werden
- Industriestandort Homburg mit drei Bosch-Werken, dem Schaeffler-Werk und dem Reifenwerk von Michelin
- Festo in Rohrbach, einem Stadtteil von St. Ingbert, und die Hager Group in Blieskastel
- Villeroy & Boch mit Hauptsitz in der Alten Abtei in Mettlach an der Saarschleife
In Völklingen und Dillingen dreht sich vieles um Schwerlastverkehr, Schrott und Rohstoffe, in Homburg dagegen um Schichtwechsel mit Tausenden Beschäftigten und um den Schutz von Fertigteilen und Ersatzteillagern.
Saartal, Saarpfalz und Nordsaarland: wie die Lage den Einsatz prägt
Der größte Teil der Industrie liegt im Saartal zwischen Saarbrücken, Völklingen, Saarlouis und Dillingen. Die A620 begleitet den Fluss, die A8 und die A1 erschließen das Umland. Kurze Wege zwischen den Werken sind ein Vorteil, der Berufsverkehr auf der Stadtautobahn ein Nachteil. Schichtübergaben an Werktoren legen wir deshalb so, dass Ablösungen nicht im dichtesten Verkehr stecken bleiben, sofern der Betrieb das zulässt.
Im Osten, rund um Homburg, St. Ingbert und Blieskastel, sitzen Zulieferer und Technikunternehmen mit großen Belegschaften. Der Norden mit Merzig, Mettlach, St. Wendel und Wadern ist ländlicher geprägt; Betriebe liegen dort verstreuter, Anfahrten dauern länger und Unterkünfte für auswärtige Einsatzkräfte sind seltener. Dazu kommt die Grenzlage zu Frankreich und Luxemburg: Viele Beschäftigte und Lieferanten pendeln über die Grenze, was am Tor zusätzliche Sprachkenntnis und Erfahrung mit ausländischen Papieren verlangt.
Werkschutz ohne Büro im Land: unser Ablauf vom Erstgespräch bis zur ersten Schicht
Unsere Kernregion liegt in Norddeutschland. Das Saarland bedienen wir vorhabenbezogen, also nur dann, wenn wir einen Auftrag nach einer ehrlichen Prüfung auch zuverlässig besetzen können. Wir sprechen zuerst über Ihren Werksplan, die Zahl der Tore, die Zeiten des Lieferverkehrs, die vorhandene Technik wie Schranken, Kameras und Ausweisleser sowie über Ihre Werksordnung.
Danach legen wir das Team, das Schichtmodell und die Vertretungsregeln fest. Sie bekommen einen festen Ansprechpartner, der den Einsatz von der Planung bis zur laufenden Betreuung verantwortet. Jede Einsatzkraft wird vor dem ersten Dienst am Standort eingewiesen: Gelände, Alarmwege, Zuständigkeiten im Werk. Kommen wir bei der Prüfung zu dem Ergebnis, dass ein Vorhaben aus der Entfernung nicht sauber zu leisten ist, sagen wir das vor Vertragsschluss.
- Abstimmung von Torzeiten, Lieferfenstern und Besucherregeln
- Klärung von Anreise und Unterbringung des Einsatzteams
- schriftliche Dienstanweisung auf Grundlage Ihrer Werksordnung
- Einweisung jeder Einsatzkraft auf dem Gelände
- Wachbuch und Ereignismeldungen an eine benannte Stelle im Werk
Qualifikation, Zertifizierung und Regeln im Werk
Unsere Einsatzkräfte verfügen mindestens über die Unterrichtung nach § 34a der Gewerbeordnung. Für Torposten mit Entscheidungsbefugnis, Leitstandsaufgaben oder Schichtführung setzen wir Personal mit Sachkundeprüfung ein. Das Unternehmen ist nach ISO 9001 und nach DIN 77200 zertifiziert; die DIN 77200 beschreibt Anforderungen an Sicherheitsdienstleistungen von der Organisation über die Personalauswahl bis zur Ausbildung.
Auf dem Werksgelände gelten Ihre Vorgaben: Unterweisungen nach den Regeln der zuständigen Berufsgenossenschaft, persönliche Schutzausrüstung, Fahr- und Fußwege, Fotografierverbote und die Zusammenarbeit mit Werkfeuerwehr oder Rettungsdienst. Wir übernehmen diese Punkte in die Dienstanweisung, damit unser Personal am Tor und auf Streife nach denselben Regeln handelt wie Ihre eigene Belegschaft.
Was Werkschutz im Saarland kostet
Als Richtwert gelten 23 bis 50 € netto je Stunde. Wo ein Auftrag innerhalb dieser Spanne liegt, hängt vor allem von der geforderten Qualifikation, der Schichtlage und dem Aufgabenumfang ab. Bei Vorhaben außerhalb unserer Kernregion kommt die Frage hinzu, wie Anreise und Unterkunft organisiert werden; diesen Teil weisen wir im Angebot nachvollziehbar aus.
| Faktor | Einfluss |
|---|---|
| Unterrichtung oder Sachkundeprüfung | höhere Qualifikation, höherer Ansatz |
| Nachtschicht, Wochenende, Feiertag | Zuschläge nach Lage der Dienste |
| Zahl der besetzten Tore und Streifen | bestimmt die Stundenmenge |
| Vertragslaufzeit | lange Laufzeit erleichtert feste Teams |
| Lage im Saarland | Anreise und Unterkunft je nach Region |


